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Zugabe im Kacper-Theater

Draufgänger Kacper Woryna bleibt der WM ein weiteres Jahr erhalten – und meint, genau deswegen könne er nun erst richtig aufblühen.


Für Kacper Woryna ist seine Premierensaison in der Speedway-WM längst mehr als nur ein Versuch, sich in der Ersten Liga zu halten. Anders als auffällig viele Qualifikanten, die in ihrem Debütjahr sang- und klanglos untergehen und dann verschwinden, hat der knapp 30-jährige Pole sich bereits in der Weltspitze etabliert. Vor seinem Heim-Grand Prix am Samstag in Lodz möchte der Enkel des ehemalige Poole Pirates-Profis Antoni Woryna an seine bislang starken Leistungen anknüpfen.


Erstmals ist die Moto Arena Lodz Austragungsort eines Speedway-WM-Laufs. Auf der ultramodernen Rennbahn will Rekordweltmeister Bartosz Zmarzlik seine Führung in der Gesamtwertung verteidigen. Der fünffache Weltmeister reist mit fünf Punkten Vorsprung auf den Australier Brady Kurtz an, der die Strecke aus seiner Zeit beim örtlichen Club Orzeł, für den er 2020 bis 2022 fuhr, bestens kennt.


Neben Zmarzlik, Europameister Patryk Dudek und Dominik Kubera zählt auch Woryna zum polnischen Aufgebot. Der 29-Jährige reist mit viel Selbstvertrauen nach Zentralpolen, nachdem er sich am vergangenen Samstag mit Rang 3 bei der Challenge im italienischen Terenzano bereits vorzeitig einen Startplatz für die Speedway-Grand Prix-Serie 2027 gesichert hat.


Ein Grand Prix ist völlig anders als jedes Einzelrennen. – Kacper Woryna

Für die laufende Saison hatte sich Woryna als Zweiter der Challenge 2025 im dänischen Holsted qualifiziert. Seither hat er in seiner ersten kompletten Grand Prix-Saison nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht – unter anderem mit seinem Sieg beim Saisonauftakt in Landshut am 2. Mai.


Vor dem neunten Saisonlauf liegt Woryna mit 55 Punkten auf Rang 5 der Weltmeisterschaft und hat sich mit seinem spektakulären Fahrstil schnell einen Namen in der Grand Prix-Serie gemacht.


Der Rybniker, der in Polen für Motor Lublin und in Schweden für Lejonen Gislaved fährt, betont jedoch, dass sein Weg an die Weltspitze alles andere als geradlinig verlief. „Meine Karriere ist nicht von heute auf morgen explodiert. Es war ein langer Prozess mit vielen kleinen Schritten, die mich zu dem Fahrer gemacht haben, der ich heute bin. Die harte Arbeit der vergangenen Jahre zahlt sich jetzt aus“, sagt Woryna.


Kacper Woryna fährt zuweilen wie ein Stuntman. Foto: FIM
Kacper Woryna fährt zuweilen wie ein Stuntman. Foto: FIM

Trotz seiner starken Ergebnisse sieht er seine Entwicklung noch lange nicht als abgeschlossen an. „Das ist erst der Anfang. Ich möchte weiter hart arbeiten. Die Grand Prix-Saison ist für mich eine große Herausforderung, aber ich sehe sie als Lernprozess. Ich sammle unglaublich viel Erfahrung, weil ich mich mit den besten Fahrern der Welt messe und Situationen erlebe, die für einen Grand Prix-Neuling neu sind. Ich hoffe, dass ich daran wachse und mich weiter steigern kann.“


Der Kampf um die direkten Startplätze für die Speedway-Grand Prix-Serie 2027 verspricht in den verbleibenden vier Saisonrennen Hochspannung. Zwischen Woryna auf Platz 5 und dem zwölftplatzierten Australier Jason Doyle liegen lediglich 13 Punkte.


Dass sein WM-Startplatz für 2027 bereits gesichert ist, verschafft dem Polen zusätzliche Gelassenheit. „Im Speedway kann alles passieren. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass ich abgesichert bin, falls in den verbleibenden Grand Prix etwas schiefgeht. Trotzdem will ich mich von Rennen zu Rennen verbessern und mich im Laufe der Saison weiterentwickeln. Jetzt kann ich diesen Prozess mit mehr Ruhe genießen.“


Obwohl Woryna seit Jahren in den stärksten Ligen der Welt fährt, unterscheidet sich der Speedway- Grand Prix für ihn deutlich vom normalen Rennalltag: „Ein Grand Prix ist völlig anders als jedes andere Einzelrennen. Das muss man selbst erleben. Die Bahnen, die Vorbereitung und die Abläufe sind einzigartig. Dazu kommen das Qualifying sowie alle Medientermine, die zum Grand Prix dazugehören.“


 
 
 

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