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Romano Hummel begeht Selbstmord

vor 14 Minuten
3 Min. Lesezeit

Der Freitod vom Europameister ist nicht der einzige Trauerfall in der niederländischen Grasbahnszene.


Es ist dieser eine Satz, der nun für immer im Gedächtnis bleiben wird. „Hoogkerk is mijn dorp, en Roden is mijn baan.” So zitierte der Bahnsprecher beim Langbahn-WM-Finale 2025 in Roden Romano Hummel, nachdem der bei seinem ersten Lauf als Gastfahrer die Konkurrenz aus der WM in Grund und Boden gefahren hatte.


Natürlich imaginär. Der Bahnsprecher schwärmte davon, dass Hummel mit seinem dominanten Auftritt genau diesen Anspruch geltend gemacht hätte: Hoogkerk sei seine Heimat, Roden seine Heimbahn.


Jetzt ist Romano Hummel tot. Im Alter von 27 Jahren hat der amtierende Grasbahneuropameister aus einem Vorort von Groningen sich am gestrigen Dienstag das Leben genommen. Darüber informierte der niederländische Verband KNMV seine Lizenznehmer in einem Rundschreiben noch am Tag der Tragödie, mit der Hummel seine Lebensgefährtin und zwei gemeinsame kleine Kinder zurücklässt.


In den Niederlanden zeigt man sich geschockt, selbst echte Insider hatten die Dämonen, die Hummel geplagt haben müssen, nicht erkannt. Hummel sei mit seinem Onkel Willem und seinem Tuner Jan Bergsma nicht nur noch bei der Langbahn-WM in Scheeßel auf der Tribüne bester Laune gewesen – sondern hätte auch beim Seitenwagenrennen „Dutch Open“ im Speed Centre Roden noch im Fahrerlager gescherzt. Hummel war auch Vereinsmitglied im Klub Stichting Motorsport Roden.


Die Probleme müssen, so sind sich niederländische Szenekenner sicher, immer noch mit dem schweren Unfall beim Langbahnrennen im Herbst 2024 zusammenhängen. Dort war Hummel gestürzt. Der Franzose Jordan Dubernard hatte nicht mehr ausweichen können und war ihm über Hals und Zopf gefahren. Hummel musste danach auf die Intensivstation, sich Hirnscans unterziehen lassen, die aber ohne Befund geblieben seien.


Romano Hummel beobachtet bei der Langbahn-WM 2025 in Roden die Arbeit seines Teams. Foto: Heike Kleene
Romano Hummel beobachtet bei der Langbahn-WM 2025 in Roden die Arbeit seines Teams. Foto: Heike Kleene

Im Winter nach dem Sturz trat er zuerst zurück, schwang sich dann aber doch wieder in den Sattel und wurde deswegen mit der Veranstalterwildcard für sein Heimrennen in Roden aufgestellt. Im Jahr 2026 war er als Fixstarter in der Langbahn-WM dabei, musste aber wegen gesundheitlicher Probleme den Auftakt in Scheeßel absagen. Genaue Gründe dafür waren von ihm nicht zu erfahren, aus seinem Umfeld hörte man nur von Erschöpfungssymptonen und einer ermatteten Abgeschlagenheit, die er ärztlich behandeln ließe.


Nach dem Gewinn der Grasbahn-EM in Aduard erklärte er erneut seinen Rücktritt, gewann dann noch mit den Niederlanden die Langbahn-Team-WM in Roden und wollte sich nach eigenen Worten seinem neuen Leben widmen.


Auffällig dabei: Eigentlich war Hummel ein typischer Vertreter niederländischer Bahnsportler, professionell und ehrgeizig auf der Bahn, doch stets kommunikativ – offen, freundlich und humorvoll – daneben, immer auch zwischen den Rennen erreichbar. Dass er bereits vor Scheeßel plötzlich keine Anfragen mehr beantwortete, mutete damals wunderlich an – im Lichte des Geschehenen wirkt es nun wie ein Alarmsignal.


Sechs Tage vor dem Freitod von Hummel war bereits sein Landsmann Ab de Groot im Alter von 90 Jahren verstorben. Der gebürtige Amsterdamer war 1962 nach Blijham gezogen, hatte den dortigen Grasbahnverein mitbegründet, sich mit dem Motorrad-, Moped- und Fahrradlagen Ab de Groot Tweewielers im Hoofdweg selbständig und sich mit seiner unnachahmlichen Fahrweise einen Namen als einer der besten niederländischen Grasbahnfahrer gemacht. Wegen seiner gelben Kombi und seiner gebückten Haltung mit Rundrücken nannte man Ab de Groot stets „die fliegende Banane“.


2009 war er mit seiner Frau Bea nach Kanada ausgewandert, am 15. Oktober ist er mit 90 verstorben.


 
 
 

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Gast
vor einer Minute

😭 RIP Romano

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