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Landshut: alles zu den Polen-Playoffs

Essay: Wie der AC Landshut es wirklich in die Playoffs der Landesliga schaffte, wie nun die Chancen der Niederbayern stehen und was jetzt passieren muss.


Sechs Siege am Stück, fünf Bonuspunkte, 21 Matchpunkte – und ein Kader, der trotz erheblicher personeller Rückschläge immer wieder eine neue funktionierende Besetzung gefunden hat: Der Playoffeinzug der Landshut Devils ist kein Zufallsprodukt. Er ist das Ergebnis einer bemerkenswerten Aufholjagd. Und nun wartet ausgerechnet jener Gegner, gegen den Landshut erst vor zwei Wochen den entscheidenden psychologischen und sportlichen Nadelstich setzte: Ultrapur Omega Gnesen.


Die Vorrunde der Krajowa Liga Żużlowa, wie die dritte polnische Division im heimischen Idiom heißt, ist beendet. An der Spitze steht Wybrzeże Danzig mit 25 Matchpunkten, dahinter die Landshut Devils mit 21, auf Rang 3 folgt Ultrapur Gnesen mit 18, Vierter wurde nach einem dramatischen letzten Renntag Opole mit 14 Punkten. Dünaburg, Krakau und Schwientochlowitz sind ausgeschieden.


Damit steht die erste Halbfinalpaarung fest:

Gnesen – Landshut Devils
Sonntag, 16. August 2026, 18 Uhr in Gnesen


Das Rückrennen findet am Sonntag, 30. August, in der OneSolar-Arena in Landshut statt. Gnesen hat als Drittplatzierter zunächst Heimrecht, Landshut als Zweiter den Vorteil vom Rückrennen dahoam.


Das ist für Landshut ein durchaus günstiger Playoff-Aufbau: Der erste Vergleich findet gegen einen Gegner statt, gegen den die Devils in der Vorrunde zwar 40:50 verloren, anschließend aber zu Hause mit 50:39 gewannen. Über beide Rennen hinweg steht es damit 90:89 für Landshut. Genau dieser eine Punkt Unterschied war letztlich der Faktor dafür, dass die rotschwarzen Teufel Gnesen auch über zwei Rennen schlagen können.

Wer nur auf die Tabelle schaut, sieht acht Siege und vier Niederlagen. Interessanter ist die Entwicklung dahinter.

Janek Konzack verbläst den Florenzer Matteo Boncinelli im Duell gegen Schwientochlowitz. Foto: AC Landshut
Janek Konzack verbläst den Florenzer Matteo Boncinelli im Duell gegen Schwientochlowitz. Foto: AC Landshut

Landshut startete mit einer 50:40-Niederlage in Gnesen. Danach folgten Siege gegen die Neulinge beziehungsweise Rückkehrer Schwientochlowitz und in Krakau. Dann kam allerdings eine deutliche Niederlage in Danzig, anschließend zu Hause das unglückliche 44:46 gegen Oppeln und nochmals eine Niederlage in Danzig. Mitte Juni standen die Devils damit keineswegs wie ein sicherer Playoff-Kandidat da.

Dann kippte die Saison.


Ab dem 36:24 gegen Dünaburg am 21. Juni gewann Landshut jedes einzelne Ligarennen:


  • 21.06.: Landshut – Dünaburg 36:24

  • 28.06.: Oppeln – Landshut 37:53

  • 12.07.: Landshut – Krakau 52:38

  • 19.07.: Dünaburg – Landshut 44:46

  • 26.07.: Landshut – Gnesen 50:39

  • 02.08.: Schwientocholowitz – Landshut 35:55


Das sind nicht nur sechs Siege hintereinander: Fünf dieser sechs Siege brachten zusätzlich den wichtigen Bonuspunkt für einen Gesamtsieg gegen das andere Team in der kumulierten Wertung aus Hin- und Rückkampf.


Das ist der eigentliche Schlüssel der Landshuter Saison.


