Kannen-Gießer
- Norbert Ockenga
- vor 5 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Mit dieser Sofortmaßnahme soll das Team-WM-Finale vor weiteren dubiosen Substanzen im Tank bewahrt werden.
Der Tisch ist neu gedeckt. Seitdem der Methanoleklat ruchbar wurde und in seinen Ausmaßen zu durchschauen war, haben die Veranstalter die zentrale Tankstelle, an der alle Fahrer ihr Methanol ausfassen, anders sortiert.
Seitdem werden die Motoren nicht mehr direkt aus den roten Kanistern betankt. Sondern deren Inhalt muss nun erst in weiße Kannen, die oben bis auf den Ausguss halb geöffnet sind, umgefüllt werden – und aus der Kanne in den Tank geschüttet werden.

Durch das Umfüllen in die halboffene Kanne kann man auf den ersten Blick erkennen, ob das Methanol rein ist – oder wieder verunreinigt. Denn die Plörre, die in den Tanks von Heikki Huusko, Andrej Diviš, Ove Ledström, Max Niedermaier d.J. und Harald Simon als Neige gefunden war, hatte genau dieselbe gelbe Farbe wie der Inhalt eines weiteren Kanisters, der nach dem Bekanntwerden sofort probehalber geknackt worden war.
Das neue Procedere greift: Das Meeting läuft seither klaglos. Schweden und Finnland kämpfen um den Sieg, Deutschland ist Dritter vor Tschechien. Österreich muss eine schwere Verletzung von Martin Posch verkraften und hat ebenso wenig noch eine Chance auf den Einzug ins Kleine Finale um Bronze wie die Niederländer.
Erste Vermutungen, was die Verunreinigung in den beiden Methanolkanistern verursacht haben könnte, ist eine Neige von einem biologischen Öl wie es etwa für Kettensägen oder Gartengeräte verwendet wird. Dieser Rückstand muss in einem jener Kanister gewesen sein, der dann für die zentrale Methanolausgabe im Thialf mit dem Rennsprit befüllt worden sind. Dafür spricht sowohl die Konsistenz der ausgefällten Flüssigkeit in den sichergestellten Proben – als auch der deutlich zu riechende Geruch von verbranntem Öl, der nach dem Anlassen der Maschinen für die neu gestarteten Wiederholungsläufe durch den Tunnel unter der Fahrerlagertribüne waberte.



Kommentare