Bauer fährt, Jäger nicht
- Norbert Ockenga
- vor 5 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Die Entscheidung über die beiden Trainingsverletzten vom Vormittag ist gefallen. Aber steckt hinter den Unfällen von Bauer und Amber Kramer am Vorabend gar ein Mangel bei der Bahnsichereit?
Die zweite Untersuchung schaltet die Ampel auf Grün: Luca Bauer kann am Samstagabend fahren. „Er wird’s zumindest versuchen“, sagt Vater Günther. „Er war am späten Nachmittag noch Mal beim Rennarzt – und der hat ihm die Freigabe erteilt, dass er fahren kann, wenn er mag. Er hat ihm auch gesagt, welche Schmerzmittel er nehmen darf, dass er trotzdem damit fahren darf.“
Bauer war bereits am Morgen nach seinem Sturz vom Rennarzt abgetastet worden. „Luca am Anfang nicht recht Luft bekommen; der Arzt hat genau geschaut, ob vielleicht etwas gebrochen ist. Und er meint, es seien zwar ringsrum jede Mengen Rippen geprellt – aber keine Brücke festzustellen.“
Luca Bauer habe sich dann ins Hotel zurückgezogen, um möglichst viel Ruhe zu finden. „Wir haben gar nicht erst versucht, in ein Krankenhaus zu fahren“, so Vater Günther Bauer weiter. „Denn bis du da mal drankommst, hast du im Zweifel nur Zeit verplempert. Und es besteht sogar die Möglichkeit, dass du gar nicht erst drankommst, bis du entscheiden musst, ob du fährst oder nicht.“

Dem Routinier und Exfahrer stößt die Art einiger Unfälle im Thialf sauer auf. Er mutmaßt, dass die untere Reihe von Sicherheitsballen auf dem Eis festgefroren sein müssten. „Sonst wäre die Maschine von Amber Kramer am Freitagabend doch niemals nicht so die Bahn zurückkatapultiert worden. Denn normaler Weise brechen die Motorräder durch die Ballen, die einfach wegfliegen – und dann verschwindet die Maschine dahinter. Jetzt muss sie von etwas Stabilem zurückgeworfen sein“, meint Bauer. „Und auch das Motorrad von Luca war nur deswegen so enorm kaputt, weil es auf etwas Hartes voll aufgeprallt sein muss.“ An den festgefrorenen Ballen sei die Maschine dann förmlich teilweise zerschellt. „Ich habe schon gespannt, wie ich in die Ballen reingeknallt bin“, staunt auch Luca Bauer. „Und meinem Motorrad hat’s sogar den Steigbügel abgerissen. Und so doll war das Tempo eigentlich nicht, dass es da von den Ballen den Steigbügel abreißen dürfte.“
Die Maßgabe, mit der Luca Bauer ins Rennen gehe, sei nun: probieren ob und wie lange es machbar ist. „Als die Schmerzmittel gewirkt haben, ist es besser geworden“, sagt Luca Bauer. „Ohne wär’s heute Abend auch nicht gegangen.“ Er verweist neben den Rippenschmerzen auch auf einen gerissene Kombi am Rücken, auf Höhe der Startnummer, die von den Spikes aufgeschlitzt worden sei. „Am Rücken tut’s auch weh. Und mir ist auch die Schiene vom Unterschenkelschutz gebrochen.“
Sollte Bauer sich während des laufenden Wettbewerbs zurückziehen, würden sich Paul Cooper und Niek Schaap mit den Vertetungsfahrten abwechseln. Schaap seinerseits ist auf die zweite Reserveposition gehievt worden, weil Filip Jäger sich inzwischen wegen einer Gehirnerschütterung abgemeldet hat.
Anstelle von Jäger wird sowohl im Grand Prix als auch für die schwedische Nationalmannschaft am Sonntag Melwin Björklin nachrücken.



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