Turbulente Bronze-Zeit in Wittstock
Der Kampf um Rang 3 zwischen Güstrow und Moorwinkelsdamm war das eigentliche Filetstück beim Paarcup in Wittstock. So fiel die Entscheidung.
Zwei Pünktchen fehlen zur Überraschung. Beinahe wären die Underdogs aus Friesland imstande gewesen, dem hoch gehandelten MC Güstrow beim Paarcup in Wittstock Rang 3 abspenstig zu machen – mit einer Mannschaft, die zumindest auf dem Papier außergewöhnlich besetzt war.
Thies Schweer aus Zetel ist zwar ein echter Friesischer Jung, aber immer noch so jung, dass er im Feld der Ersten Herren und zwei Damen eine Ausnahmeerscheinung ist. Und Mika Frehse, sein Partner, stammt eigentlich aus dem anderen Teil von Deutschlands Norden. Und auf der Einwechselbank mussten die Norddeutschen sogar umbauen: Der an sich eingeplante Dominic Hamminga – von dem gerade jeder in höchsten Tönen schwärmt, der sich näher mit den Nachwuchsszene und der Liga Nord sowie der Zweiten Bundesliga befasst – war nach seinem Sophia-Flörsch-mäßigen Sturz von der Liga Nord in Dohren noch nicht wieder fit. Deswegen holte Teammanager Anja Baldermann Carl Wynant kurzfristig an Bord.
Im direkten Duell gegen Güstrow setzten sich Schweer/Frehse mit 5:4 durch – weil Tyler Haupt, der eigentliche Laufsieger, disqualifiziert wurde: Wechselfehler. Hannah Grunwald erbte die vier Laufpunkte für den Sieg, doch aus einem klaren Doppelsieg wurde so dank der Paar-WM-typischen Punktevergabe eine knappe Niederlage gegen Frehse auf Rang 2 und Schweer auf Platz 3.
Hätte ich zwei Punkte mehr gemacht, hätten wir Platz 3 gekriegt. – Thies Schweer
Der Sieg über Güstrow fiel schwer ins Gewicht. Denn beide Moorwinkelsdammer haderten in der Anfangsphase mit der Abstimmung ihrer Maschinen. „In den ersten Läufen haben wir nicht so richtig das Setup gefunden, hatten aber auch die schwereren Gegner“, gesteht Schweer. Und Frehse ergänzt: „Ich habe das Rennen auch ein bisschen als Vorbereitungsrennen genommen. Ich habe etwas mit neuem Material ausprobiert. In den ersten drei oder vier Läufen hat das noch nicht ganz so gut funktioniert. Mit Hilfe von anderen Personen haben wir ein gutes Setup gefunden und sind dann in den letzten beiden Heats richtig schnell geworden.“
Für Frehse ging das Rätselraten dabei schon am Nachmittag los: „Wir hatten eine andere Nockenwelle ausprobiert. Ich hatte zwei komplett neue Motoren mit; der erste hat im Training nicht so funktioniert. Daraufhin haben wir im zweiten Training noch Mal probiert, den Fehler aber nicht gefunden. Deswegen haben wir den dann stehengelassen und den anderen genommen, wo auch eine neue Nockenwelle drin war. Bei dem haben wir viel mit den Düsen experimentiert. Ausschlaggebend war dann letztlich auch wirklich größtenteils die Düse. Damit hat’s dann gut funktioniert. Die Zündung haben wir noch etwas angepasst. Aber Übersetzung und Luftdruck haben wir so belassen.“

Schweer fand nach einer Rennpause zugunsten von Wynant im verlorenen Duell gegen die späteren Sieger Valentin Grobauer/Martin Smolinski, in dem Hamminga Letzter wurde, ebenfalls eine passende Abstimmung. „Im dritten Lauf lieg dann alles. Da hatten wir Setup gefunden und haben gut gekämpft. Der Lauf wurde nach einem Sturz von Jonny Wynant abgebrochen, aber gewertet.“
Obwohl die Maschine nun zur Bahn passte, ging im Rennen gegen Leipzig das Zittern weiter. „Da hatte ich ein technisches Problem; ein Stehbolzen an der Kupplung abgebrochen, sodass ich da nur hinterherfahren musste“, begründet Schweer seinen letzten Rang, der in einem 6:3 für Leipzig mündete. „Das hat uns auch den dritten Platz gekostet“, knirscht Schweer. „Hätte ich zwei Punkte mehr gemacht, dann hätten wir auch noch vor Güstrow den dritten Platz gekriegt.“



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