Holder hat Angst
- Norbert Ockenga
- vor 2 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Jack Holder verrät, dass seine Verletzung ihm richtig Angst mache – und worunter er am meisten leidet.
Jack Holder steht nach seinem schweren Sturz beim Speedway-GP in Breslau vor einer ungewissen Zeit. Der Australier hat mehrere Knochenbrüche überstanden und ist operiert worden – doch inzwischen bereitet ihm vor allem eine Nervenverletzung im rechten Arm beziehungsweise an der Hand Sorgen.
Holder stürzt am 20. Juni beim Grand Prix von Polen im ersten Lauf. In der ersten Kurve des sechsten Rennens gerät er mit Kacper Woryna und Jason Doyle aneinander. Seitdem fällt der Australier aus.
Gegenüber dem British Speedway Network gibt Holder nun ein gemischtes Update. Die Knochenverletzungen entwickeln sich nach seinen Angaben gut. Fuß, Rücken und Arm sind mit Platten versorgt, die entsprechenden Operationen verlaufen offenbar planmäßig.
Das größere Problem liegt derzeit bei den Nerven. Holder kann seine Hand kaum bewegen, obwohl die Griffkraft weiterhin gut ist. „Alle Brüche und alles andere entwickeln sich gut. Mein Fuß, mein Rücken und mein Arm sind mit Platten versorgt. Das ist alles in Ordnung.“ Doch dann beschreibt Holder die eigentliche Sorge: „Ich habe im Moment einige Probleme mit den Nerven. Ich kann meine Hand nicht bewegen, wie einige Leute vielleicht in den sozialen Medien gesehen haben.“
Ich kann meine Hand nicht bewegen. – Jack Holder
Nach seiner Einschätzung könnte der Radialnerv geschädigt sein. Dieser Nerv verläuft vom Bereich des Halses beziehungsweise der Schulter in den Arm und steuert unter anderem wichtige Bewegungen von Hand und Fingern. Ob und in welchem Umfang er tatsächlich verletzt ist, lässt sich derzeit noch nicht abschließend beurteilen.
Holder muss deshalb zunächst abwarten. Erst nach 12 Wochen soll eine erneute Untersuchung beim Chirurgen klären, welche Nerven tatsächlich geschädigt sind. „Ich glaube, ich habe den Radialnerv beschädigt, der vom Hals in meinen Arm läuft. Im Moment ist das ziemlich beängstigend. Ich versuche, so positiv wie möglich zu bleiben. Ich kann jetzt gerade nicht viel tun. Ich muss die zwölf Wochen abwarten und dann zum Chirurgen zurück, um zu sehen, welche Nerven betroffen sind.“

Besonders belastend ist für Holder nicht einmal ausschließlich die eigene Verletzung. Viel schwerer fällt ihm, dass er derzeit nicht das tun kann, was sein zweieinhalbjähriger Sohn Chase von seinem Vater erwartet: gemeinsam Motorrad fahren.
Der kleine Chase fährt bereits mit einem Balance-Bike und möchte seinen Vater auf dessen 110er begleiten. „Er liebt sein kleines Balancebike. Er will, dass ich mit ihm auf meiner 110er fahre. Ihm erklären zu müssen: ,Papi hat Aua, ich kann das nicht machen‘ – damit kann ich umgehen. Aber ihm das zu sagen und ihm damit das Herz zu brechen, ist hart.“
Holder spricht ungewöhnlich offen über die psychische Belastung der vergangenen Wochen. Er versucht zwar, seine Verletzungen bislang weitgehend für sich zu behalten und nun zumindest seinen Bruder und dessen Team Sheffield zu unterstützen. Gleichzeitig macht er keinen Hehl daraus, wie schwierig die Situation für ihn ist. „Es gibt viele dunkle Zeiten, und im Moment ist es sehr dunkel. Ich versuche, meinen Bruder und Sheffield vor Ort zu unterstützen. Ich habe meine Verletzungen sehr, sehr geheim gehalten. Es ist im Moment hart – und für mich sehr beängstigend.“



Kommentare