Zwei gegen den Rest
- Norbert Ockenga
- vor 3 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Was beim Auerhahnpokal in Teterow wirklich passiert ist.
Es sind nur zwei Stimmen. Aber die sind so laut, dass sich der Eindruck verfestigt: Die Mehrheit der Fahrer sei gegen eine Fortsetzung des Auerhahnpokals in Teterow nach den Vorläufen.
Tatsächlich sind es nur Emil Saijfutdinow und Jacob Thorssell, die für eine Absage des Rennens am Samstagabend plädieren. „Die Bahn ist zwar an einigen Stellen aufgebrochen und rillig geworden, nicht nur an ein paar wenigen“, relativiert Jonathan Grahn. „Aber das war alles noch gut fahr- und beherrschbar. Außer den beiden hat keiner gegen eine Fortsetzung plädiert.“
Und so einigt man sich auf einen Kompromiss: Die Halbfinals werden gestrichen, die vier Punktbesten aus den Vorläufen kommen direkt ins Finale. Und in dem stellt Norick Blödorn das Geschehen auf den Kopf: In den Vorläufen ist Saijfutdinow ungeschlagen geblieben – doch im entscheidenden Finale kann Blödorn den Russen in Schach halten und so den Auerhahnpokal gewinnen.
Dabei hat Blödorn schon vorher die Volksseele zum Kochen gebracht: In Lauf 9 verliert Mario Häusl auf einer Rille die Kontrolle über seine Motorrad, rauscht in den neben ihm fahrenden Blödorn und kegelt den um. Blödorn springt wutentbrannt auf den Bayern zu und deutet einen Fußtritt an.
Die Bahn war gut fahr- und beherrschbar. – Jonathan Grahn
Im Podcast „Startband“ relativiert Bödorn, er hätte nicht etwa nach dem noch am Boden liegenden Häusl treten wollen, sondern vor Ärgern in den Grund. Das liege daran, dass er derzeit stark unter Druck stehe – wegen des Stress’ hinter den Kulissen seines Teams und des Drucks, den die polnischen Veranstalter generell bei Verletzungen und Ausfällen ausüben.
Damit meint er vor allem, dass er bereits nach dem Grand Prix in Landshut seine polnischen Mechaniker entlassen hat; Vater Guido schraubt derzeit wieder verantwortlich an den Maschinen seines Sohnes.

Und, mehr allgemein: Nach der Verletzungswelle von Topstars wie Dan Bewley und Fredrik Lindgren sind die polnischen Ligavereinsverantwortlichen derzeit besonders dünnhäutig, was riskante Starts ihrer Profis im Ausland angeht, und stellen Sanktionen für den Verletzungsfall in den Raum. Gerade Blödorn kann sich als Neuling bei Meister Thorn keine Fehlzeiten leisten, er muss sich immer noch bewähren.
Häusl zog sich bei dem Sturz üble Prellungen am linken Knie und am rechten Unterarm, muss deswegen diese Woche noch pausieren und wird auch in Glasgow beim nächsten Britenligarennen durch Jack Smith ersetzt – den Sohn von Andy „Foxy“ Smith.
Die Bahn in der Bergring-Arena von Teterow zeigte sich in anderer Verfassung als bei den letzten Ligarennen. Doch laut „Startband“ seien nicht die Rillen an sich das Problem gewesen – sondern dass man die nicht mehr deutlich erkennen konnte, als und nachdem die Sonne unterging.
Die „Startband“-Folge zum Auerhahnpokal gibt’s hier:



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