Im Schatten des Riesenpokals
- Norbert Ockenga
- vor 2 Stunden
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Beim Störtebeker-Superpokal in Halbemond kämpfen vier Fahrer auf Augenhöhe um den Sieg. Am Ende gewinnt der Lokalmatador aus jener Stadt, in der Pokalpate Klaus Störtebeker einst gewütet hat.
Die Siegerehrung ist schon eine halbe Stunde vorbei. Doch Ben Iken kann sich nicht vom Treppchen loseisen. Der 20-Jährige aus Marienhafe sitzt mit leicht glasigem Blick auf der mittleren Stufe des Podest, der Riesenpokal neben ihm überragt ihn glatt um mehrere Meter. Und er spendet Schatten an einem frühsommerlichen Pfingsttag, an dem die gleißende Sonne das Motodrom aufheizt wie einen schnellen Brüter.
Iken hat am Pfingstsonntag den größten Pokal des deutschen Bahnsports gewonnen – als erster Ostfriese überhaupt: den Störtebeker-Superpokal. Der Heimsieg wird zu einer vielumjubelten Angelegenheit, denn die Mehrheit der Zuschauer im Motodrom Halbemond halten dem Eigengewächs des MC Norden die Daumen.
Der Weg zum Heimsieg ist für den Marienhafer steinig: Im ersten Lauf verliert Iken die Fußraste und damit auch das Rennen gegen Mika Meijer. Der Niederländer aus Winschoten erweist sich neben zwei weiteren Kontrahenten als größter Gegner für Iken.
Wobei Lars Skupień sich in seinem ersten Lauf noch von einer Eigenheit der ostfriesischen Bahn foppen lässt: Er traut sich nicht weit genug nach außen, weil er glaubt, das Material sei dort zu trocken, um griffig zu sein. Deswegen zieht Rasmus Pedersen mit Schwung außen rum vorbei zum Laufsieg.

Damit haben sich die Hauptdarsteller im Kampf um den Turmpokal herausgeschält. Zwar mischen auch Jonathan Gran aus Schweden und Nicklas Aagaard aus Dänemark noch munter mit, doch realistisch sind Iken, Skupień, Pedersen und Meijer, der besonders aggressiv zu Werke geht, die Hauptdarsteller des Nachmittags.
Der zieht sich in die Länge, weil die Bahn in Norden eingangs der ersten und ausgangs der letzten Kurve zwei Stellen aufweist, auf denen die Maschinen schlagartig Griff kriegen. Kewin Nycz und Zoltan Lovas lassen sich davon aushebeln und in Aufsteiger katapultieren, beide plätten je ein Airfence-Element. Der Austausch der geplatzten Luftkissen kostet Zeit.
Iken erleidet in seinem letzten Vorlauf einen kapitalen Kolbenklemmer. Die Abstimmung der Ersatzmaschine muss fürs Halbfinale umgebaut werden. Dennoch qualifiziert er sich in seinem Semi hinter Meijer fürs Finale.
Das wird wie in Halbemond üblich mit sechs statt vier Fahrern ausgetragen. Pedersen kommt beim Start überhaupt nicht weg und bleibt stehen. Meijer reagiert zu langsam, als das Band hochgeht. Iken übernimmt vor Skupień die Führung. Der Westfale orientiert sich immer wieder nach außen und kommt Iken so einige Male bedrohlich nahe. Doch der Ostfriese verteidigt Rang 1 gegen alle Angriffe Skupieńs erfolgreich.



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