Im polnischen Ligensystem ist ein normaler Sieg zwei Matchpunkte wert. Für den gewonnenen direkten Vergleich gibt es einen zusätzlichen Bonuspunkt. Landshut kam damit auf acht Siege = 16 Punkte plus fünf Bonuspunkte = 21. Gerade die Bonuspunkte machten aus einer guten Siegesserie eine sehr starke Tabellenposition. Die Bedeutung des Bonuspunkts ist in der Landesliga erheblich, weil zumindest die Topteams unheimlich eng beieinander liegen.


Die Devils haben 2026 fünf Bonuspunkte eingesammelt:


  • gegen Schwientochlowitz:
 52:37 zu Hause, anschließend 55:35 auswärts.

  • gegen Krakau:
 51:38 auswärts, 52:38 zu Hause.

  • gegen Dünaburg: 
36:24 zu Hause, 46:44 auswärts.

  • gegen Oppeln:
 44:46 zu Hause, anschließend 53:37 auswärts.

  • gegen Gnesen:
 40:50 auswärts zum Saisonauftakt, dann 50:39 zu Hause.


Das Muster ist auffällig: Selbst dort, wo Landshut ein Rennen verlor, wurde der direkte Vergleich nicht zwangsläufig aufgegeben. Der vielleicht wichtigste Fall ist Oppeln. Zuhause unterlag Landshut mit 44:46, gewann aber in Oppeln mit 53:37. Damit wurde aus einer Niederlage in der Einzelbetrachtung ein Bonuspunkt in der Gesamtwertung.


Noch spektakulärer ist die Geschichte gegen Gnesen: Nach dem 40:50 im April musste Landshut im Rückrennen um mindestens 11 Punkte besser sein, um den Bonus zu bekommen. Am 26. Juli gelang ein 50:39 – exakt das erforderliche Plus von 11. Der direkte Vergleich lautete anschließend 90:89 für Landshut.


Kevin Wölbert ist aufgrund seiner Mannschaftsdienlichkeit ein Eckpfeiler, auch bei der Wende in Dünaburg. Foto: AC Landshut
Kevin Wölbert ist aufgrund seiner Mannschaftsdienlichkeit ein Eckpfeiler, auch bei der Wende in Dünaburg. Foto: AC Landshut

Das war nicht irgendein Bonuspunkt. Es war der Punkt, der die Devils in der Tabelle von Gnesen absetzte. Und ihnen so die bessere Ausgangslage für die erste Runde der Playoffs bescherte.


Am 26. Juli kamen Landshut und Gnesen mit praktisch identischem Tabellenstand zusammen. Deshalb war das Rennen gleich doppelt wertvoll: Sieg plus Bonus bedeuteten drei Matchpunkte, während Gnesen leer ausging.


Landshut hatte dabei zunächst keineswegs alles im Griff. Nach zehn Läufen stand es nur 32:28. Gnesen konnte immer wieder über Adam Ellis und Sam Masters reagieren. Dann kam Lauf 11 – und der wurde zum Wendepunkt.


Gnesen setzte Ellis für den zu ersetzenden Norbert Krakowiak ein. Der Engländer aus Marmande bewegte sich unter dem Startband, wurde ausgeschlossen; Jacob Jensen schaffte es anschließend nicht rechtzeitig zum Start. Nach den Regeln konnte Landshut den Lauf allein bestreiten und bekam dadurch einen 5:0-Lauf zugesprochen. Aus einem 32:28 wurde ein 37:28.


Damit war die Partie aber noch nicht gewonnen.


Denn Gnesen kämpfte sich zurück. Vor dem letzten Lauf stand es 45:38. Ein 4:2 hätte Landshut zwar zum Sieg gereicht, aber nicht zum Bonus. Die Devils brauchten einen 5:1-Lauf.


Und genau den fuhren Jonas Knudsen und Leon Flint gegen Sam Masters und Kevin Fajfer nach Hause.


50:39 – Bonuspunkt. Bummsfallera.


Für Landshut war es ein Rennen, in dem nicht nur die nominellen Spitzenfahrer funktionierten, sondern vor allem die Fähigkeit, in entscheidenden Momenten herausragende Läufe zu produzieren.


Die spektakulärste Einzelgeschichte ist Jonas Knudsen.


