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Feuer in Wolfslake

Beim Speedwayteam Wolfslake glimmt es schon länger, nun sind die Flammen aufgelodert.


Es knallte am Sonntag. Elmo Schröder, der Sportleiter des Speedwayteams Wolfslake, ist kurz nach dem Liga Nord-Rennen in Meißen zurückgetreten – und kurz vor dem vorletzten Lauf zur Deutschen Einzelmeisterschaft, die am Abend des 22. August auf der Traditionspiste am Berliner Ring stattfinden wird.


Der Rücktritt von Schröder, der mit seiner Frau Alexandra auch die Teamleitung der Wolfslaker Liga Nord-Mannschaft innehatte, ist Teil 2 eines großen Vorstandsbebens bei den Brandenburgern. Im Juli des Vorjahres war bereits der Erste Vorsitzende Dennis Richter zurückgetreten, kurz nach dem Fiasko des Abbruchs vom U21-DM-Finale.


Die meisten Beobachter brachten die Abdankung Richters mit der verkorksten U21-DM in direkten Zusammenhang. Doch wer genau hinhörte, stieß bald auf Meinungsverschiedenheiten zwischen Richter und dem Zweiten Vorsitzenden Torsten Schmidt über die Art der Jugendarbeit und des Trainings für die 85-Kubikfahrer. Zudem gab es in Wolfslake, wie bei so vielen anderen Vereinen in Deutschland auch, Unstimmigkeiten über zu wenig mit anpackende freiwillige Helfer bei Arbeitseinsätzen.


Im Wolfslaker Verein brennt es gerade in den Kulissen. Foto: Heike Kleene
Im Wolfslaker Verein brennt es gerade in den Kulissen. Foto: Heike Kleene

Dass Wolfslake überhaupt zu einem Epizentrum der nordostdeutschen Nachwuchsarbeit geworden ist, verdankt der Klub dem Einsatz von Richter und Schröder. Die haben ab 2019 fünf Jahre lang gemeinsam den Verein entschuldet, die Kinderbahn gebaut und anno 2022 die WM für die 85-Kubikkinder ausgerichtet – bei der Janek Konzack den Titel holte.


Und wer noch weiter genau hinhörte, der erfuhr auch schon im vergangenen Winter, dass Wolfslake mit einem Einstieg in die Bundesliga geliebäugelt hatte – bereits für diese Saison, als viertes Team neben Güstrow, Stralsund und Wittstock. Die Bundesligaveranstalter hatten hinter den Kulissen schon konkret mit den Wolfslakern geplant. Doch die Vorstandschaft setzte dem ein P vor: Zu hoch sei das finanzielle Risiko, man wolle lieber einen stufenweisen Ausbau des Ligabetriebs von der Liga Nord über die Zweite Bundesliga.


Seit Februar ist Domingo Kreklow neuer Erster Vorsitzender. Er pflegt einen guten Draht zu Frank Mauer vom MSC Wittstock – dem aktuellen Bundesligaspitzenreiter. Mauer möchte Wittstock Ende des Jahres zusperren. Gemeinsam denkt man an ein gemeinsames Bundesligaprojekt mit Vater und Sohn Frank und Steven Mauer in Wolfslake.


Frank Mauer ist ausgemachter Ligafan, aber etwas schwankend in seinen Meinungen. Sollte es eine brandenburgische Koalition der Ligawilligen geben, blieben dem Oberhaus auch ohne Wittstock drei Vereine erhalten.


Die unterschiedlichen Ansichten zwischen Jugendgruppe und Sportleiter, die teils als „unüberbrückbare Differenzen“ interpretiert wurden, sowie zum Bundesligaeinstieg haben nun zum Rücktritt von Schröder geführt. Er selbst äußert sich nur vage. „Das stimmt“, antwortet er auf die Frage nach der Demissionierung, „aus persönlichen Gründen.“

 
 
 

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