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Motorrad-wechsle-Dich

Warum Niclas Svensson sich nach zwei Heats für einen Maschinenwechsel entschied.


Der Kotflügel fliegt hoch, und Stefan Svensson bearbeitet den Stoßdämpfer in der Maschine seines Sohnes mit leichten Schlägen. Doch das gewünschte Resultat will sich nicht einstellen. Deswegen wechselt Niclas Svensson nach zwei Rennen das Motorrad: runter von jenem alten Bike seines Vaters, mit dem er den Abend begonnen hat – und rauf auf die Maschine, mit der er sonst immer fährt.


Denn die Anpassung des Fahrwerks auf die sich verändernden Eisbedingungen hat nicht funktioniert. „Als die Bahn rauer wurde, wollten wir die Zugstufe vom Dämpfer etwas langsamer machen“, erklärt er. „Aber wir waren schon am Anschlag, deswegen habe ich entschieden, das andere Bike zu nehmen.“


Die Zugstufe beschreibt die Bewegung der Kolbenstange, wenn der Dämpfer wieder ausfedert und sich streckt. Verlangsamt man diesen „Rebound“, kommt das Rad kontrollierter wieder zurück, das Motorrad springt nach dem Durchfahren einer Rille oder Eisfurche weniger nach.


Niclas Svensson überlegt zwischen zwei Heats, ob er weiter mit dem weißen oder doch besser mit dem schwarzen Motorrad fahren soll. Foto: Heike Kleene
Niclas Svensson überlegt zwischen zwei Heats, ob er weiter mit dem weißen oder doch besser mit dem schwarzen Motorrad fahren soll. Foto: Heike Kleene

Die zweite Maschine ist eine mit einem Rahmen von Tibo, die schon seit Vater gefahren hat. „Ich habe die dann an Jimmy Hörnell verkauft – und der hat sie gleich weiterverkauft“, berichtet Stefan Svensson. „Als ich das hörte, habe ich ihn sofort angerufen: ‚Warum hast Du das gemacht? Weißt Du noch, wer sie Dir abgekauft hat?’ Ich habe sie dann irgendwo im Süden Schwedens wieder aufgetrieben. Der neue Besitzer hatte nicht so recht Zeit, damit Rennen zu fahren. Also hat er sie mir wieder zurück verkauft.“


Dass Niclas mit dem zweiten Motorrad startet, liegt an dem Motorwechsel vom Vortag. Dort war ein Ring einer Ventilfeder zu mehr als der Hälfte abgebrochen und hatte den Ventilteller ramponiert. „Beim Austauschmotor“, gesteht Svensson jr., „war ich mir nicht sicher, ob der wirklich den ganzen Abend hält.“


Mit seinem ursprünglichen Motorrad, das auf einem Klabo-Rahmen aus Tschechien aufgebaut ist, fand Svensson sich für den Rest des Abends besser zurecht. „Das kenne ich besser, ich fühle mich wohler darauf. Und bei dem kann ich die Zugstufe auch etwas langsamer machen. Wir haben zwar versucht, beide Aufhängungen gleich zu bauen – aber das hat nicht funktioniert. Das muss irgendwie an der Hydraulik im Dämpfer liegen.“


Svensson muss sich über den Hoffnungslauf ins Finale vorkämpfen, wird dort aber nur Letzter. „Im Finale bin ich nach dem Start etwas von der Linie abgekommen und war Letzter. Dann habe ich etwas zu Hysterisches probiert, bin zu schnell in eine Kurve gefahren und konnte die Maschine fast nicht mehr halten.“


Nach dem Bäumchen-wechsle-Dich schlussfolgert er: „Ich werde morgen gleich mit dem ursprünglichen Motorrad fahren.“



 
 
 

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