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Piraten-Sender

Pfingsten steht zwar im Zeichen des Bergrings. Doch ein Teil der Speedwayfahrer hasten nachts von Teterow nach Ostfriesland – zu einem weiteren Klassiker.


Es geht ein Mal quer durch den Norden. Nach dem Auerhahnpokal am Samstagabend in Teterow machen sich eine ganze Reihe von Fahrern auf die Reise von Mecklenburg nach Ostfriesland – um dort an einem weiteren Klassiker des Bahnsports teilzunehmen: dem Störtebeker-Superpokal.


Im Motodrom Halbemond gab es in den Achtzigern und Neunzigern stets zwei Traditionstermine: Ostermontag und Pfingstsonntag. Nach dem Tode des langjährigen Vereinsvorsitzenden Franz Arens und einem Erbschaftsstreit um jenen Teil des Erbes, das einen Grundbucheintrag vom Stadion umfasst, zwischen den Töchtern Ulrike und Silke, fiel die gewaltige Schüssel in einen Dornröschenschlaf.


Doch Meik Lüders, ein ehemaliger Langbahn- und Speedwayfahrer aus Bremen, hat nie vergessen, dass er als kindlicher Fan von Egon Müller im September 1983 im Motodrom Halbemond mit großen Augen und offenem Mund vor der Box von Müller gestanden hat – und später auch mitjubelte, als der Kieler völlig überraschend vor den Toren der ostfriesischen Kleinstadt Weltmeister wurde. Mit seiner Frau Wiebke zog er auf eine Parzelle hinters Fahrerlager und revitalisierte das geschichtsträchtige Stadion.


Von den beiden Traditionstermin ist Pfingsten erhalten geblieben. Im vergangenen Jahr musste das offene Rennen, in dem sich vorwiegend junge Fahrer tummeln, wegen Regens abgesagt werden. Für diese Woche ist in Ostfriesland ein Wetterumschwung vorhergesagt: Die Eisheiligen und Maifröste sollen spätestens Dienstag frühsommerlichen Verhältnissen weichen – sodass dem Rennen an der Nordsee nix im Wege stehen sollte.


Auch dieses Jahr haben die Lüders’ ein junges, aber homogenes Starterfeld verpflichtet – mit dem zweifachen Sieger und Neu-Nationalfahrer Lars Skupień als deutsches Aushängeschild. Lokalmatador Ben Iken, der seine Werkstatt in einem Schuppen am hinteren Ende des Fahrerlagers hat, sowie Celina Liebmann als Rückkehrerin an die Nordsee ergänzen das deutsche Aufgebot.


Meik Lüders instruiert die Fahrer beim Störtebeker-Superpokal 2024. Foto: Heike Kleene
Meik Lüders instruiert die Fahrer beim Störtebeker-Superpokal 2024. Foto: Heike Kleene

Genau wie Liebmann, kommen auch Zoltán Lovas und der Australier Michael West, der für Stralsund in der Bundesliga fährt, direkt vom Auerhahnpokal in Teterow rüber nach Ostfriesland. Die Nachtfahrt, die dazu nötig ist, wird immerhin vermeiden, dass das Trio in die obligatorischen Staus am Autobahndreieck Norderelbe bei Hamburg und später auf der Weserstrombrücke bei Bremen trifft. Aber eine Strapaze wird die 499 Kilometer lange Anreise trotzdem.


Als Favoriten gegen Rasmus Pedersen, der bereits im Motodrom bei Instruktor Meik Lüders trainiert hat, und sein dänischer Landsmann Nicklas Aagaard ins Rennen im Weltmeisterstadion von 1983.


Das komplette Starterfeld beim Störtebeker-Superpokal am Pfingstsonntag 2026:


  • Ben Iken

  • Rasmus Pedersen

  • Lars Skupień

  • Celina Liebmann

  • Nicklas Aagaard

  • Jonathan Grahn

  • Michael West

  • Kuba Wojtynka

  • Zoltán Lovas

  • Kewin Nycz

  • Mika Meijer

  • Emil Millby


Neben dem reinen Fight um den Störtebeker-Superpokal steht auch ein weiterer Lokalmatador im Mittelpunkt des Interesses: Julius Ruschmeier, ein Eigengewächs der Talentschmiede und Perfektionstrainings von Lüders, gibt am Pfingstsonntag seine Premierenvorstellung in der Achtelliterklasse im Rahmenprogramm.

 
 
 

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