Schach um Målilla?
In der Eisspeedwayszene macht sich ein Verdacht breit.
Das Erstaunen ist immer noch groß. Ende Januar soll in Målilla die Qualifikation für die Eisspeedway-WM 2027 stattfinden. Dabei soll sich entscheiden, wer neben den besten Fünf des Vorjahres bei den Grands Prix in Inzell und im Thialf zu Heerenveen die restlichen Startplätze einnimmt.
Fix qualifiziert ist das Quintett aus Niclas Svensson, Max Koivula, Luca Bauer, Heikki Huusko und Martin Haarahiltunen. Der Rest muss durch die Mühlen der Qualifikation, darunter auch der WM-Sechste Max Niedermaier aus Oberbayern.
Aber in Målilla? Dort liegt die Durchschnittstemperatur im Januar bei knapp unterm Gefrierpunkt, ermittelt aber noch unter Hinzuziehung von Werten vor Beginn des rapiden Klimawandels. Die für schwedische Verhältnisse recht weit südliche Lage von Målilla lässt schon seit Bekanntwerden des Kalenders Zweifel daran aufkommen, ob die Arena von Dackarna Målilla ähnlich gut unter Wasser gesetzt und dann zu einer Eisbahn überfroren werden kann wie jene von Masarna Avesta – wo seit einigen Wintern erfolgreich ein Paar-Cup im Sommerspeedwaystadion über die Bühne geht.
Inzwischen wabert ein Verdacht durch die Eisspeedwayszene: Ist Målilla womöglich nur eine Alibiveranstaltung? Nach dem Motto: „Schön, wenn’s klappt – aber macht auch nix, wenn’s fehlschlägt.“ Dann, so unken Zweifler an der Machbarkeit der WM-Qualifikation, könnte der Weltverband argumentieren, man hätte es ja versucht – und hätte Målilla, gerade seines Sommer-Grands Prix beraubt, ein Rennen angeboten. Dass das leider nicht stattfinden konnte, sei dann ein klassischer Fall von „nützt ja nix.“

Der Verband, so hört man weiter, könnte dann das Feld von Inzell und Heerenveen nach eigenem Ermessen mit eingeladenen Fahrern auffüllen und so für einen ausgeglichenes Teilnehmerreigen sorgen.
Denn eigentlich wäre es sinnvoll gewesen, die WM-Quali in winterwettersichere Eisspeedwaystädtchen wie Östersund, Örnsköldsvik oder Strömsund zu vergeben. Doch in Ö’vik findet schon die Team-WM statt, Öster- wie auch Strömsund würden bestenfalls 200 bis 500 Zuschauer anlocken. Damit kann ein Veranstalter einen WM-Lauf, bei dem FIM-Gebühren und Preisgelder für die Fahrer anfallen, nicht refinanzieren.
Målilla wird daher als Versuch gewertet, die Erfolgsstory von Avesta nachzustellen, wo in einer Speedwayhochburg zuletzt 5.000 Fans zum Eispaarcup kamen – und dabei das Risiko zwar einzugehen, aber gleichzeitig einen Plan B in der Hinterhand zu haben, der sehr wahrscheinlich nötig sein werde.



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