So langsam wird's gefühlig
- Norbert Ockenga
- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Kommt Heikki Huusko doch noch rechtzeitig in Tritt? Und warum dauert das überhaupt so lange dieses Jahr?
Der lange Arm der Regeländerungen reicht bis ins Eisspeedway hinein. Heikki Huusko, eine der überraschendsten Erscheinungen der vergangenen beiden Jahre, ist bei den ersten Rennen der neuen Saison hinter den Erwartungen zurückgeblieben.
Was ihn selbst am meisten wurmt, wie er mehrfach auch in unseren Podcasts eingeräumt hat.
Bei der Nordischen Meisterschaft in Örnsköldsvik scheint der Knoten geplatzt zu sein. Sowohl in Sachen Resultat – Huusko wird punktgleich mit Landsmann Max Koivula Dritter – als auch beim reinen Auftritt auf der Bahn und im Sattel. Der Blondschopf aus Jyväskylä scheint in der Saison angekommen zu sein – gerade noch rechtzeitig vor der EM und den WM-Grands Prix.
Ich tat mich schwer mit der Balance zwischen der Arbeit am neuen Auto und fürs Eisrennen. – Heikki Huusko
Am Tag nach der Nordischen Meisterschaft stieg Huusko in die Analyse seines zähen Saisonstarts ein. „Ich war in der Saison ziemlich eingespannt mit der Arbeit. Ich tat mich schwer damit, die richtige Balance zu finden zwischen der vielen Arbeit dem Design vom neuen Auto und für den Eisrennsport.“
Der Hintergrund: Huusko ist einer der Fahrwerksingenieure beim Toyota-Werksteam für die Rallye-WM. Aber nicht in vorderster Front, vor Ort bei den WM-Läufen – sondern in der Entwicklungsabteilung in Finnland. Dort wird gerade zweigleisig gefahren. Denn nach einem ziemlichen Hin und Her hat der Automobilweltverband FIA neue Technikregeln für die Erste Liga der Rallye-WM verabschiedet, die ab 2027 greifen werden. Das neue Modell wird hinter den Kulissen gerade mit Volldampf vorbereitet.

Ohne schweres Hybridsystem, mit anderer Aerodynamik und einigen neuen Teilen werden auch die Aufhängungen vor deutlich neue Herausforderungen gestellt als bei der noch aktuellen „Rally1“-Generation. Während die neuen Boliden auf Kiel gelegt werden müssen, muss man parallel aber auch noch am Feintuning und an Verbesserungen der aktuellen Modelle arbeiten. Mit denen kämpft Toyota nach einem Sieg von Oliver Solberg bei der Monte und von Elfyn Evans in Schweden erneut um den Weltmeistertitel. Gerade Entwicklungsingenieure, die auf einer Ebene wie Huusko arbeiten, sind damit doppelt eingespannt.
Deswegen seufzt der Finne auch: „Solange Eisspeedway nur ein Hobby ist, muss man diesen Kompromiss irgendwie in Kauf nehmen.“
Er seinen Rennstall, der noch jung ist, inzwischen auf zwei Tibo-Chassis aufgerüstet. Und seit Örnsköldsvik am Sonnabend hinterlässt er auch den Eindruck, dass er auf Augenhöhe mit Koivula fährt – und den bisher dominanten Niclas Svensson, den Nordischen Meister, herausfordern könne. „Sonderlich Dramatisches haben wir nicht anders gemacht“, rekapituliert Huusko am Tag nach dem Rennen. „Ich habe nur einige Runden mehr abgespult. Das Gefühl auf der Maschine wird immer besser. Der Auftakt in die Saison war ziemlich hart, weil ich quasi kalt, ohne vorheriges Training, direkt in die ersten Rennen eingestiegen bin.“



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