Der Däne war nicht als großer Star des Kaders in die Saison gestartet. In der entscheidenden Phase entwickelte er sich jedoch zu einem der wichtigsten Punktelieferanten.


Gegen Gnesen holte Knudsen 13 Punkte aus fünf Läufen. Im letzten Lauf fuhr er gemeinsam mit Flint den entscheidenden 5:1-Lauf.


Auch beim 53:37 in Oppeln war Knudsen stark, und in Krakau war er mit 10 Punkten Teil des erfolgreichen Mittelpaares. Seine Entwicklung ist ausdrücklich als einer der Gründe für Landshuts Aufschwung zu sehen.


Jonas Knudsen, hier vor Mario Häusl und dem Gnesener Anže Grmek, avancierte zum Leistungsträger. Foto: AC Landshut
Jonas Knudsen, hier vor Mario Häusl und dem Gnesener Anže Grmek, avancierte zum Leistungsträger. Foto: AC Landshut

Landshut musste nicht jedes Rennen über zwei Superstars gewinnen. Die Mannschaft entwickelte im Saisonverlauf mehrere Fahrer, die in einzelnen Läufen die Rolle des zweiten Punktelieferanten übernehmen konnten.


Über allem steht Kim Nilsson.


Der baumlange Schwede war über die Saison hinweg einer der stärksten Fahrer der ganzen Liga. In der Gesamtstatistik lag er mit einer Laufdurchschnittsleistung von rund 2,43 Punkten pro Lauf im absoluten Spitzenbereich der Liga.


Noch wichtiger als seine nackte Statistik war seine Funktion im Mannschaftsgefüge: Nilsson musste regelmäßig die schwierigen Läufe fahren, häufig gegen die gegnerischen Nummern 1 und 5, und war zugleich jener Fahrer, auf den Landshut in den nominier­ten Läufen zurückgreifen konnte.


Leon Flint entwickelte sich parallel zu einer zweiten festen Größe. In der Saisonstatistik kommt der Brite auf 114 Punkte plus sieben Bonuspunkte aus 58 Läufen, ein Average von 2,086.


Die Kombination Nilsson/Flint war deshalb entscheidend, weil Landshut damit zwei Fahrer hatte, die einen Gegner nicht nur über den Start, sondern auch auf der Distanz schlagen konnten.


Und dann ist da Kevin Wölbert.


Wölbert liefert vielleicht die unspektakulärere, aber für Landshut enorm wichtige Funktion.

Der deutsche Routinier musste in der Saison mehrfach Rennen fahren, in denen er nicht seine stärksten persönlichen Werte rausholte. Trotzdem stabilisierte er die Mannschaft. Seine Saisonstatistik liegt bei 1,460 Punkten pro Lauf; für einen Fahrer seiner Planstelle ist dabei entscheidend, dass er regelmäßig mit Bonuspunkten und taktisch wichtigen dritten Plätzen zur Paarbildung beiträgt.


Kevin Wölbert (Mitte) war oft wertvoller als auf den ersten Blick ersichtlich. Foto: AC Landshut
Kevin Wölbert (Mitte) war oft wertvoller als auf den ersten Blick ersichtlich. Foto: AC Landshut

Das ist in der Liga nicht trivial. Ein Fahrer, der einen Gegner auf Platz 4 hält und seinem Teamkollegen den dritten Platz ermöglicht, produziert unter Umständen genauso viel taktischen Wert wie ein Fahrer, der selbst einen Lauf gewinnt. Genau das hat Wölbert dieses Jahr wieder und wieder geschafft.


Gerade die Devils haben in der zweiten Saisonhälfte viele Läufe nicht über maximale Einzelpunktzahlen, sondern über funktionierende Paarungen gewonnen.

Die Playoff-Qualifikation ist auch deshalb bemerkenswert, weil Landshut zeitweise keineswegs mit seiner Wunschbesetzung fahren konnte.


Charles Wright fiel nach einer Schulterverletzung lange aus und kehrte erst im Juli zurück. Erik Riss hatte erneut mit Augenproblemen zu kämpfen und konnte nur sehr eingeschränkt eingesetzt werden, eigentlich meistens überhaupt nicht.


