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Wölbert siegt in Hitzeschlacht

So lief der zweite Speedway-DM-Lauf im Glutofen von Brokstedt.


Die Hitzeschlacht von Brokstedt legt die derzeitige Situation im deutschen Speedway unters Brennglas: Beim zweiten Lauf zur Deutschen Speedwaymeisterschaft klafft eine große Lücke zwischen den Top 3 und dem Rest des Feldes.


Kevin Wölbert, Kai Huckenbeck und Norick Blödorn drücken dem Rennen an der A7 in Schleswig-Holstein klar ihren Stempel auf. Nur phasenweise kann in Tyler Haupt einer der ganz Jungen aus dem Hauptfeld ausbrechen und zumindest ein Stückchen an die Platzhirsche ranfahren. Auch Hannah Grunwald setzt vereinzelte Ausrufezeichen. Doch der Rest des Feldes bleibt ein Einheitspeloton der zweiten Liga.


Die Stärken des Spitzentrios sind unterschiedlich verteilt. Huckenbeck fährt auf der schnellen Bahn, die für Brokstedter Verhältnisse außergewöhnlich viele verschiedene Linien hergibt, stets sauber auf seiner Spur. Wölbert variiert die Linien gekonnt, teils draufgängerisch – der Ostdeutsche liest die Bahn am besten und reagiert am flexibelsten. So ringt er Huckenbeck im entscheidenden Endlauf denn auch nieder und siegt in Brokstedt.


Kevin Wölbert, Kai Huckenbeck und Norick Blödorn auf dem Podest von Brokstedt. Foto: HighSpeedPhotographix
Kevin Wölbert, Kai Huckenbeck und Norick Blödorn auf dem Podest von Brokstedt. Foto: HighSpeedPhotographix

Lokalmatador Blödorn hingegen laboriert noch an den Folgen eines Sturzes in der britischen Liga am Donnerstag. Dort hat Philipp Hellström-Bangs ihn abgeräumt, indem er ihm aufs Hinterrad fuhr, Blödorn muss sogar im Rettungswagen behandelt werden – und fährt am Sonnabend in Brokstedt immer noch unter schlimmen Schmerzen. Der 22-Jährige gewinnt beinahe jeden seiner Starts und profitiert mit Solofluchten davon. Im entscheidenden Dreikampfheat zwischen Huckenbeck, dem späteren Sieger Wölbert und Blödorn kommt der Schleswig-Holsteiner schlecht aus dem Band. Als ihm dräut, dass Wölbert und Huckenbeck ihm davonfahren, dreht er ab, um seine Verletzung nicht noch ärger zu machen.


Der nächste Lauf zur DM steht bereits am Freitagabend in Güstrow auf dem Programm. Erik Riss überlegt noch hin und her, ob er im Nordosten starten soll – oder doch lieber wartet bis zum Langbahn-DM-Finale in Mühldorf am Sonntag. Seine Bedenken: Sollte er in der Speedway-DM nicht fahren, könne er womöglich vom Verband nicht für Prädikatsläufe im Folgejahr aufgestellt werden.


Sollte Riss fahren, würde aus dem Spitzentrio ein -quartett – und sich erst dahinter das Leistungsgefälle von Brokstedt wiederholen.


Fotograf Daniel Sievers hat sich am Samstag durch den Elbtunnel gequält und diese Fotoschau zum Durchklicken produziert:




 
 
 

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