top of page

„Sehe aus wie misshandelt“

In seinem neuen Blog staunt Keijo Busch, wie sehr das erste Rennen seit 13 Jahren seinem Oberkörper zugesetzt hat.


Die Bilanz sieht nicht allzu prickelnd aus: vier Punkte, der vorletzte Platz – so weist es die reine Statistik vom Langbahnrennen in Plattling am vergangenen Sonntag aus. Aber das reine Ergebnis spiegelt nicht das tatsächliche Leistungsvermögen wieder – und vielleicht ist es im Rückblick sogar besser so, als wenn es in meinem ersten Rennen nach der langen Pause gleich zu gut gelaufen wäre.


Dann wären wir nächste Woche womöglich mit zu hohen Erwartungen nach Lübbenau gefahren – und dann vielleicht um so enttäuschter gewesen, wenn es denn da nicht so gelaufen wäre. So aber wissen wir genau, an welchen Stellschrauben wir am Freitag – dem 1. Mai – in Lübbenau drehen müssen, um die nächsten Fortschritte zu erzielen.


Keijo Busch vor Jörg Tebbe und Dominik Werkstetter auf dem Weg zu zwei Punkten. Fotos: Team Busch
Keijo Busch vor Jörg Tebbe und Dominik Werkstetter auf dem Weg zu zwei Punkten. Fotos: Team Busch

Ich bin gemeinsam mit Stephan Katt schon etwas früher nach Bayern gefahren. Wir haben in Mühldorf ein paar Sachen für ihn erledigt und ein paar Bekannte versucht, darunter auch seine langjährige Sponsorin Moni Mollner.


Am Sonntagmorgen stand in Plattling zwei Mal Freies Training an. Man muss dort relativ doll an die Planke fahren. Es wäre zwar übertrieben darüber von „Angst“ reden – aber Respekt trifft es sehr gut. Am Anfang habe ich mich damit ziemlich schwergetan.


Bei den zwei Mal zwei Runden Startbandtraining lief es schon deutlich besser. Allerdings hatte ich danach das Gefühl, dass der einen Moor anfängt zu klackern. Wir sind trotzdem noch einen Lauf damit gefahren, doch dann wurde das Klötern immer doller.


Die Einschläge vom Plattlinger Strahl haben Spuren bei Keijo Busch hinterlassen.
Die Einschläge vom Plattlinger Strahl haben Spuren bei Keijo Busch hinterlassen.

Daraufhin bauten wir den Motor um, nahmen aber zunächst das andere Motorrad. Mit dem verpokerten wir uns ein bisschen mit der Zündung und der Abstimmung. Trotzdem holte ich im zweiten Lauf gleich zwei Punkte. Im dritten Lauf hatte ich einen Aufsteiger; es war generell superschwer zu überholen. Aber ich konnte dennoch einen Punkt ergattern – gegen Lukas Fienhage.


Im vierten Lauf kam ich von ganz außen. Das ist der schlechteste Startplatz: Man steht gegenüber dem inneren Startplatz in der Kurve um mindestens einen Meter zurück. Ich fuhr auf der dritten Position. Dann hat das Motorrad ganz plötzlich versagt. Wir denken, dass die Ursache im Vergaser liegt: wir sind den normalen alten Blixt-Vergaser gefahren. Das Motorrad ging jedenfalls beinahe aus, ich bin fast gestürzt; dann ging es schlagartig wieder. Ich habe noch zwei Mal versucht, Stephan zu attackieren.


Aber ohne Erfolg. Erstens ist Stephan sehr gut gefahren. Und zweitens hat der Strahl an diesem Nachmittag superdoll gebremst. Mein Oberkörper sah aus wie misshandelt – von den ganzen Einschlägen der Brocken, die die Vorausfahrenden aus der Bahn aufgewirbelt haben.

 
 
 

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page