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Siegfahrt mit Hindernissen

Erik Riss schildert jene dramatischen Umstände, unter denen er am Samstagabend in Morizès den zweiten Durchgang der Langbahn-WM vor Lukas Fienhage gewann – und die außen keiner mitbekommen hat.


Auf den ersten Blick sieht doch alles ganz gut aus: drei Siege und ein dritter Platz in den Vorläufen, dann im Finale ein Sieg, also zum zweiten Mal nach Scheeßel volle WM-Punktzahl und nun vor dem Finale in Marmande 10 Punkte Vorsprung in der Tabelle auf Dave Meijerink.


Aber so einfach, wie es die Statistik und das Rennprogramm glauben machen möchten, war der zweite Langbahn-Grand Prix in Morizès beileibe nicht. Ganz im Gegenteil: Mein Team und ich hatten alle Hände voll zu tun – und haben richtig viel Arbeit in den französischen Rennabend investieren müssen.


Denn ab dem zweiten Lauf hatte ich permanent Probleme mit meiner Kupplung. Ich habe im zweiten, dritten, vierten und fünften Lauf jeweils mein ganzes Kupplungspaket verbrannt. Wir haben nach jedem Heat die Kupplung komplett gewechselt.


Das war ein echt stressiger Rennabend. – Erik Riss

Ab der zweiten Runde wurde ich immer langsamer, weil die Kupplung geschliffen hat. Ich habe das auf der Bahn gemerkt. Wir haben daraufhin nach jedem Heat den gesamten Kupplungssatz gewechselt. Aber es lag gar nicht daran.


Und genau deswegen habe ich auch den vierten Lauf gar nicht auf die Reihe bekommen: Da hat sich der Start ewig hingezogen. Dadurch wurde meine Kupplung dermaßen heiß, dass sie schon am Start komplett geschliffen hat. Ich hatte keinen Kraftschluss mehr und bin Mathias Trésarrieu und Tero Aarnio nur noch hinterhergefahren.


Erik Riss, hier vor Romano Hummel, und sein Team hatten in Morizès alle Hände voll zu tun. Foto: FIM
Erik Riss, hier vor Romano Hummel, und sein Team hatten in Morizès alle Hände voll zu tun. Foto: FIM

Erst vorm Finale – aber immerhin gerade noch rechtzeitig – haben wir den wahren Grund gefunden: Es lag an Schrauben im Kupplungskorb, die das Gehäuse mit einem Riemenkranz verbinden. Diese Schrauben haben sich gelöst.


So etwas kann zum Beispiel durch Hitze passieren. Denn die Schrauben werden mit Loctite – einem im Motorsport oft verwendeten Hochleistungsklebstoff – eingeklebt. Aber solch’ eine Kupplung wird brutal heiß. Und wenn sie zu heiß wird, dann kann es passieren, dass das Loctite sich verflüssigt – und sich die Schrauben deswegen lösen.


Zum Glück sind wir da vorm Endlauf drauf gekommen, sodass ich da im entscheidenden Moment keine Probleme mehr gehabt habe, sondern relativ sicher vor Lukas Fienhage und Zach Wajtknecht gewonnen habe.


Aber insgesamt muss ich schon sagen: Es war deutlich schwieriger, als es hätte sein können. Und auch müssen. Denn wenn ich das Problem nicht gehabt hätte, dann hätte es durchaus wieder ein weiterer Maximumsieg sein können.


Aber am Ende bin ich froh, dass wir das Problem überhaupt gefunden haben. Denn das war insgesamt ein echt stressiger Rennabend.



 
 
 

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