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Wie geht's Lindgren genau?

Was hat Fredrik Lindgren bei seinem Horrorabwurf in Polen genau für Verletzungen davongetragen?


Eigentlich wollte er dieses Jahr so richtig durchstarten. Bei den Offenen Rennen in Dohren im Herbst und in Güstrow zu Ostern hatte Fredrik Lindgren sich extra eingeschrieben, um einen neuen Heckrahmen zu testen. Die hintere Schwinge besteht seit Dohren wieder aus jenen Rohren, wie man sie bei Jawa direkt ab Werk bestellen kann.


Die weisen etwas mehr Flex, also etwas weniger Verwindunssteife auf als jene eckigen Rohre, wie sie etwa Matten Kröger für seine Rahmen verwendet – und mit denen Norick Blödorn fährt. Die eckigen Rohre übertragen dafür weniger Vibrationen. Nur deswegen hat sich Blödorn wieder zurück getraut auf den Riementrieb statt einer Primärkette – während Lindgren den Riemen von Matten Kröger, den auch Blödorn fährt, wieder ausgebaut hat.


Der Schwede hatte das Gefühl gehabt, dass der Riemen ihn einige Male förmlich ins Startband gezogen hatte, wenn die Vibrationen in einer ganz bestimmten Frequenz durch den Rahmen oszilliert waren. Für 2026 wollte er mit den Standardrahmen wieder jenen Flex, der gerade auf glatten Grand Prix-Bahnen so wichtig ist: Er wollte nicht mehr nur auf seine Außenlinie angewiesen sein, auf der er ebenso gern wie spektakulär um die Ecken pflügt, sondern auch innen agieren können.


Bevor er auf den Standardrahmen wechselte, hatte er eine Sonderanfertigung der englischen Schmiede JHR verwendet.


Fredrik Lindgren fährt seit 2026 einen anderen Rahmen als Norick Blödorn hier in Landshut hinter ihm – und auch nicht mehr jenen Riemen, den der Deutsche drauf hat. Foto: FIM
Fredrik Lindgren fährt seit 2026 einen anderen Rahmen als Norick Blödorn hier in Landshut hinter ihm – und auch nicht mehr jenen Riemen, den der Deutsche drauf hat. Foto: FIM

Sowohl Dohren als auch den Osterpokal in Güstrow hatte Lindgren dann prompt mit dem neuen Standardrahmen gewonnen.


In Landshut hatte er im Training dazu noch einen neuen Motor des niederländischen Tuners Bert van Essen ausprobiert. Der kam aber im eigentlichen Grand Prix in Niederbayern nicht zum Einsatz.


Für Prag hatte er sich eigentlich vorgenommen, den neuen Motor wieder im Training auszuprobieren. Dann kam ein dramatisch anzuschauender Sturz in einem polnischen Ligarennen dazwischen: Lindgren flog bei voller Fahrt über den Lenker.


Der 40-Jährige kam ins Krankenhaus, hielt das genaue Ausmaß seiner Verletzungen aber geheim, gab keine Details preis außer dass es sich um Fuß und Nacken handele.


Inzwischen ist klar: Lindgren hat sich das linke Sprunggelenk gebrochen, weil die Maschine auf seinem linken Fuß gelandet ist und den so verdreht hat, dass das Sprunggelenk barst. Es gibt bei Sprunggelenksfrakturen mehrere Grade, Weber-A bis Weber-C. Die definieren, welche Knochen in dem ganzen Sprunggelenksgebilde alle gebrochen sind: ob nur ein Knöchel oder auch die Strebe, die im Gelenk die beiden Knöchel verbindet etwa.


Lindgrens Bruch ist so kompliziert, dass er ein Comeback erst für sein Heimrennen in Målilla am 11. Juli avisiert.

 
 
 

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