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Publikumsliebling im Krankenhaus

In Norden glänzt Mika Meijer noch mit höchstem Unterhaltungswert, nun fällt der Niederländer verletzungsbedingt aus.


Zu Pfingsten ist er noch einer der Publikumslieblinge – und eine knappe Woche später im Krankenhaus. Mika Meijer muss seinen Start bei der Challenge zur Grasbahn-EM in Bielefeld absagen, nachdem er tags zuvor bei einem Rennen in der Ersten Division in Dänemark einen üblen Sturz hingelegt hat.


In Bielefeld grassiert sogar die Meldung, der Schlacks aus Winschoten hätte sich einen Schlüsselbeinbruch zugezogen. Ganz so arg ist aber nicht gekommen. „Ich bin ausgangs der zweiten Kurve mit einem Dänen zusammengekommen und deswegen in die Bande gefahren“, schildert Meijer. „Mit vielen Schmerzen in Arm und Schulter bin ich in den Niederlanden in ein Krankenhaus gegangen. Bis jetzt haben sie zum Glück keine gebrochenen Knochen gefunden. Alles weist auf schwere Prellungen hin. Aber ich werde diese Woche noch mehr Untersuchungen machen lassen.“


Der 25-Jährige aus Winschoten hat sich dieses Jahr erstmals wieder vom Profidasein verabschiedet. Er hat eigentlich BWL und Marketing studiert, arbeitet nun aber als Industriemechaniker in Delfzijl, einer Kleinstadt auf der niederländischen Seite des Dollart, wo ein großer Chemiepark direkt an der Mündung der Ems in die Nordsee steht. Meijer ist einer der wenigen Niederländer, der sich auf Speedway konzentriert – wie einst Henny Kroeze.


Jetzt heißt es erstmal: Ruhe – und hoffentlich schnell schmerzfrei. – Mika Meijer

Der ist heute als Motorradstuntman in der riesigen Holztrommel „Wall of Death“ auf Jahrmärkten unterwegs, war aber 1983 beim geschichtsträchtigen WM-Finale im Motodrom Halbemond bei Norden Reservist. In jenem Stadion also, in dem Mika Meijer am Pfingstsonntag einer der Hauptdarsteller und Aktivposten war. So spektakulär fuhr er, dass nach dem Finale sogar Zuschauer zu ihm ins Fahrerlager kamen, die ihn vorher nicht kannten – sich nun aber bei ihm für die gebotene Show bedankten.


Mika Meijer arbeitet in Halbemond an seiner Kupplung. Foto: Heike Kleene
Mika Meijer arbeitet in Halbemond an seiner Kupplung. Foto: Heike Kleene

Dabei grämte sich Meijer in Norden sogar: „Ich habe den ganzen Nachmittag über jeden Start hingekriegt – nur als es drauf angekommen wäre nicht. Im Finale habe ich einfach zu langsam reagiert.“


Deswegen wird er im Sechserfinale um den Störtebeker-Superpokal nur Fünfter.


Bis inklusive 2025 hat Meijer sich noch als Profi im Speedway verdingt und ist quasi nebenbei Langbahn gefahren. „Aber es nicht einfach als Speedwayfahrer in den Niederlanden“, seufzt er. „Langbahn und Grasbahn sind da populärer.“ Das ist historisch gewachsen, seit die Gebrüder Anne und Steven van der Helm in der ersten der Hälfte der Neunziger zu international geachteten Rivalen etwa von Simon Wigg, Kelvin Tatum und den ganzen Deutschen auf Gras- und Langbahnen wurden. „Mir liegt Speedway aber mehr, weil man da dynamischer und technischer fahren muss und mehr mit der Maschine arbeiten kann, etwa beim Driften“, sagt Meijer. „Ich bin zuletzt in Polen, Schweden und Dänemark sowie bei offenen Rennen in Deutschland fahren. Aber das ist mit einem kleinen Team sehr aufwändig: Man fährt unter der Woche in Schweden, kommt nach einer langen Fahrt nach Hause, muss die Motorräder waschen und vorbereiten – und dann direkt wieder hoch nach Dänemark, von da weiter nach Deutschland oder Polen, dann nach Schweden und so weiter.“


Deswegen hätte er sein Programm dieses Jahr auf Dänemark und Deutschland reduziert – und bleibt auch weiterhin quasi nebenbei im Team der Niederländer für die Langbahn-WM. „Aber jetzt heißt es erstmal: Ruhe – und hoffentlich schnell schmerzfrei.“

 
 
 

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