Was ist mit Böhme los?
- Norbert Ockenga
- vor 10 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Warum der große Titelfavorit bei der Deutschen Juniorenmeisterschaft in Ludwigslust keine Rolle spielte.
Ein Sturz in Sichtweite der Zielfahne fasst den Tag von Levi Böhme wie unter dem Brennglas zusammen: Der große Favorit auf den Titel des Deutschen Juniorenmeisters findet in Ludwigslust nie so richtig in den Nachmittag – und sich am Ende nur auf dem siebten Rang wieder.
Der Unfall, bei dem ihm eine Rille so viel Schub verleiht, dass er glatt eine Rolle rückwärts macht, raubt dem Sachsen zwei sichere Punkte. Und damit die Möglichkeit, in einem Stechen um einen Platz hinter Maximumsieger Bruno Preibisch zu kämpfen.
Doch den Aufsteiger festzuhalten und zu stehen – dafür fehlt Böhme am vergangenen Wochenende schlicht die Kraft. Der Junior aus der der Nähe von Meißen leidet seit zirka drei Wochen unter Pfeiffer’schem Drüsenfieber, hat eineinhalb Wochen lang komplett flachgelegen und ist auch in Ludwigslust noch schwer geschwächt und schlapp unterwegs.
Das Fieber ist zwar abgeklungen, die Zeit der Wadenwickel auch vorbei. Doch eine solche Epstein-Barr-Infektion bringt Müdigkeitsschübe, Appetit- und Antriebslosigkeit mit sich und kann bis zu sieben Wochen dauern. In dieser Zeit gibt es verschiedene Symptomstufen, von grippeähnlichen Symptomen bis zu Organvergrößerungen – und eben bleierner Müdigkeit, die über Wochen in Wellen kommt.

Die körperliche Abgeschlagenheit sorgt dafür, dass Böhme auf der sehr sandigen und kräftezehrenden Bahn unweit vom „Versailles des Nordostens“ schlicht die Kraft fehlt, das Tempo der Konkurrenz mitzugehen. Es langt nur zu einem Laufsieg und zwei zweiten Plätzen.
Bereits beim Bayern-Cup-Rennen im Wack-Hofmeister-Stadion zu Abensberg, das sein diesjähriges Team MSC Olching vor Landshut und Abensberg gewann, konnte Böhme wegen Schlappheit lediglich acht Punkte beisteuern.
Die volle Konzentration gilt nun der vollständigen Gesundung bis zu den großen internationalen Juniorenrennen in Pardubitz. Dennoch reist Böhme am Freitagabend nach Güstrow – um dort auf der Juniorenposition als Reservefahrer als möglicher Einwechselmann für Levi Fittkau im zwangsweise umgebauten Team von Tabellenführer Cloppenburg parat zu stehen. Da in Güstrow der MSC Olching turnusgemäß spielfrei hat, kann Böhme als Junior im Hintergrund an den Ligarivalen aus Niedersachsen ausgeliehen werden.



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