„Es ist egal, wer da kommt“
- Norbert Ockenga
- vor 2 Tagen
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Lukas Fienhage schildert im Interview, welche Auswirkungen der geänderte Kalender der Langbahn-WM für ihn mit sich bringen.
Am Sonntag beginnt in Scheeßel die Langbahn-WM – mit erklecklicher Verspätung. Hat sich durch die Verlegung des Grand Prix von Marmande, der eigentlich als erster WM-Lauf gedacht war, irgendwas an Deiner Planung geändert?
Lukas Fienhage: Nein, absolut nicht. Mir kommt das sogar eher zugute, da ich Scheeßel von allen drei Bahnen im WM-Kalender am wenigsten mag. (Lacht.)
Wie hast Du die Zeit seit der Verschiebung verbracht? In Deutschland hat man Dich ja nicht mehr fahren sehen.
Lukas Fienhage: Hier in Frankreich hätte ich noch ein Rennen gehabt. Das wurde aber wegen der Waldbrände abgesagt. Am Freitagabend bin ich noch ein Speedwayrennen in Miramont gefahren, da habe ich Platz 9 geholt.
Das heißt, Ihr seid auch von den Waldbränden betroffen gewesen? In den deutschen Medien war stets nur etwas vage von „bei Bordeaux“ die Rede. Deswegen wusste ich nicht, ob das die Gegend war, in der Ihr auch wohnt.
Lukas Fienhage: Wir haben Glück gehabt, dass das Feuer nicht ganz bis zu uns hergekommen ist. Aber wir haben sehr wohl den Rauch bei uns gehabt – obwohl die Flammen knapp 150 Kilometer entfernt war. Das Rennen in La Réole ist abgesagt worden, weil kein Feuerwehr- und Rettungspersonal verfügbar war – denn die waren alle bei den Bränden im Einsatz.

Hast Du Dich aus der Ferne auf dem Laufenden gehalten, was die Konkurrenz in der Langbahn-WM bei den diversen offenen Rennen in Deutschland und den Niederlanden gefahren hat?
Lukas Fienhage: Ich habe mit einem Auge hingeguckt. Aber ich konzentriere mich gerade eher auf mich und genieße aktuell auch die Zeit mit der Familie, weil wir Betriebsurlaub haben.
Kann man aus solchen offenen Rennen überhaupt etwas ablesen für das Kräfteverhältnis in der WM? Und Rückschlüsse auf die eigene Herangehensweise ziehen?
Lukas Fienhage: Im Grand Prix packen alle noch Mal 20 Prozent drauf und gehen das eine oft entscheidende Quäntchen mehr Risiko ein. Von dem her sind WM-Läufe eine ganz andere Nummer als offene Rennen.
Das Starterfeld in der WM hat sich kurzfristig geändert. Zuerst hat Martin Smolinksi abgesagt. Und inzwischen ist auch Romano Hummel in Scheeßel nicht mehr mit dabei – den ich für einen der Hauptfavoriten gehalten habe. Hummel hat sich etwas nebulös über „medizinische Gründe“ geäußert, mehr weiß man nicht, auch nicht in der niederländischen Szene. Machen es solche Absagen leichter?
Lukas Fienhage: Ich habe die Nachricht vom Fehlen Hummels auch erst am Sonntagmorgen gelesen. Es spielt aber eigentlich auch keine große Rolle. In der Weltmeisterschaft musst du alle schlagen, um Weltmeister zu werden. Und vor allem drei konstante Rennen liefern. Von daher ist es egal, wer da kommt oder nicht kommt – du musst in allererster Linie selbst abliefern.
Der Grand Prix von Marmande ist auf den Sonnabend nach dem Zweitligafinale in Landshut verlegt worden. Und in Landshut steht auch Dein deutscher Speedwayverein, der MSC Cloppenburg, mit im Feld, kämpft sogar noch um Rang 2 in der Endabrechnung. Landshut ist zwar nur 40 Autominuten vom Flughafen München entfernt. Aber trotzdem ist wohl schwierig, bei beiden Rennen zu fahren.
Lukas Fienhage: Machbar wäre es schon. Aber ich weiß noch nicht, ob ich das Risiko eingehen möchte, am Abend vor der Langbahn-WM-Entscheidung noch ein Rennen zu bestreiten.



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