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„Ich wollte das einfach mal versuchen“

Warum Langbahn-Youngster Niek Meijerink nun plötzlich auch Eisspeedway fährt.


Manchmal geht alles ganz schnell. Als er sich im Januar auf den Weg nach Örnsköldsvik macht, da hat Niek Meijerink noch kein eigenes Motorrad – sondern lediglich eine Leihmaschine im Gepäck. Doch nach einer halben Woche auf dem Eis in Schweden wechselt das Motorrad den Besitzer. „Wir haben am Wochenende auf der geliehenen Maschine mit dem Training begonnen“, lächelt der Kfz-Mechaniker aus den Niederlanden, „und am Mittwoch habe ich mir das Motorrad schon gekauft.“


Jetzt fährt der Vetter von Langbahnass Dave Meijerink am Freitagabend beim Roloef-Thijs-Pokal in Heerenveen sein erstes Rennen auf Eis – nachdem der kleingewachsene Brillenträger bis dato vor allem auf der Langbahn, aber auch im Speedway unterwegs war, aber bis zur Winterwoche in Örnsköldsvik keine Berührungen mit dem Eisspeedway hatte. „Die KNMV hat bei mir angefragt, ob ich das probieren wollte“, erinnert sich Meijerink am Freitagnachmittag in den Katakomben der Thialf-Eishalle. „Und ich wollte das einfach mal versuchen. Aber es hat mir gleich super gefallen.“


Ich möchte auf jeden Fall wieder nach Schweden ins Trainingslager – Niek Meijerink

Allerdings blieb es im Januar nur bei einer Trainingswoche in Nordschweden, ein Programm im Supercup oder in der Allsvenskan-Liga hat sich nicht angeschlossen. „Dazu hatte ich berufsbedingt keine Zeit.“


Die Maschine, mit der Meijerink unterwegs ist, hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Sie gehörte ursprünglich Sven Holstein, eigentlich eher bekannt als Grasbahn-Gespannfahrer im gemischten Duo mit Desirée Daubert. Holstein fuhr allerdings auch sporadisch Eisspeedway, etwa beim WM-Finale in Assen anno 2010. Dann kaufte Ramon Huizinga, heute ebenfalls im Thijs-Pokal, sie Holstein ab – und Huizinga verlieh und verkaufte sie schließlich an Niek Meijerink weiter.


Niek Meijerink fährt am Freitag sein allererstes Eisspeedwayrennen. Foto: Heike Kleene
Niek Meijerink fährt am Freitag sein allererstes Eisspeedwayrennen. Foto: Heike Kleene

Der ist nun derjenige Fahrer im Thijs-Pokal mit der geringsten Erfahrung. Im Training tastete er sich vorsichtig an die Eisschnelllaufbahn in Heerenveen heran. „Das Eis ist hier noch härter als in Schweden“, notiert er. „Da muss ich behutsam das Limit finden. Ich möchte auch nicht zu viel riskieren, sondern in erster Linie heute Abend heile wieder rauskommen. Denn wenn mir hier etwas zustoßen sollte, dann würde darunter auch meine Langbahn- und Speedwaysaison leiden – und das darf nicht.“


Unter seiner großen Brille blitzen aber nicht nur der Schalk und die Neugier – sondern auch eine gehörige Portion Vorfreude und Entschlossenheit. „Ich möchte nach meiner Langbahnsaison auf jeden Fall wieder nach Schweden ins Eisspeedwaytrainingslager. Und wenn ich dann die Möglichkeit kriege und das mit meiner Arbeit vereinbaren kann, dann möchte ich dort oben auch bei Liga- oder anderen Rennen mitfahren.“

 
 
 

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