top of page

Spaß muss sein

Warum das gute Trainingsergebnis für Max Niedermaier am Renntag kontraproduktiv war.


Max Niedermaier steht allein auf der Fahrerlagertribüne und blickt nachdenklich auf die leere Eisbahn vor ihm. Der erste Grand Prix von Inzell ist vorbei, die Ränge leer, auf dem Eis drehen nur die Bahndienstler mit schwerem Gerät ihre Runden. „Nach dem zweiten Platz im Training kommt alle Welt daher und sag: ‚Jetzt muss es aber gehen‘; ‚Du musst, Du musst.‘ Das hat mich wahrscheinlich zu sehr unter Druck gesetzt, und deswegen war ich vom Kopf her nicht frei.“


Niedermaier startet mit einem zweiten Platz hinter Franz Zorn in den Abend. „Der erste Lauf hat mich am meisten geärgert, da hatte ich ein paar Fahrfehler drin. Das hat mich richtig gewurmt.“


Nach zwei weiteren zweiten Rängen ändert der 38-Jährige seine Strategie. „Zuerst habe ich mit aller Macht versucht, direkt ins Finale zu kommen. Danach habe ich mich auf den Last Chance Heat konzentriert – und es dabei vielleicht sogar ein bisschen zu vorsichtig angehen lassen.“


Alle Welt kommt daher und sagt: ‚Du musst, Du musst.‘ – Max Niedermaier

Als er im vorletzten Block hinter Heikki Huusko und Ove Ledström nur Dritter wird, gerät der Einzug in den Hoffnungslauf in Gefahr. Doch gleichzeitig bricht Franz Zorn nach zwei Siegen und einem zweiten Platz dramatisch ein: Er verliert die Schutzkappe seines Schuhs und kann danach nicht mehr richtig in Schräglage gehen, zudem hantiert man in der Box des Österreichers am Federbein.


Max Niedermaier fand sich selbst nicht so recht in Stimmung. Foto: Heike Kleene
Max Niedermaier fand sich selbst nicht so recht in Stimmung. Foto: Heike Kleene

Niedermaier hingegen wird im letzten Vorrundendurchgang hinter dem überlegenen Martin Haarahiltunen wieder Zweiter – und rettet sich so in den Hoffnungslauf. „Gerettet habe ich mich nicht“, rückt er gerade, „ich habe einfach nur Glück gehabt. Ich habe ein paar Punkte verschenkt. Das Motorrad geht gut, aber irgendwie geht mir der richtige Biss ab.“


Im Hoffnungslauf kann Niedermaier das Tempo der drei Gegner nicht halten und beendet den Grand Prix letztlich als Sechster. „Ich habe mich sicher auf dem Motorrad gefühlt, daran hat’s nicht gelegen. Aber ich hatte keinen Spaß am Fahren, sondern permanent das Gefühl, dass ich gefahren bin, weil ich fahren muss, um den Erwartungen gerecht zu werden – nicht weil ich fahren will, weil’s mir Spaß macht. Diesen Spaß muss ich für Sonntag wieder zurückkriegen, dann geht auch wieder was.“


Denn: „Martin Haarahiltunen ist sehr weit weg. Aber dahinter sind wir mit mindestens sechs Fahrern sehr eng beisammen.“




 
 
 

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page