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Liebmann geht fremd

Celina Liebmann wird am 27. Juni beim Lauf der Flattrack-WM in Teterow an den Start gehen. In ihrem neuen Blog – powered by Brandschutz Alztal – schildert sie in eigenen Worten, was dahintersteckt und wie sich Flattrack von Speedway unterscheidet.


Warum soll man nicht auch Mal etwas Überraschendes wagen? Der DMSB hat mich vor ein paar Wochen gefragt, ob ich die Wildcard für die Flattrack-WM am 27. Juni in Teterow nehme. Die Disziplin hat zwar nur wenig mit dem üblichen Speedway zu tun, das ich sonst fahre – aber man merkt, dass da seit ein paar Jahren etwas heranwächst, das immer größer wird. Und nicht zuletzt in meinem Heimatverein Inn-Isar-Racing habe ich einen direkten Draht zum Flattrack: Unser Klubmitglied Markus Jell, der im Winter auch Eisspeedway fährt, ist dort schon seit Jahren erfolgreich unterwegs, auch Tom Weidinger hat sich bereits im Flattrack versucht.


Und ich selbst hatte vor ein paar Jahren in Diedenbergen bei der WM bereits ein Mal die nationale Wildcard – und das lief seinerzeit gar nicht so schlecht. Deswegen habe ich nicht lange überlegen müssen, als die Verantwortlichen vom DMSB mit angerufen haben.


Wir waren zur Vorbereitung am Mittwoch im Training in Landshut. Da hat Markus Jell mir noch ein paar Tipps gegeben für die Abstimmung des Motorrads. Denn die Maschine unterscheidet sich doch ziemlich von einem Speedwaymotorrad. Das fängt schon damit an, dass man eine Bremse hat.


Aber die nutze ich ohnehin gar nicht.


Ich brauche im Speedway auch keine Bremse, da fehlt sie mir auch nicht. Deswegen weiß ich auch nicht, wo ich sie beim Flattrack benutzen sollte.


Ich wüsste nicht, wo ich beim Flattrack eine Bremse nutzen sollte. Als bremse ich auch nicht. – Celina Liebmann

Diese unterschiedlichen Fahrstile von reinen Flattrackexperten und Überläufern aus dem klassischen Bahnsport führen dazu, dass die Rennen noch Mal einen ganz besonderen Rhythmus bekommen: In den Kurven entfalten sich zwei unterschiedliche Fahrmuster, die dann die Rennverläufe mit prägen.


In Diedenbergen waren die reinen Flattracker am Kurveneingang schneller, weil sie mit mehr Gas reingestochen sind. Dann bremsten sie aber bis zur Kurvenmitte. Doch bis die am Scheitelpunkt die Bremse gelöst haben, da bin ich schon längst wieder auf Zug und kann satt und rund durchbeschleunigen. Das eröffnet mir die Möglichkeit, die Gegner auszubeschleunigen.


Das kann gerade am Wochenende in Teterow sehr interessant und auch wichtig werden. Denn Teterow ist für eine Flattrackveranstaltung außergewöhnlich kurz. Normaler Weise fährt man mindestens auf großen Speedwaybahnen wie etwa in Norden, wo es ja auch nationale Flattrackrennen gibt – oder gar auf ausgewachsenen Langbahnen. So findet etwa am Tag vorm Langbahn-Grand Prix in Scheeßel bei Bremen dieses Jahr bereits zum zweiten Mal ein WM-Lauf der Flattracker statt. Solche Bahnen sind das bevorzugte Jagdrevier für die seriennahen 450-Kubikmaschinen.


Celina Liebmann trainierte Mittwoch in Landshut mit Markus Jell auf dessen Flattrackmotorrad. Foto: Inn-Isar-Racing
Celina Liebmann trainierte Mittwoch in Landshut mit Markus Jell auf dessen Flattrackmotorrad. Foto: Inn-Isar-Racing

Teterow ist dagegen, da im Layout der Bahn in Vojens nachempfunden, auffällig kurz für diese junge Art von Bahnsport.