Das bedeutete: Zwei Fahrer, die ursprünglich zum Kern des Kaders gehören sollten, waren keine verlässlichen Säulen. Dafür kamen andere zum Zug:


  • Jonas Knudsen

  • Janek Konzack

  • Mario Häusl

  • Tyler Haupt

  • zunächst Lukas Fienhage

  • später wieder Charles Wright


Genau diese Breite wurde zu einer der entscheidenden Stärken der Devils. Landshut konnte trotz der gesundheitlichen Probleme von Wright und Riss – und später weiterer Ausfälle – eine Mannschaft entwickeln, in der insbesondere Knudsen, Nilsson und Flint den Laden zusammenhielten und die deutschen Nachwuchsfahrer ein solides Fundament bildeten.

Doch hier liegt gleichzeitig das größte Problem für die Play-offs.


Mario Häusl war gerade in der Schlussphase ein wichtiger Bestandteil der funktionierenden Mannschaft. In der Vorrunde erzielte er 47 Punkte plus acht Bonuspunkte in 41 Läufen, entsprechend einem Average von 1,342.


Nach dem Rennen in Schwientochlowitz kam jedoch die Nachricht, die den Playoff-Vorbereitungen einen schweren Dämpfer versetzt: Häusl fällt für mindestens sechs Wochen aus. Der 19-Jährige berichtete selbst von einer Kombination aus Verletzungsfolgen, Herzmuskelentzündung, Nierenverletzung und Problemen im Bereich der Lendenwirbelsäule.


Das ist nicht bloß ein Ausfall eines Ersatzfahrers.


Häusl war inzwischen ein Fahrer geworden, mit dem Landshut die unteren Positionen stabilisieren konnte. Gerade in der KLŻ ist das Gold wert: Wenn die Spitzenfahrer 10 bis 13 Punkte liefern, entscheidet häufig die Frage, ob die Nummern 6 und 7 zusammen sechs, acht oder 10 Punkte holen. Häusl war hier ein verlässlicher Heilsbringer für die Niederbayern geworden.


Für die Halbfinals muss Landshut diese Lücke neu schließen.


Eine ganz besondere Rolle fällt den Fans der Landshuter zu. Der Fanklub begleitete die Mannschaft nicht nur zu Heimrennen, sondern organisierte auch Auswärtsfahrten. Für Schwientochlowitz wurde beispielsweise eine Fahrt mit insgesamt rund 1.390 Kilometern organisiert.


Noch interessanter: Der Fanklub berichtete nach dem 55:35-Erfolg davon, wie die Anhänger von Śląsk Świętochłowice die Landshuter Fans und Mannschaft nach dem Rennen gemeinsam feierten. Der ACL bezeichnete die Szene als besonderen Gänsehautmoment; beide Fanlager hatten sich bereits vorm Saisonauftakt zu einer Art Speedway-Städtepartnerschaft angefreundet.


Nicht nur zwischen den Maskottchen, sondern auch den Fans von Landshut und Schwientochlowitz hat sich eine Städtefreundschaft herausgebildet. Foto: AC Landshut
Nicht nur zwischen den Maskottchen, sondern auch den Fans von Landshut und Schwientochlowitz hat sich eine Städtefreundschaft herausgebildet. Foto: AC Landshut

Das ist kein Punkt in der Tabelle. Aber es erklärt etwas über das Umfeld der Mannschaft: Landshut fährt diese polnische Liga nicht wie ein isolierter deutscher Gastverein. Der Klub hat sich über Jahre ein Publikum und eine Fanstruktur aufgebaut, die diese internationale Liga tatsächlich annimmt.


Der vielleicht wichtigste taktische Vorteil ist ebenfalls hart erarbeitet: Landshut hat den Heimvorteil im Rückrennen. Man kennt das etwa vom Fußball-Europapokal des alten Formats: Damals haben die Teams sich auch stets gefreut, wenn sie zuerst auswärts spielen mussten – um dann eine dort erlittene knappe Niederlage mit heimischem Publikum im Rücken und über den Heimvorteil noch drehen zu können.


