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Blödorn vor Titel – und ab nach Lublin?

vor 6 Stunden
2 Min. Lesezeit

Für Norick Blödorn zeichnet sich eine konkrete Zukunft in der polnischen Ekstraliga ab – und eine aufregende noch dazu.


Norick Blödorn steht kurz davor, Geschichte zu schreiben – und das nächste Kapitel seiner Erfolgsstory gleich dazu. Nach dem Hinkampf im Finale der polnischen Ekstraliga führt er mit seiner Mannschaft aus Thorn mit 20 Punkten Vorsprung, nachdem der Titelverteidiger mit 55:35 gegen Breslau gewonnen hat.


Und Blödorn steht unmittelbar vor einem Wechsel zum ehemaligen Meister Motor Lublin, wo er Teamkollege von Bartosz Zmarzlik, Kacper Woryna und Mateusz Cierniak werden würde. Weil die drei Polen im Hauptkader an Bord bleiben und Adam Bubba Bednář als ausländischer Junior zu Lublin stößt, kann das Team noch einen Ausländer auf die U24-Planstelle gesetzt werden kann: eben Norick Blödorn.


Sebastian Beinhoff, der Manager von Blödorn, gibt sich nach entsprechenden Gerüchten in der polnischen Presse zugeknöpft. „Wir können noch nichts Endgültiges sagen – aber ich kann bestätigen, dass es eine konkrete Anfrage von Lublin gibt.“


Damit ändern sich die Karten, die Blödorn nach den geplanten Umstrukturierungen im Kader von Thorn hat, dramatisch. Weil Thorn den Norweger Mathias Pollestad holen möchte, schienen für Blödorn nur ein Verbleib auf der Ersatzbank, eine Ausleihe – an der er nach eigenem Bekunden kein Interesse hätte – oder ein Weg zurück in die Zweite Liga zu Rybnik möglich.


Wir können noch nichts Endgültiges sagen. Aber es gibt eine Anfrage von Lublin. – Sebastian Beinhoff

Die Verantwortlichen von Lublin reagieren mit ihrem Buhlen um Blödorn auf dessen starke Formkurve in der Ekstraliga. Während ausgerechnet Pollestad in der zweiten Saisonhälfte abbaute, wurde Blödorn immer stärker, steuerte auch beim hohen Heimsieg gegen Breslau 4+2 Punkte bei – und ärgerte sich sogar, dass er in Heat 10 auf Kurs zu einem möglichen zweiten 5:1 im Gespann mit Mikkel Michelsen „einen ziemlichen Anfängerfehler“ begangen und Artjom Laguta so eine Türe aufgelassen zu haben.


Michelsen war beim klaren Sieg punktbester Fahrer vor Robert Lambert, der seine Sehnenverletzungen in der Schulter wieder auskuriert hat. Bei den Gästen waren Laguta und Dan Bewley in jeweils 10 Punkten Topscorer. Bewley hatte sich zuvor in der englischen Zeitschrift „Speedway Star“ quasi für seine Vorstellung bei der Rückkehr in die WM entschuldigt: Er sei für die kräftezehrende Bahn in Vojens körperlich noch nicht parat gewesen, seine Vorbereitung während der Reha hätte voll und ganz auf die polnischen schnellen, glatten Bahnen beim Playofffinale abgezielt. Vor allem auf die Heimbahn in Breslau.


Norick Blödorn (vorn) steht kurz vor einem spektakulären Wechsel in Polen. Foto: FIM
Norick Blödorn (vorn) steht kurz vor einem spektakulären Wechsel in Polen. Foto: FIM

Dort allerdings muss seine Mannschaft mit höchst unrealistischen 20 Punkten Vorsprung auf Thorn gewinnen, um noch zu verhindern, dass Thorn seinen Titel verteidigt – und Blödorn zum Abschied als erster Deutscher den Meistertitel in Polen gewinnt. Wie viel ihm das bedeutet, hörte man aus den Fernsehinterviews nach dem langen Abend in Thorn, der wegen Regens mit knapp zwei Stunden Verspätung begonnen hatte, heraus. „Das war das größte und wichtigste Meeting, in dem ich jemals gefahren – trotz meiner Starts als Wildcard im Grand Prix und trotz der Junioren-Paar-WM“, ordnete er ein. Und schob hinterher: „Nach den letzten drei Läufen war die Stimmung im Stadion besser als bei jedem Fußballspiel in Deutschland.“

 
 
 

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