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„Auf Mühldorf freu’ ich mich gewaltig“

In seinem neuen Blog blickt Keijo Busch auf das Finale der Langbahn-DM am 5. Juli in Mühldorf voraus – und auf das offene Rennen in Hechthausen zurück.


Das Körperliche muss noch besser werden, bis wir am ersten Samstag im Juli aufbrechen nach Mühldorf. Und zwar deutlich. Denn das Finale der Langbahn-WM ist für mich natürlich das wichtigste Rennen in meiner Comebacksaison – und da muss ich voll fit auf die 1.000-Meterbahn gehen können.


Ich bin aktuell aber immer noch ’n bisschen krank. Ich musste das offene Langbahnrennen in Mulmshorn ja sogar schon absagen, weil ich da schon relativ lange vorher flachgelegen hatte, und bin extra noch Mal nach Neuenknick trainieren gegangen, um wieder in den Rhythmus zu kommen. Aber ich merke, dass mir die Erkältung immer noch wie die Nachwehen einer langen, schweren Grippe ein bisschen in den Knochen steckt – und auch, in schleimiger Form, im Hals.


In Hechthausen wollte ich aber unbedingt schon wieder fahren. Ich habe mich im Training auch recht gut gefühlt, hatte ein passendes Setup gefunden. Doch im ersten Heat bin ich Jörg Tebbe hinten draufgefahren, weil der vor mir komplett das Gas zugedreht und nach innen gefahren ist. Was aber auch verständlich ist: Wenn man wie er nichts mehr sieht und nicht mehr weiß, wo man ist, dann fährt man unweigerlich eher nach innen.


Meine Hüfte ist schön grün und blau. – Keijo Busch

Jedenfalls habe ich ihn so von hinten aufs Korn genommen, weil ich in der Situation nicht mit ihm gerechnet habe, und habe mir bei dem Crash auch selbst ein bisschen an der Hand wehgetan. Auch die Hüfte ist schön grün und blau. Ich konnte gar nicht mehr richtig den Lenker festhalten. Ich habe es noch im zweiten Lauf probiert, denn es ist ja auch für die Zuschauer blöd, wenn da nur so wenige Leute auf der Bahn sind. Aber es hatte keinen Sinn mehr.


Keijo Busch im Tiefflug zwischen Stade und Cuxhaven. Foto: Jesper Veldhuizen
Keijo Busch im Tiefflug zwischen Stade und Cuxhaven. Foto: Jesper Veldhuizen

Auf Mühldorf freue ich mich gewaltig. Ich war zum letzten Mal 2013 bei der WM-Challenge als Reservefahrer auf der Bahn, bin damals auch zwei oder drei Mal zum Einsatz gekommen und war recht zufrieden. Mein erstes Mal in Mühldorf war 2009 – das Jahr, in dem ich angefangen bin, damals natürlich noch in der B-Lizenz.


Ich freue mich auf die DM, auch wenn ich persönlich keine allzu großen sportlichen Erwartungen an mich selbst habe. Denn ich finde, wir haben dort ein sehr starkes Feld – mit Martin Smolinski, Lukas Fienhage, Erik Riss und Stephan Katt haben wir echt gute Leute am Start. Ich finde es nur ein bisschen auffällig, wie sich das Fahrerfeld für die DM entwickelt hat: Jetzt wird der Deutsche Meistertitel auf einer guten Bahn ausgetragen, da kann also jeder kommen. Im vergangenen Jahr in Schwarme dagegen war es einigen Leuten plötzlich unmöglich zu kommen. Das fand ich gegenüber dem Veranstalter ein bisschen blöd. Denn der Verein gibt sich auch die größte Mühe.


Jetzt können sie auf einer guten Bahn offenbar doch alle wieder fahren.


Wir bekommen noch einen neuen Motor von Bernd Zapf. Mit dem war ich in Marienbad auch schon gefahren. Den gibt er mir jetzt noch Mal. Ich möchte beim Getriebe noch etwas mit den ersten Gängen ausprobieren. Sonst fahren wir mit dem Material, wie wir es schon das ganze Jahr verwenden.


Das Material ist auch nicht das Problem. Es ist wirklich der Kopf. Das habe ich auch in Hechthausen gleich wieder gemerkt – und mich darüber auch mit Stephan Katt unterhalten. Der meinte auch, es sei ja generell gut, dass man etwas Respekt vor der ersten Kurve hätte.


Das Material ist nicht mein Problem. Es ist wirklich der Kopf. – Keijo Busch

Nachher, wenn der Heat läuft, ist es auch kein Problem mehr. Es ist nur die erste Ecke. Das war auch in Hechthausen der Fall: Da kam ich in einem Heat von außen als Erster oder Zweiter in der ersten Kurve an. Aber dann macht man irgendwie einfach zu. Das müssen wir noch in den Griff kriegen.


Auf einer langen Bahn wie in Mühldorf dürfte das aber kein großes Problem sein. Das haben wir auch in Marienbad schon gemerkt.


Wir werden am Samstag, dem 4. Juli, ganz entspannt runterfahren – mit Stephan Katt zusammen. Wir machen uns dann einen entspannten Samstag, gucken noch Mal schnell auf die Bahn – und dann kann der Sonntag kommen.


Ich wäre mehr als zufrieden, wenn es irgendwie klappt, ins Finale zu fahren. Aber das wäre für mich in meiner derzeitigen Ausgangslage schon ziemlich hochgesteckt. Ich habe auch noch mit den Nachwehen von Hechthausen zu kämpfen: Meine Hüfte ist noch grün und blau, mit einem richtig dicken bunten Ei; Ich war schon ein Mal beim Physiotherapeuten. Der meint, es sehe ganz gut aus. Also können wir alles in Ruhe fertig machen. Ich werde Sonntag noch zur Deutschen Speedwaymeisterschaft fahren – um an dem Wochenende ein bisschen abzuschalten. Ansonsten hoffen wir wohl alle, dass es am 5. Juli nicht mehr ganz so heiß wird wie in den letzten Tagen – und dann kann das in Mühldorf so richtig losgehen.


Beim Rennen in Hechthausen hat Jesper Veldhuizen für Keijo Busch mit seiner Kamera draufgehalten. Hier sind die besten Werke des Niederländers von der Niederelbe:



 
 
 

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