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Voll auf Risiko

Der U21-WM-Lauf in Schweden wird zu einer riskanten Angelegenheit auf vielen Ebenen – ohne deutsche Beteiligung.


Wiktor Przyjemski und Målilla – diese Verbindung entwickelt sich allmählich zu einer der bemerkenswertesten Erfolgsgeschichten im Speedwaynachwuchs. Der Pole gewann am Freitagabend zum dritten Mal in Folge den Lauf zur U21-Weltmeisterschaft in der Skrotfrag Arena. Doch nie zuvor musste er dafür so hart arbeiten wie diesmal.


Nachdem sich der Fahrer aus Bromberg zunächst über den Hoffnungslauf für das Finale qualifizieren musste, setzte er sich im Endlauf gegen den stark aufkommenden Dänen Mikkel Andersen durch. Rang drei ging an dessen Landsmann Villads Nagel, der allerdings die Ziellinie nach einem Sturz in der Schlussrunde nicht mehr fahrend erreichte. Nagel war mit dem ebenfalls gestürzten William Drejer kollidiert, nachdem dieser zu Boden gegangen war. Drejer wurde als Vierter gewertet.


Für Przyjemski bedeutet der Erfolg weit mehr als nur den perfekten Målilla-Hattrick. Der U21-Weltmeister von 2024 kehrte damit eindrucksvoll an die Spitze zurück, nachdem ihn im vergangenen Jahr eine schwere Knöchelverletzung aus der schwedischen Liga im Titelkampf entscheidend zurückgeworfen hatte.

Trotz dieser Blessur hatte er die Saison 2025 noch als Vizeweltmeister beendet. „Nach der Verletzung im vergangenen Jahr fühlt sich dieser Sieg wie ein echtes Comeback an“, sagte Przyjemski nach dem Finale. „Von meinen drei Erfolgen in Målilla war das mit Abstand der schwierigste.“


Vor dem Endlauf war ich nicht überzeugt, ob das Risiko funktionieren würde. – Wiktor Przyjemski

Entscheidend sei letztlich eine mutige technische Entscheidung unmittelbar vor dem Finale gewesen. Während sein Team das Motorrad während der 20 Vorläufe nahezu unverändert gelassen hatte, wurden zunächst kleinere Anpassungen für den Hoffnungslauf und anschließend eine deutlich größere Änderung für das Finale vorgenommen. „Vor dem Endlauf war ich nicht überzeugt, ob dieses Risiko funktionieren würde. Aber genau diese Änderung hat den Unterschied gemacht“, erklärte der Pole. Die sich ständig verändernden Bahnbedingungen hätten das richtige Setup zu einer besonderen Herausforderung gemacht. Nach einem starken Beginn sei sein Team zwischenzeitlich in die falsche Richtung gegangen, habe jedoch rechtzeitig den richtigen Weg zurückgefunden.


Umso größer fiel die Erleichterung aus. „Nach dem Verlauf des Tages wäre ich sogar mit Platz 4 im Finale zufrieden gewesen. Aber Målilla ist einfach eine meiner Lieblingsbahnen. Irgendetwas verbindet mich mit dieser Strecke.“


Wiktor Przyjemski pflügt zum Junioren-WM-Sieg in Schweden. Foto: HighSpeedPhotographix
Wiktor Przyjemski pflügt zum Junioren-WM-Sieg in Schweden. Foto: HighSpeedPhotographix

Mit dem Erfolg übernimmt Przyjemski auch Rückenwind für den zweiten Lauf der U21-Weltmeisterschaft am 31. Juli in Łódź. Dort kennt er die Bedingungen bestens. Vor zwei Jahren stellte er auf der Bahn in der zweiten polnischen Liga sogar den Bahnrekord auf. Entsprechend selbstbewusst blickt er dem Heimrennen entgegen.


Für Mikkel Andersen bedeutete Rang 2 ebenfalls einen großen Erfolg. Der Däne hatte sich erst vor wenigen Wochen von einem Wadenbeinbruch zurückgekämpft, den er bei der Junioren-Paar-WM in Prag erlitten hatte. „Wenn man bedenkt, was in den vergangenen Wochen passiert ist, fühlt sich dieser zweite Platz großartig an“, sagte Andersen. Besonders bedankte er sich bei seinem polnischen Verein Sparta Breslau, dessen medizinische Betreuung und Physiotherapeuten ihn auf dem Weg zurück auf das Motorrad intensiv unterstützt hätten. Zwar sei das Bein noch nicht wieder bei hundert Prozent, auf dem Motorrad bereite es jedoch kaum noch Probleme.


Auch Andersen freut sich bereits auf den WM-Lauf in Łódź. Für den Club war er dort in der vergangenen Saison aktiv, weshalb ihm die Bahn bestens vertraut ist.


Villads Nagel musste sich nach seinem heftigen Sturz im Finale zunächst Gewissheit über seinen körperlichen Zustand verschaffen. Allerdings deutete unmittelbar nach dem Rennen alles darauf hin, dass er sich keine schwereren Verletzungen zugezogen hatte. „Im Moment ist noch viel Adrenalin im Körper. Ich muss erst etwas zur Ruhe kommen, um wirklich beurteilen zu können, wie es mir geht. Aber es fühlt sich so an, als wäre nichts gebrochen.“


Mit Platz 3 könne der Däne trotz des unglücklichen Finales gut leben. „Der Abend insgesamt war gut. Nur das Finale lief überhaupt nicht nach Plan.“

 
 
 

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