Im Speedway ist der Heimvorteil noch größer: In Landshut wird nicht nur mittwochs gefahren, die eigene Mannschaft kann auch am Tag vorm Rennen noch Mal auf die Bahn. Und die wiederum kann von Bahnmeister Peppi Rudolph auf die Bedürfnisse der eigenen Équipe maßgeschneidert präpariert werden.


Und mehr noch: Das Halbfinale wird über zwei Rennen entschieden. Das ist für Landshut strategisch wichtig, weil die OneSolar-Arena im Saisonverlauf eine sehr brauchbare Basis war, während Gnesen zu Hause beileibe nicht unangreifbar ist.


Gnesen gewann seine Heimrennen gegen Landshut und Oppeln, verlor beziehungsweise ließ aber auch Punkte liegen. Die Auswärtsform der Mannschaft war teilweise grisselig: In Danzig gab es eine brutale 28:62-Niederlage, in Schwientochlowitz verlor man mit 40:50.

Das bedeutet nicht, dass Gnesen auf dem eigenen Oval schwach ist. Aber es bedeutet: Landshut muss dort auswärts nicht zwingend gewinnen.


Das eigentliche Ziel sollte sein, den Rückstand so klein zu halten, dass die Entscheidung am 30. August in Landshut fällt.


Zum Beispiel:

  • Niederlage mit 6 Punkten in Gniezno → Landshut braucht zu Hause sieben Punkte Vorsprung.

  • Niederlage mit 2 Punkten → zu Hause reicht ein Sieg mit drei.

  • Remis → Landshut hätte im Rückrennen die deutlich bessere Ausgangslage.

  • Auswärtssieg → Gniezno müsste in Landshut den Spieß umdrehen.


Die Vorrunde hat gezeigt, dass Landshut genau mit solchen Situationen umgehen kann.


Aber Gnesen kommt nicht mehr mit derselben Mannschaft.


Das ist der zweite große Punkt vor dem Halbfinale.


Gnesen hat am 9. August Slater Lightcap verpflichtet. Der US-Amerikaner kommt aus dem Umfeld von Falubaz Grünberg, ist ein erklärter Schützling des vierfachen Weltmeisters Greg Hancock und soll die Mannschaft gerade für die entscheidende Playoff-Phase verstärken. Sein möglicher Debüttermin ist bereits das Halbfinal-Hinspiel am 16. August.

Damit reagiert Gnesen unmittelbar auf die Schwächen der Vorrunde.


Erik Riss, hier vor Michael West, kam nur zu Saisonbeginn zum Einsatz, dann wurde er wieder augenkrank. Foto: AC Landshut
Erik Riss, hier vor Michael West, kam nur zu Saisonbeginn zum Einsatz, dann wurde er wieder augenkrank. Foto: AC Landshut

Hinzu kommt die offene Frage um Norbert Krakowiak. Der Pole fehlte zuletzt, und Gnesen musste mit der Ersatzregelung arbeiten. Noch wenige Tage vor dem Halbfinale war nicht klar, ob er am 16. August wieder einsatzfähig sein würde.


Gniezno hat also seinerseits Fragezeichen – aber gleichzeitig einen neuen Trumpf.


Die Tabelle erklärt, warum der zweite Platz so wertvoll ist. Landshut hat da exakt so viele Siege wie Danzig, aber deutlich mehr Niederlagen. Der Tabellenplatz wurde durch die Bonuspunkte stabilisiert.


Die Devils waren nicht das konstanteste Team der Liga – aber sie waren extrem gut darin, aus ihren direkten Duellen das Maximum herauszuholen.


Und genau das ist im Play-off-Modus besonders wertvoll.


Die Landesliga besteht 2026 aus sieben Mannschaften. Die ersten 4 erreichten die Playoffs. Die Halbfinals werden als Hin- und Rückkampf ausgetragen, anschließend gibt es ebenfalls einen zweigeteilten Finalvergleich. Nur der Sieger des Finals steigt in die Zweite Ekstraliga auf. Eine Relegation gibt es in dieser untersten polnischen Liga nicht.


