Risse und Rätsel
- Norbert Ockenga
- vor 5 Minuten
- 2 Min. Lesezeit
Timo Wachs kämpft heute in Bielefeld als einer von drei Deutschen um den Einzug ins Grasbahn-EM-Finale. Aber warum hat er eigentlich zuvor in Roden den Langbahnjunioren-WM-Titel nicht erfolgreich verteidigt?
Zwei Mal derselbe Schaden, aber dennoch nur einen Laufpunkt verloren – das muss man auch erst Mal schaffen. Bei der Titelverteidigung des U23-Langbahnweltmeisters riss Timo Wachs in Roden gleich zwei Mal das Gummi vom Ansaugstutzen. Aber dennoch hielt sich der Schaden in Grenzen: Nur ein Mal traten Riss und Leistungsverlust so früh im Heat auf, dass Patrick Kruse aus Dänemark dem Emsländer noch einen Punkt streitig machen konnte.
Kruse entriss Wachs so noch den Sieg in Lauf 11 – und stellte das direkte Duell damit quasi wieder auf Unentschieden, denn in Heat 4 hatte Wachs seinerseits den favorisierten Dänen und auch den Briten Max Perry geschlagen.

Es sollte Wachs’ einziger Laufsieg des Tages bleiben. Doch die Bilanz täuscht: Der zurückhaltende Schweiger aus Werlte war bei allen Läufen voll bei der Musik. Der zweite Riss der Ansaugstutzenmanschette kam so spät, dass er punkteunschädlich ausfiel: Wachs blieb Zweiter.
Mit der Bilanz schaffte er es sicher ins Finale, war punktgleich mit Jake Mulford um zwei Zähler hinter Tino Bouin Zweiter. Doch im Finale ging sein Motorrad ohne Vorwarnung aus.
Auch im Nachgang ließ sich keine Ursache lokalisieren: Die Kompression war noch da. Und als man die Maschine in Herxheim beim Training wieder starten wollte, funktionierte sie klaglos.
Der rätselhafte Ausfall im Finale von Roden spülte Wachs auf WM-Rang 5 nach hinten. Mulford schnappte Bouin mit dem Sieg im Endlauf den schon sicher scheinenden WM-Titel noch weg.



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