Erhart übersteht Horror von Dohren
- Norbert Ockenga
- vor 3 Minuten
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Patricia Erhart baut am Freitagabend in Dohren einen Monstercrash, zeigt sich aber gänzlich unbeeindruckt.
Mit der Entwarnung war nicht zu rechnen. „Ich fahre in Wolfslake wahrscheinlich wieder“, kündigt Patricia Erhart am Sonntagabend nach ihrem Sturz beim Liga Nord-Rennen in Dohren an.
In Wolfslake steht am 19. September der vorletzte Durchgang der Dritten Liga an, Erhart steht dort im Aufgebot der neuen Fahrgemeinschaft aus Stralsund und Neubrandenburg. Auf der malerisch gelegenen Bahn am Berliner Ring gehen auch die Mitfavoriten vom MSC Moorwinkelsdamm an den Start.
Wenige Tage später, am 25. September, spielt Erhart beim Finale der Zweiten Bundesliga in Landshut eine tragende Rolle: Beim Finale dahoam der Inn-Isar-Devils kämpft sie mit dem MSC Olching gegen den MC Güstrow und die Gastgeber um den Titel, in dem wohl dramatischsten Showdown-Rennen, das der deutsche Bahnsport in diesem Jahr erleben wird.
Dass Erhart an Einsätze sowohl in Wolfslake als auch in Landshut denkt, ist nach einem Blick auf die Fotos von Daniel Sievers vom Sturz in Dohren am Freitagabend eine echte Überraschung – und zeigt, aus welchem Holz die Bayerin geschnitzt ist. „Sie hat eine gestauchte Wirbelsäule, eine leichte Gehirnerschütterung und eine Prellung am Oberschenkel“, berichtete Klubvorstand Tobias Kroner bereits am Samstag nach dem Sturz. „Aber sie war abends um halb 12 schon wieder bei uns im Fahrerlager unterwegs.“
Erhart bestätigt die Verletzungen am Tag drauf. „Das ist aber alles nicht so schlimm, wie es sich anhört“, beschwichtigt sie. „Mir ist nicht so viel passiert; glücklicher Weise ist nix gebrochen.“
Das ist alles nicht so schlimm. – Patricia Erhart
Erhart hatte ausgangs der Startkurve eine Rille erwischt, war darauf gen außen geschubbert; ihre Maschine hakte sich ein und wirbelte in einen Überschlag. Dabei nahm das Motorrad die zur Passagierin gewordene Fahrerin mit und warf sie in einen Schleudergang, bei dem Rücken, Hüfte und Beine verdreht wurden.

Nach dem Sturz von Erhart musste sie samt Notarzt im Rettungswagen abtransportiert werden. Die Veranstaltung wurde danach nicht mehr aufgenommen. Denn es hatte bereits vorher eine Verzögerung gegeben. Dominic Hamminga hatte beim Umlegen nach dem Start eine Rille erwischt, seine Maschine schoss geradeaus und wurde vom Luftfangzaun in einen Looping ausgehebelt. Der mündete in einem satten Einschlag in einen Fotografenturm – ein Unfallhergang, der an den Abflug von Sophia Flörsch im Formel 3-Rennen von Macau 2018 erinnert.
In Dohren wurden zwei Fotografen vom Gerüst gekippt. Klaus Goffelmeyer, einer der renommiertesten Lichtbildner der Szene im Nordwesten, verletzte sich bei dem Sturz an Hüfte und Schulter; die Schulter musste operiert werden.
Hamminga passierte bei dem Sturz nichts. Er wird wie Erhart auch bei den beiden nächsten Ligarennen an den Start gehen: In Wolfslake für Moorwinkelsdamm, in Landshut für die Inn-Isar-Devils.
Das Liga Nord-Rennen in Dohren gewann der MSC Meißen mit neun Punkten Vorsprung vor dem MSC Brokstedt. Bei den Sachsen gab Levi Böhme seine Rückkehr vom Schlüsselbeinbruch – und blieb ungeschlagen. Auch Mika Frehse holte zwei Laufsiege bis zum Abbruch, Richard Geyer einen ersten und einen zweiten Platz.
Die Gesundmeldung von Böhme würzt das Zweitligafinale am 25. September in Landshut noch weiter an: Böhme steht als Teamkollegin von Erhart im Kader des MSC Olching auf der Juniorplanstelle.
Die Videosequenz der Fotos von Daniel Sievers von Erharts Sturz in Dohren könnt Ihr Euch hier angucken:



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