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Alte Verletzung, neue Schmerzen

Warum Mario Häusl bei der Qualifikation zur U24-Teameuropameisterschaft in Ludwigslust aufgeben musste.


Eigentlich war Mario Häusl mit ordentlich Rückenwind nach Ludwigslust gekommen. Der Bayer hatte kurz vor dem Qualifikationsrennen zur U24-Team-WM noch am Trainingscamp für Jungtalente in Thorn an der Weichsel teilngenommen, das die polnische Ekstraliga seit 2022 ausrichtet.


Das Trainingslager soll dazu dienen, junge Fahrer aus dem Ausland zu einer Sichtung nach Polen zu locken, dabei den Trainern der Ekstraliga vorzuführen – und sie gleichzeitig weiter zu schulen, mit gezielten Coachings. Häusl war dieses Jahr bereits zum zweiten Mal dabei, im Vorjahr gemeinsam mit Hannah Grunwald.


Am Ende der halben Woche, die das Camp umfasst, stehen zwei Rennen auf dem Programm: ein Paarwettbewerb und ein Einzelrennen. Diese Rennen schauen sich die Trainer an; sie sind für die jungen Fahrer ein Schaufenster, in dem sie ihr Können für eine mögliche Verpflichtung in die Auslage stellen können. Häusl hat das Paarrennen zusammen mit Ace Pijper, in Edinburgh geborener Sohn des ehemaligen niederländischen Speedwaynationalfahrers Theo und selbst in England bei Redcar fahrender Profi, gewonnen. Im Einzelrennen lag er bis kurz vor Schluss mit dem Ukrainer Roman Kapustin punktgleich in Front. Dann brach ihm im direkten Duell mit Kapustin ein Ventil im Motor ab, Häusl fiel noch auf Rang 3 in der Endabrechnung zurück.


Bei solchen Bahnen sind meine beiden Handgelenke stark empfindlich. – Mario Häusl

Dennoch hat der 18-Jährige aus Emmering, dessen Mutter von den Seychellen stammt, in Thorn gezeigt, dass er das Zeug zu einer internationalen Karriere hat.


Und dann kommt Ludwigslust. „Klar, die Bahn war anspruchsvoll“, rückt Häusl nach dem letzten Platz der deutschen Nationalmannschaft gerade. „Aber man darf auch nicht vergessen, gegen was für ein Fahrerfeld wir gefahren sind.“ In der Tat ist das Gros der dortigen Konkurrenz mindestens einen Schritt in ihrer Karriere weiter als Häusl – der überwiegende Anteil hat Verträge in mindestens zwei großen Ligen und startet zwei Mal die Woche in England, Schweden, Dänemark und/oder Polen.

Mario Häusl hat beim Ekstraliga-Camp in Thorn einen starken Eindruck hinterlassen. Foto: Team Häusl
Mario Häusl hat beim Ekstraliga-Camp in Thorn einen starken Eindruck hinterlassen. Foto: Team Häusl

Für Häusl endet das Rennen in Ludwigslust schon nach Heat 1 – nachdem sich bereits im Training abgezeichnet hatte, dass er Probleme bekommen würde. Auf der regendurchtränkten, tiefen und unebenen Bahn holte ihn eine alte Verletzung wieder ein: Nach gut der Hälfte der Renndistanz konnte er in seinem Eröffnungsheat nur noch einhändig und langsam fahren, weil er die andere Hand vor Schmerzen halten musste. „Es war die linke Hand, die schon operiert wurde, aber trotzdem nicht richtig verheilt ist“, gewährt Häusl Einblick.


Der Bayer litt in diesem Jahr bislang eher unter Problemen am rechten Handgelenk. Kurios: Beide Gelenke sind im Laufe der letzten drei Jahre von derselben Art der Verletzung heimgesucht worden: „Bei solchen Bahnen sind beide Handgelenke stark empfindlich, da sie nicht fit sind. Die linke Hand war die erste, die kaputt war. Die wurde Ende 2024 operiert. Nun habe ich seit diesem Jahr dasselbe mit der rechten Hand. Aber die linke ist nicht so gut verheilt, wie man sich das erhofft hatte.“


Weil die linke Hand in Ludwigslust wieder schmerzte, musste Häusl sich nach seinem ersten Lauf auswechseln lassen zugunsten von Teamreserve Marlon Hegener. Der aber kam fahrerisch und muttechnisch nicht mit den schweren Bahnbedingungen zurecht und konnte Häusl nicht adäquat ersetzen.

 
 
 

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