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Kampfansage von Kurtz

Vor seinem zweiten Heimrennen in Breslau gibt sich Tabellenführer Brady Kurtz noch zuversichtlicher als vor dem mancunischen Doppelschlag.


Das gab es noch nie: Brady Kurtz reist als Tabellenführer zu einem WM-Grand Prix. Und das ausgerechnet auf seine Heimbahn: Der Australier fährt in der polnischen Ekstraliga für Breslau, wo am Sonnabend der nächste WM-Lauf ansteht.


Und das ist nicht die einzige bemerkenswerte Statistik des Tages.


Das geschichtsträchtige Olympiastadion von Breslau steht vor einem besonderen Jubiläum: Wenn am Samstag der Speedway Grand Prix ausgetragen wird, ist es das insgesamt 300. Rennen der SGP-Geschichte. Gleichzeitig schließt sich ein Kreis, denn genau hier fand am 20. Mai 1995 der erste Speedway Grand Prix überhaupt statt. Den Sieg sicherte sich damals die polnische Speedway-Legende Tomasz Gollob.


31 Jahre später ist es ein Australier, der als Spitzenreiter der Weltmeisterschaft nach Breslau reist. Brady Kurtz übernahm mit seinem Sieg beim Grand Prix von Manchester die Führung in der Gesamtwertung und verdrängte den sechsmaligen Weltmeister Bartosz Zmarzlik von Platz eins.


Vor dem fünften Saisonlauf führt Kurtz die WM-Wertung mit 65 Punkten an und liegt damit drei Zähler vor seinem polnischen Rivalen, der in Breslau bereits drei Grand-Prix-Siege feiern konnte und mit 62 Punkten auf Rang zwei folgt.


Bemerkenswert ist dabei die aktuelle Statistik: Obwohl Zmarzlik im vergangenen Jahr seinen sechsten Speedway-GP-Weltmeistertitel gewann, wartet der Pole inzwischen seit neun Grand-Prix-Rennen beziehungsweise mehr als einem Jahr auf einen Sieg.


Ich fahre lieber in Breslau als in Manchester. – Brady Kurtz

Verantwortlich dafür ist vor allem Kurtz, der zum Ende der Saison 2025 mit fünf Grand-Prix-Erfolgen in Serie neue Maßstäbe setzte und auch den jüngsten Lauf in Manchester für sich entschied. „Ich hoffe natürlich, dass noch einige Siege hinzukommen“, sagt Kurtz. „Der Erfolg in Manchester war wichtig, weil er mir gezeigt hat: Ja, ich kann auch in dieser Saison wieder gewinnen. Die fünf Siege im vergangenen Jahr waren unglaublich, aber nun erneut ganz oben zu stehen und zu beweisen, dass das keine einmalige Geschichte war, fühlt sich großartig an.“


Dass die Erwartungen nach seiner beeindruckenden Debütsaison enorm gestiegen sind, verhehlt der Australier nicht. 2025 verpasste er den Weltmeistertitel nur um einen einzigen Punkt. Die Vorbereitung auf die neue Saison sei deshalb alles andere als einfach gewesen.

„Nach dem vergangenen Jahr wusste ich zunächst nicht, welchen Weg ich einschlagen soll. Soll ich einfach genauso weitermachen oder Veränderungen vornehmen? Es war eine schwierige Saison bislang. Vor allem in der polnischen Liga lief es nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Wir haben viel ausprobiert und einige Dinge verändert“, erklärt Kurtz.

In den vergangenen Wochen habe sein Team jedoch die richtigen Antworten gefunden. „Ich fühle mich wieder wie ich selbst und habe das Gefühl, zurück zu meiner alten Stärke gefunden zu haben.“


Brady Kurtz (links) hat Bartosz Zmarzlik die WM-Führung entrissen. Foto: FIM
Brady Kurtz (links) hat Bartosz Zmarzlik die WM-Führung entrissen. Foto: FIM

Mit Blick auf das Titelrennen erwartet der Australier einen hochmotivierten Bartosz Zmarzlik. „Er wird mir den Titel ganz sicher nicht kampflos überlassen. Ich bin überzeugt, dass er in Breslau besonders motiviert sein wird. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass bei uns alles passt. Mein Ziel bleibt dasselbe: immer wieder das Finale zu erreichen.“


Genau darin sieht Kurtz auch das Erfolgsgeheimnis seines Rivalen: „Bartek schafft das seit sechs oder sieben Jahren. Deshalb gewinnt er Titel. Ich versuche, Rennen für Rennen Punkte zu sammeln und dann sehen wir, wohin uns das führt.“


Für Kurtz ist der Grand Prix von Breslau bereits das dritte Rennen in Folge auf einer Strecke, die er bestens kennt. Nach den beiden Läufen in Manchester – der Heimat seines britischen Vereins Belle Vue – kehrt er nun an die Bahn zurück, auf der er bereits im vergangenen Jahr triumphierte. „Ich fahre sogar lieber in Breslau als in Manchester“, verrät der Australier. „Nicht unbedingt, weil die Bahn besser ist, sondern weil ich mich dort besonders wohlfühle. Trotzdem darf man nicht vergessen: Bartek hat auf dieser Bahn wahrscheinlich doppelt so viele Runden absolviert wie ich. Er fährt seit vielen Jahren in der polnischen Liga.“


Einen Heimvorteil mag Kurtz daher nicht gelten lassen: „Am Ende spielt es keine große Rolle, ob es deine Heimbahn ist oder nicht. Du musst gute Starts erwischen, schnell sein und an diesem Tag einfach alles zusammenbringen.“


Inzwischen ist auch klar: Dominik Kubera wird am Samstag im Olympiastadion wieder starten. Er hat sich bei Probefahrten von seinem Schlüsselbeinbruch selbst wieder gesundgeschrieben. Das Intermezzo von Kai Huckenbeck endet damit schon wieder. Der Emsländer hat aber immerhin eine der Wildcards für die Speedway-EM abbekommen.

 
 
 

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