Shanes dominiert Regentag
- Norbert Ockenga
- vor 4 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Die Grasbahn-EM-Challenge in Bielefeld stand im Zeichen jener Unwetter, die in Mitteldeutschland den Frühsommer vertrieben haben.
Es gab nur dieses eine Zeitfenster. Ganze zweieinhalb Stunden, vorhersagte der Wetterbericht, sollte es am Sonntagvormittag trocken bleiben – nachdem es schon am Morgen in Bielefeld ordentlich geregnet hatte.
Eingedenk der Regen- und Gewittergefahr trafen die Funktionäre eine für einen Prädikatslauf höchst ungewöhnliche und seltene, wenn gar noch nie dagewesene Entscheidung: Die Rahmenrennen wurden zunächst komplett zurückgestellt, um in dem kleinen Zeitraum die Qualifikationsläufe der Challenge zum Finale der Grasbahn-EM durchzukriegen.
Das hätte auch fast geklappt: Nur fürs A-Finale hat die Zeitspanne nicht mehr ausgereicht. Der Niederschlag, der zwischendurch immer Mal wieder aufgefrischt, aber auch wieder abgezogen war, regnete sich ausgerechnet vorm entscheidenden Heat richtig ein.
Damit musste ein besonderer Regelpassus greifen: Kann das A-Finale nicht gefahren werden, so werden auch die B- und C-Finals nicht gewertet – und es gilt als Endresultat der Stand nach Heat 12.

Ein Deutscher profitierte davon am meisten: Daniel Spiller. Der nämlich wäre anhand des Ergebnisses vom C-Finale hinter den knirpshaft wirkenden Franzosen Noah Urda zurück- und damit aus der Qualifikation für Aduard rausgefallen. Doch im Nettoergebnis nach Lauf 12 liegt Spiller auf Rang 11 – dem letzten Fixplatz für das EM-Finale in der Nähe von Groningen.
James Shanes aus England hat bei seiner internationalen Rückkehr nach einer knapp vierjährigen Verletzungspause gezeigt, dass der zweifache Grasbahneuropameister immer noch ein Spitzenkandidat für den Titel ist: Shanes, der in Eenrum schwer gestürzt war, während seiner Pause geheiratet hat und Vater geworden ist, gewann fast jeden Start auf der wegen der Nässe schwierigen Bahn. Nur ein Mal nicht – und da kämpfte er sich an Landsmann Paul Cooper vorbei, sodass Shanes auf dem Leineweberring mit Maximum vor Jacob Bukhave, Andrew Appleton und Paul Cooper gewann.
In Stephan Katt, Timo Wachs und Daniel Spiller qualifizierten sich auch drei Deutsche für Aduard. Jörg Tebbe hatte im C-Finale eine Wandberührung, was aber wegen des Abbruchs vorm A-Finale Makulatur war. Der Emsländer schrammte hinter Spiller nur um einen Zähler am Einzug in den EM-Endlauf vorbei.



Kommentare