Für Landshut heißt das:


  • 16. August:
 Ultrapur Gnesen – Landshut Devils, 18 Uhr

  • 30. August:
 Landshut Devils – Ultrapur Omega Gnesen, OneSolar-Arena

  • 13./20. September: 
mögliche Finalrennen


Für das Finale gilt ebenfalls: Die schlechter platzierte Mannschaft aus der Vorrunde hat zunächst Heimrecht, die besser platzierte das Rückrennen. Landshut würde bei einem Halbfinalsieg also als Zweiter der Vorrunde im Finale grundsätzlich mit dem Vorteil des Heimrückrennens antreten.


Was Landshut jetzt konkret braucht: Die Ausgangslage ist besser, als sie auf den ersten Blick wirkt.


  • In Gnesen darf man nicht auf Teufel komm raus gewinnen müssen. Das Ziel muss sein, den direkten Vergleich offen zu halten.

  • Die Bonuspunktlogik bleibt entscheidend. Im Halbfinale zählt allerdings nicht der Vorrundenbonus, sondern die Addition beider Rennresultate. Genau deshalb ist jeder Punkt im ersten Rennen relevant.

  • Die Nummern 6 und 7 werden zum Schlüssel. Ohne Häusl braucht Landshut einen Fahrer, der neben Janek Konzack/Tyler Haupt nicht nur mitfährt, sondern regelmäßig Punkte gegen die Gnesener Junioren holt.

  • Nilsson, Flint und Knudsen müssen ihre aktuelle Form konservieren. Gerade Knudsen hat sich vom Ergänzungsspieler zu einem echten Leistungsträger entwickelt.

  • Die Landshuter Paarbildung muss funktionieren. Das ist im Speedway mindestens so wichtig wie die individuelle Durchschnittsleistung. Ein 5:1-Lauf von zwei Fahrern kann ein Rennen in zwei Minuten drehen.

  • Die Devils dürfen Gniezno nicht unterschätzen. Der Gegner hat in Lightcap nachgerüstet und möglicherweise Krakowiak wieder dabei. Außerdem fährt Gnesen das erste Rennen zu Hause.


Der Playoff-Einzug ist deshalb bemerkenswert, weil Landshut nach den ersten Monaten nicht wie ein sicherer Aufstiegskandidat aussah.


Mario Häusl, hier vor Kim Nilsson, Stanislaw Melnitschuk und Kacper Łobodziński, fehlt den Bayern in den Playoffs. Foto: AC Landshut
Mario Häusl, hier vor Kim Nilsson, Stanislaw Melnitschuk und Kacper Łobodziński, fehlt den Bayern in den Playoffs. Foto: AC Landshut

Nach der Auftaktniederlage in Gnesen folgten zwar wichtige Siege, aber auch Rückschläge. Im Juni war Landshut nach der Niederlage gegen Danzig und dem 44:46 gegen Oppeln alles andere schon waidwund. Dann aber kam die Serie: sechs Rennen, sechs Siege.

Dabei wurde nicht nur gewonnen. Landshut holte systematisch die direkten Vergleiche. Und genau dadurch wurden aus einer Mannschaft mit einem zwischenzeitlich schütteren Tabellenbild am Ende 21 Matchpunkte und Platz 2.


Die Devils haben nicht die Dominanz von Danzig, aber sie haben etwas anderes: einen Lauf, Erfahrung, einen funktionierenden Kern und einen Heimvorteil im entscheidenden zweiten Rennen.


Und jetzt kommt die Pointe: Gegen Gnesen hat Landshut die Vorrunde mit einer Niederlage begonnen; gegen Gnesen hat Landshut die Vorrunde mit einem 50:39 und dem entscheidenden Bonuspunkt in Richtung Playoff beendet. Nun beginnt gegen denselben Gegner der Kampf um den Finaleinzug. Die Saison der Devils ist damit keineswegs nur verlängert worden. Sie hat sich nach dem langen Anlauf erst jetzt in die Phase bewegt, für die der Kader im Winter zusammengestellt worden war.


Nur eines ist anders als noch vor vier Wochen.


Damals war Landshut der Jäger. Jetzt ist Landshut der Zweite der Vorrunde – und damit plötzlich selbst der Gejagte.

 
 
 

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