Starts Marke Tote Ente
Elyas Dirksen ist beim Jugend-Europapokal zwar schnell, verliert aber schon bei den Starts entscheidende Meter – und rätselt über die Ursachen.
Elyas Dirksen musste sich selbst wundern. Und fühlte sich an die Worte seines Trainers Sönke Petersen erinnert. Denn der Oldenburger charakterisiert die Starts, wie sie Dirksen am Samstag beim Jugend-Europapokal für 125-Kubikzentimetermaschinen nur gelungen sind, gern mit den Worten „tote Ente“.
Dirksen merkte schon nach dem ersten Heat in Pardubitz, dass die Starts zu wünschen übrig lassen. „Da lag er in der ersten Kurve schon 30 Meter hinten“, staunte auch Dirk Dirksen, sein Großvater und Mechaniker.
Zwar wühlte der Emder, der seine erste internationale Saison auf den Achtellitermaschinen fährt, an George Climo aus England und Walters Buss aus Litauen vorbei auf Rang 2. Selbst an den führenden Polen Marcel Zwierzyński kam er noch ran – hatte aber keine Chance, den Osteuropäer noch von der Spitze zu verdrängen.
Zwierzyński und sein Landsmann Bartosz Bartkowiak sollten danach an der Elbe die Hauptrolle im Europapokal spielen. In Lauf 7, jeweils ihrem zweiten Einsatz, rang Bartkowiak seinen Landsmann nieder. Davor und danach blieben beide unbesiegt, sodass Bartkowiak den Titel vor Zwierzyński holte.
Die beiden Polen zeigten auch, genau wie Hugo Polaks aus Lettland, Dominik Suchánek aus dem Gastgeberland und Sawin Turowski aus Polen, dass auf internationalem Parkett deutlich härter eingestiegen wird als in Deutschland. Das musste auch Dirksen erkennen. Dem Emder missrieten auch sein zweiter Start, dieses Mal konnte er sich gegen die Osteuropäer nicht nach vorn arbeiten.

In seinem dritten Lauf war er zunächst hinter Landsmann Maximilian Liewald vom AC Landshut Zweiter, doch der Bayer stürzte nach zwei Runden – und wurde zum Wiederholungslauf nicht mehr zugelassen. Im Dreikampf gegen den mit deutscher Lizenz fahrenden Niederländer Rick van der Steen und Mit Kubal gelang Dirksen dann sein einziger guter Start des Tages, er gewann das Triell mit klarem Vorsprung.
In seinem vierten Anlauf war er nach dem Start wieder Letzter, konnte aber Ravi Nijenhuis noch überholen und sich einen Punkt sichern. Auch im letzten Auftritt dasselbe Bild, dieses Mal scheuchte er Suchánek und den späteren Sieger Bartkowiak vor sich hier, ohne die allerdings gefährden zu können. Denn wenn Dirksen es außen rum probierte, schoben die beiden ihn raus und machten außen die Räume eng.
Zudem hatte die Bahn ab Mitte des Rennens nachgelassen, wegen des Goldhelmwochenendes kurz zuvor. Die Maschinen hakten deswegen ziemlich ein und stellten sich nach Einleiten des Drift oft wieder auf. Und die lange und schnelle Bahn von Pardubitz ist für die kleinen 125-Kubikmaschinen, die an der Elbe besonders lang übersetzt werden mussten, ohnehin nicht das ideale Geläuf: Wegen der zu wählenden hinteren Kettenräder brechen die Drehzahlen nach dem Kurveineingang ziemlich ein, zum dynamischen Rausbeschleunigen fehlt dann unten rum der Qualm an der Kette.
So bleibt für Dirksen zwar der Trostpreis, als Achter bester Vertreter der vier Fahrer mit deutscher Lizenz geworden zu sein. Aber auch das Wissen, mindestens drei bis vier Punkte liegengelassen zu haben. Und das Rätselraten darüber, warum ausgerechnet beim EM-Lauf in Pardubitz die Starts nicht hingehauen haben.



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