top of page

„So wie es früher alles begonnen hat“

Keijo Busch berichtet in seinem neuen Blog in eigenen Worten über die Offene Tschechische Langbahnmeisterschaft in Marienbad – und über einen kuriosen Sturz nach der Zieldurchfahrt.


Marienbad ist immer schon eine besondere Bahn gewesen. Nicht nur wegen der Piste selbst – sondern auch wegen des ganz besonderen Flairs, das diesen tschechischen Kurort mit seinen historischen Gemäuern und seinem liebevollen Ambiente umgibt.


Dieses Jahr hat sich das ganze Wochenende beinahe angefühlt wie eine Zeitreise in die goldene Ära des Langbahnsports.


Wir sind freitags mit meinem Vater ganz entspannt hingefahren – nur mit einem kleinen Team, so wie es früher Mal begonnen hat. Abends sind wir noch mit Marvyn Katt und der Familie Essen gewesen.


Am Renntag wurde einem dann schnell der ganz besondere Charakter der Sandbahn klar: Sie ist vor allem super, super schnell, als ich das erste Mal die Gerade runtergekommen bin. Und dann wirklich kompromisslos mit Vollgas in die Kurve reinzufahren – das ist für den Kopf ziemlich anstrengend.


Im ersten Lauf war ich hinter Jörg Tebbe und im zweiten hinter Andrew Appleton jeweils Zweiter. Appleton hat das Rennen letztlich gewonnen, Tebbe ist Dritter geworden. Vor dem Hintergrund dieser beiden Endergebnisse kann man schon einordnen: Marienbad war bislang das beste Rennen seit meiner Rückkehr.


Immer mit Vollgas in die Kurve reinzufahren, ist für den Kopf ziemlich anstrengend. – Keijo Busch

Zumal ich im letzten Vorlauf dann auch noch Mal genau auf diese beiden getroffen bin. Dieses Mal also sogar im Doppelpack. Das war der am besten besetzte Lauf, es hätte schon ein Finale sein können. Mit den zwei Punkten, die ich noch mitgenommen habe, war ich eingedenk der Besetzung zufrieden.


Im Halbfinale fuhr nach einem guten Start auf Platz 2. Den konnte ich auch bis ins Ziel halten. Doch ausgerechnet danach ist mir ein kleines Missgeschick passiert: Ich wusste während der ganzen Fahrt über nicht, wie weit Louis Tebbe hinter mir war. Deswegen wollte ich unbedingt bis zur Zielfahne volles Risiko gehen – nicht, dass er mir noch kurz vorm Zielstrich den zweiten Rang wegschnappt.


Keijo Busch im Duell mit Tim Widera. Foto: Caro Hunger
Keijo Busch im Duell mit Tim Widera. Foto: Caro Hunger

Also bin ich volles Brikett ins Ziel gerauscht – und mit dem Vorderrad nach der Ziellinie auf eine nasse Stelle gekommen. Auf der bin ich weggerutscht. Dabei habe ich mir ein bisschen am Daumen wehgetan.


Wegen der Schmerzen haben wir intern beschlossen, dass ich im Finale erst Mal nur starte, ohne mich groß in Kämpfe verwickeln zu lassen. Ich wollte gucken, wie es mit dem maladen Daumen geht – und rausgefahren, wenn man merkt, dass es eben nicht geht.


Genau das habe ich dann am Ende auch gemacht. Ich hätte sonst nur hinterhertuckern und warten müssen, ob vor mir noch einer ausfällt. Doch an der Platzierung in der Gesamtwertung hätte sich auch nichts mehr geändert, wenn vor mir noch einer ausgeschieden wäre. Ich habe so oder so den sechsten Platz belegt.

 
 
 

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page