Wo ist der Weltmeister?
- Norbert Ockenga
- vor 3 Minuten
- 2 Min. Lesezeit
Zach Waijtknecht reist erst gar nicht an, die anderen Fahrer meistern das regenbedingte Geduldspiel von Osnabrück.
Die Entscheidung fällt spontan und per Fernanalyse. Weil Zach Waijtknecht am Vortag in Loppersum, beim vieldiskutierten Regenrennen in den Niederlanden, vom Hörensagen erfuhr, dass es auch in Osnabrück geregnet hätte, bog der Langbahnweltmeister spontan links ab – gen Nordseeküste und Heimat statt diagonal nach rechts, in Richtung der Nahner Waldbahn.
Schließlich sei Osnabrück lediglich zwei Stunden von Loppersum entfernt, also müssten die Bahnbedingungen dort ja vergleichbar sein zu jenen in Loppersum. Und die Vorbereitung auf den Langbahn-WM-Auftakt in Frankreich in drei Wochen sei ihm zu wichtig, als bei einem offenen Regenrennen seine Gesundheit zu riskieren.

Der Veranstalter aus Osnabrück zeigt sich enttäuscht, Waijtknecht hätte sich nicht Mal von sich aus gemeldet, sondern sei einfach nach Hause zu fahren, ohne den Klub aus Westfalen zu informieren. Man hätte ihm seitens des Ersten Vorsitzenden sogar noch hinterhertelefonieren müssen.
Osnabrück wird in der Tat eine Matschpartie, kann aber mit viel Flexibilität und zweieinhalb Stunden Verspätung durchgezogen werden. Dave Meijerink rauscht ein Mal ins Startband und schaltet danach im Hinblick auf Rutschbahn und baldigen WM-Auftakt auch in ein Sicherheitsprogramm, überlässt am Ende seinem Vetter Nie sogar noch einen Lauf und wird nur Letzter der Vollzeitfahrer.
Landsmann Romano Hummel und der Engländer James Shanes starten mit Siegen, Shanes hadert mit der Technik. Er wird in Lauf 2 von Hummel und Jacob Bukhave auf Rang 3 verwiesen. Das soll sich später als Casus Knacktus erweisen.
Hummel bleibt in der Vorrunde zunächst ungeschlagen, Bukhave wird in jedem Heat Zweiter. Im vorletzten Vorlauf wendet sich das Blatt: Hummel knattert ins Startband und wird ausgeschlossen. Im Wiederholungslauf wird Bukhave wieder Zweiter. Hummel gewinnt dann zwar das Finale und auch den letzten Vorlauf. Doch auch im Endlauf holt sich Bukhave den zweiten Rang – und zehrt damit derart vom Punktepolster des Hummel’schen Ausschlusses, dass der Däne in Osnabrück als Sieger aus dem Matsch geht, vor Hummel und Shanes.
Fotograf Daniel Sievers ist in Loppersum vor Ort und dokumentiert den langen Renntag in allen Details und seinem ganzen Drama. Hier sind die besten Aufnahmen von Sievers zum Runterscrollen – inklusive des entfesselten Feldhasens, der zu Beginn der Veranstaltung spontan für Waijtknecht in die Bresche sprang und für die erste Verzögerung sorgte, weil er nicht wieder von der Bahn mochte:





























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