Und man weiß schon vom Speedway her: Überholen ist in Teterow immer schwierig. Das ist ist so eng, dass du in der Kurvenmitte knicken musst. Genau das wird mir leichter fallen als den Anderen, weil die kaum driften. Die fahren am Kurveneingang immer geradeaus, werden sich nicht innen halten können – und dann in der Kurvenmitte ein Problem bekommen.


So eine kurze Bahn, auf der die Technik beim Fahren gefragt ist, steht mir ganz gut.


Es gibt drei weitere große Unterschiede zu einem reinrassigen Bahnmotorrad: die Reifen, die Federung und das Getriebe. Durch die Federung ist die ganze Fuhre etwas schaukelig. Wenn du beim Flattrack driftest, dann eiert das Motorrad. Beim Speedway fährst du dagegen wie auf Schienen im Drift um die Ecken.


Die schwammige Kurvenlage kann man zwar zum Teil konterkarieren, indem man die Feder härter dreht. Aber dann hast du weniger Traktion, also nimmt man lieber die unruhigere Fahrweise in Kauf. Zumal ich mich an die Dämpfer nicht heranwage: Markus Jell hat beim Training in Landshut die Übersetzung geändert; wir haben auch ein paar unterschiedliche Kettenräder mit, um sie in Teterow noch weiter anpassen zu können, aber tiefer bin ich beim Training in Landshut noch nicht in die Technik seiner Maschine eingestiegen.


Das Anfahren beim Start ist ähnlich wie auf einer 125-Kubikbahnmaschine: Ich bin im zweiten Gang gestartet und habe dann in den dritten geschaltet, danach den Ganghebel nicht mehr betätigt. Wenn man im ersten Gang starten würde, dann würde das Hinterrad viel zu viel durchdrehen und das Motorrad viel zu arg heulen.


Die Reifen sind mit glattem Negativprofil ohne grobe Stollen ausgestattet. Sie wirken beinahe wie Slicks – oder genauer gesagt Intermediäres, wenn man einen Vergleich zum Autorennsport ziehen möchte. Es gibt anders als im Speedway kaum einen Strahl, weil die Maschinen kaum driften und ihre Hinterräder auch bei den Starts kaum durchdrehen.


Die Starts erfolgen anders als im Bahnsport in Zweierreihen, auf Zuteilung nach einem Schema im Programmheft – wie beim Bahnsport bei der unterschiedlichen Verteilung der vier Startplätze über die Vorläufe hinweg. Beim Start Leute vor mir zu haben, empfinde ich als sehr ungewohnt. Und es ist auch ein großer Nachteil, in der zweiten Startreihe zu stehen. Auch ohne Strahl.


In den Vorläufen fahren wir acht statt der im Speedway üblichen vier Runden. Und nicht allein deswegen sind die körperlichen Belastungen beim Flattrack völlig anders: Nach dem Training in Landshut etwa hatte ich plötzlich Muskelkater im rechten Oberschenkel, was ich vom Speedway her überhaupt nicht kenne. Und weil das Motorrad beim Fahren so schaukelt, geht es auch tierisch auf die Hände und die Handgelenke.


Ich habe schon in Diedenbergen und nun auch in Landshut beim Training gemerkt: Das Fahren auf einem Flattrackbike macht mir Spaß. Das ist etwas völlig Anderes als Speedway. Ich sehe es auch nicht als Alternative zum Speedway, denke nicht etwa darüber nach, künftig die Disziplin zu wechseln. Mein Herz hängt am Speedway, die reine Fahrweise dort taugt mir mehr. Aber jetzt am 27. Juni in Teterow wieder ins Flattrack reinzuschuppern – das macht echt Spaß, und ich freue mich auch schon richtig auf diesen Samstag in den Heidbergen.


Aber mindestens genauso sehr freue ich mich auf die nächsten Speedwayrennen.

 
 
 

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vor 24 Minuten

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• Date: Friday, June 19, 2026

• Start Time: 18:00 local time (CEST)

• Venue: Olympic Stadium, Wrocław, Poland

• Age Classification: Under-16 riders

• Bike Specification: 250cc engines

• Defending Champion Pathway: The field was finalized following the tense Semi-Final qualifiers held earlier this week in Pardubice

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• Franciszek Szczyrba (Poland) – Qualified strongly with a perfect 15-point maximum in…

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Gast
vor 12 Minuten
Antwort an

Good Luck

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