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Schnick, schnack, schnuck

Nach einem Horrorcrash von Dan Bewley entsteht eine kuriose Rochade um seinen Ersatz in Prag.


Der Beste ist nicht dabei. Dan Bewley hat sich ausgerechnet an seinem 26. Geburtstag bei einem Unfall in der Dänischen Liga ein Bein gebrochen und eine schwere Wirbelstauchung zugezogen – sodass der Engländer den Grand Prix von Tschechien am Samstagabend schon abgesagt hat, auch seine Teilnahme an den beiden Heimrennen in Manchester wackelt.


Bewley war nach einem Defekt an seiner Maschine beim Rennen zwischen Outrup und Slangerup in der ersten Kurve volle Lotte geradeaus gefahren. Er rauschte frontal durch den Luftfangzaun hindurch und knallte mit Wucht in die Bande. Die wurde beim Einschlag dermaßen zertrümmert, dass sie für den Rest des Abends nicht mehr zu reparieren war.


Die Begegnung wurde abgebrochen, Bewley ins Krankenhaus gebracht – von wo aus er sich am nächsten Morgen für den Grand Prix in der Goldenen Stadt abmeldete. Dabei hatte der Rotschopf aufgrund seiner gewaltigen Leistung in Landshut – entweder dominanter Sieger vom Start weg oder bester Überholer aller WM-Fahrer – für Prag als Sieganwärter Nummer 1 gegolten.


Nach einem EM-Einsatz wäscht Dan Bewley mit seinem damaligen Mechaniker seine Maschine im Garten von Jörg Grohmann in Güstrow. Foto: Paul Grohmann
Nach einem EM-Einsatz wäscht Dan Bewley mit seinem damaligen Mechaniker seine Maschine im Garten von Jörg Grohmann in Güstrow. Foto: Paul Grohmann

Anstelle von Bewley rückt nun Jan Kvěch nach. Der Tscheche ist auf der Nachrückerliste all’ jener Fahrer, die als Reservisten für Versehrtenfälle paratstehen müssen, inzwischen an erster Stelle: Der seinerseits gerade erst wiedergenesene Anders Thomsen war zuvor bereits für den am Sonntag in Polen verunglückten Freddie Lindgren nachnominiert worden.


Kvěch hatte zwar eigentlich eh’ die Wildcard fürs Marketa-Stadion bekommen, sodass kurz die Hoffnung bestand, Kai Huckenbeck könne als nächster der Nachrückerliste in die WM zurückkehren. Doch die FIM-Regelhüter fanden Artikel 3.4 in den WM-Regeln – so ‘ne Art Schnick-Schnack-Schnuckparagraf. Der besagt: „Muss sich ein Permanentstarter zurückziehen, erhält ein Fahrer von der Nachrückerliste Priorität über eine eventuelle Nominierung als Wildcard oder Bahnreserve.“


Soll heißen: Nachrückerplatz schlägt Gaststarterplatz. Deswegen wird Kvěch vom Nachrücker zum Gaststarter – und der bisherige erste Reservist Adam Bubba Bednář rückt als neuer Wildcardler ins Hauptfeld seines Heimrennens auf.


Huckenbeck, der am Sonntag beim Pfingstpokal in Güstrow einen seiner seltenen Deutschladauftritte absolvieren wird, ist ab sofort erster Nachrücker, falls sich noch ein weiterer Grand Prix-Stammfahrer verletzt.


 
 
 

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