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Licht und Schatten in Scheeßel

So erlebte bahndienst.com-Reporter Ingolf Schmidt den ellenlangen Nachmittag der Langbahn-WM auf dem Eichenring.


Als man am Morgen des 23. August 2026 auf den Scheeßseler Eichenring an der Westerveseder Straße kam, präsentierte sich dieser in einer WM-würdigen Form. Alles war schön aufgeräumt und die Bahn wieder in Ordnung gebracht vom Flattrack-Weltmeisterschaftslauf, der am Vortage über die Bühne gegangen war. Und es sollte ein ganz langer Renntag werden auf der traditionsreichen 1.000-Meterbahn im Landkreis Rotenburg/Wümme.


Erst kurz vor um 20 Uhr am Abend stand Erik Riss als schillernder Sieger des ersten WM-Finallaufes der Saison 2026 fest. Ungeschlagen und in altbewährter Riss-Manier, die in vielem noch an seinen berühmten Vater Gerd erinnert, verließ der 30-Jährige voller Freude das Fahrerlager im Herzen Niedersachsens. Riss war sehr gut vorbereitet für dieses Rennen, und man spürte, dass er den Fokus in diesem Jahr voll auf die Langbahn.WM gelegt hat. Auch das Maschinenmaterial war sehr gut präpariert. Der Nischler-GM schnurrte in höchsten Tönen die langen Geraden entlang.


Erik Riss war die dominante Hauptfigur in Scheeßel. Foto: Ingolf Schmidt
Erik Riss war die dominante Hauptfigur in Scheeßel. Foto: Ingolf Schmidt

Gefolgt wurde Erik Riss auf dem Podium von einem nicht minder stark auftretenden Dave Meijerink aus den Niederlanden und einem mit einem Nuller in den Renntag gestarteten Chris Harris aus Großbritannien, der ja nun schon seit einiger Zeit die etwas fragwürdige Aufschrift „Bomber“ auf seiner Rennkombi trägt.


Der amtierende Weltmeister Zach Wajtknecht fand sich letztlich auf dem vierten Platz in der Ergebnisliste wieder. Fünfter wurde der auf den langen Bahnen bekannt starke Däne Kenneth Kruse Hansen.


Die weiteren Platzierungen der deutschen Fahrer sind die Ränge 7 für Lukas Fienhage, 17 und 18 für Timo Wachs beziehungsweise Keijo Busch sowie 20 für Daniel Spiller und 21 für Fabian Wachs, der als Reservist zum Einsatz kam.


Überschattet wurde das Rennen in Scheessel allerdings von zwei folgenschweren Stürzen, die für beide Piloten im Krankenhaus endeten. Als Erstes traf es den in diesem Jahr sehr erfolgreichen Engländer Andrew Appleton in Lauf 5, als er gleich nach dem Start unsanft von der Maschine musste und schließlich ins Krankenhaus abtransportiert werden musste, nachdem er in Lauf 1 noch als Sieger von der Bahn gefahren war.


Der zweite Sturz passierte dann in Lauf 12 und hatte eine Rennpause von zwei Stunden zur Folge. Daniel Spiller war der Leidtragende. Bei der Aufholjagd auf den Franzosen Anthony Chauffour verhedderte sich Spiller am Hinterrad des Franzosen, und die Maschine stieg spektakulär auf und flog im hohen Bogen über die Bande.

Nur gut, dass sich an dieser Stelle zu diesem Zeitpunkt keine Zuschauer aufhielten.


Spiller blieb regungslos liegen, nachdem er unter die Luftkissen gerutscht war. Bange Minuten vergingen, und es wurde immer ruhiger im Stadion; man rechnete schon mit dem Schlimmsten, denn auch die Polizei war mittlerweile auf der Bahn. Schließlich nach langer Zeit wurde Spiller mit dem Krankenwagen abtransportiert.


In Scheessel hatte man wieder einmal gesehen wie nahe Licht und Schatten im Motorsport beieinander liegen können.


 
 
 

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