„Respekt vor jedem, der da fährt“
- Keijo Busch
- vor 7 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Kolumnist Keijo Busch zeigt sich in seinem neuen Blog beeindruckt, aber auch abgeschreckt von der Herausforderung des Bergrings in Teterow.
Tja, der Bergring. Ich habe Respekt vor der Bahn – und auch vor jedem, der da fährt. Wenn ich mit Stephan Katt spreche – oder auch mit anderen Langbahnfahrern, die da antreten, dann merke ich jedes Mal wieder: Die sind alle Feuer und Flamme.
Mir persönlich ist das inzwischen zu gefährlich. Das Risiko ist mir zu hoch. In meinen Augen ist das auch eher was für Motocross als etwas, das mit reinrassigem Bahnsport zu tun hat. Man fährt links- und rechtsrum; man springt; man braucht ein anderes Motorrad oder muss es zumindest drastisch modifizieren: mit einer anderen Gabel und hinten höher legen.
Man kann sich auch nicht superdoll auf das Rennen vorbereiten – höchstens mit ein bisschen Motocrossfahren. Aber das ist im Ernstfall eines Rennens dann doch noch Mal ein anderer Schnack, wenn man eine Bremse hat – oder auf einer Bahnmaschine eben auf ein Mal keine mehr.
Es ist doch was Anderes, ob man eine Bremse hat – oder auf einer Bahnmaschine eben keine mehr. – Keijo Busch
Schon früher, in meiner ersten Zeit als aktiver Fahrer, haben wir uns oft über eine Eigenheit des Rennens aufgeregt: Viele Leute aus der B-Lizenz hatten auf ein Mal NBM-Punkte und haben sich für die Endläufe qualifiziert, weil sie auf dem Bergring gut waren – und obwohl sie sonst kaum gefahren sind.
Einen richtigen Reiz, da zu fahren, verspüre ich nicht. Höchstens in der Crossklasse. Das hatte ich auch früher schon mal vor, musste es aber absagen, weil es zeitlich nicht passte.

Das heißt aber nicht, dass ich die Faszination des Rennens nicht nachvollziehen könnte oder schätzen würde. Es gibt auch Autorennfahrer, die niemals auf der Nordschleife des Nürburgrings fahren würden, weil es einfach nichts für sie ist. Karl Wendlinger ist da sicher das prominenteste Beispiel. Der Österreicher hat für sich entschieden, die Nordschleife sei ihm zu gefährlich – aber dennoch verfolgt er das 24-Stundenrennen mit Interesse und Begeisterung, keinesfalls mit Gleichgültigkeit und schon gar nicht mit Ablehnung.
Mir geht’s mit dem Bergring ganz ähnlich: Ich werde das Spektakel sicher so gut es geht verfolgen, nicht zuletzt im direkten Kontakt mit meinen Verwandten Stephan und Martin Katt, die ja beide am Pfingstsonntag den Start gehen werden. Dem Reiz solcher Mythen kann man sich nicht entziehen, wenn man die richtigen Antennen für den Motorsport hat – sei es nun die Nordschleife oder der Bergring.
Mein nächstes Rennen ist in Stadskanaal in Holland am Pfingstmontag. Aber ich habe Respekt vor jedem, der auf dem Bergring fährt. Jede Menge sogar.



Jedem das seine und Keijo das meiste