Tränen im Schnee
- Norbert Ockenga
- vor 23 Minuten
- 1 Min. Lesezeit
Das EM-Finale in Finnland bringt zwei tragische Helden hervor, einer von beiden weint sogar bitterliche Tränen.
Max Koivula wälzt sich im Schnee – und weint hemmungslos. Der Finne ist an sich die überlegene Kraft beim Europameisterschaftsrennen der Eisspeedwayfahrer auf heimischen Geläuf in Varkaus.
Koivula wirkt trotz der Familientragödie um den Tod einer seiner Großkusinen den ganzen langen Nachmittag über wie der Dominator des EM-Finals in seiner Heimat. Und der Nachmittag ist lang. Denn die extrem kalte Bahn mit dem stark brüchigen und sehr, sehr harten Eis verlangt nach langen Bahndienstpausen, meist um acht Minuten länger als beim Eisspeedway eigentlich üblich.

Koivula diktiert bis zum Finale das Geschehen. Im Endlauf wird er früh seinen ärgsten Gegner los: Ausgangs der ersten Kurve gerät Niclas Svensson mit beiden Rädern voll ins Innenfeld, weil es außen im Pulk mit Koivula, Heikki Huusko und Lukáš Hutla zu eng wird. Svensson fängt seine Maschine zwar und fährt weiter – wird aber wegen Überschreitens der kurveninneren Begrenzungslinie disqualifiziert.
Koivula fährt scheinbar weiter auf EM-Titelkurs – bis sein Motorrad den Geist aufgibt. Nach dem Maschinenschaden wirft der Golfzubehörhändler das Motorrad im hohen Bogen weg, wirft sich völlig entgeistert in den Schnee und weint bitterlich.
Landsmann Heikki Huusko gewinnt danach den Titel vor Lukáš Hutla.



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