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Groll und Zorn

Franz Zorn verweist aufs Alter, sagt sonst wenig, fährt aber stark.


Es gab früher einen Fußballtrainer mit Kultstatus, der den Spitznamen „Der Grantler“ trug. Ernst Happel hieß er, führte unter anderem den HSV in dessen goldener „Bananenflanke Kaltz – Kopfball Hrubesch – Toooor!“-Zeit in den Achtzigern zu Meisterschaften, Pokal- und Europapokalsiegen führte.


Landsmann Franz Zorn, obschon in Saalfelden am Steinernen Meer und damit aus einem anderen Teil Österreichs stammend, nimmt phasenweise Happel’sche Züge an: Sein Repertoire an knappen, grantig hingeworfenen Sätzen mit vorwurfsvollen Untertönen wird immer größer, inhaltlich belastbare Auskünfte immer rarer.


Dabei hätte Zorn in Inzell durchaus etwas zu erzählen gehabt. Er ist neben Luca Bauer und Max Niedermaier der am meisten bejubelte Fahrer in der prall gefüllten Max-Aicher-Arena. Sein Auftritt im Fahrerlager, die Optik der Maschinen und der Kombis sind die professionellsten des Feldes. Und der Silberrücken der Eisspeedwayszene ist immer noch einer der schnellsten Fahrer. Doch im Laufe eines jeden Rennens hat er stets eine Delle, die ihn von der Finalteilnahme abgehalten hat.


Die anderen Fahrer sind inzwischen 10 oder 20 Jahre jünger, das macht sich bemerkbar. – Franz Zorn

Allein: Über die Gründe dafür Auskunft zu geben, fällt Zorn schwer. Am Samstag verliert er ein Mal seinen Schutzaufsatz auf dem kurveninneren Fahrerstiefel und kann daher nicht mehr tief umlegen, sondern nur noch hinterherfahren. Zudem muss ein Mal das Federbein gewechselt werden. „Da hat irgendwas nicht gestimmt“, antwortet Zorn auf die Frage nach den Gründen.


Wer hätte das gedacht?


Wenn alles gestimmt hätte, hätte man’s ja nicht getauscht.


In seinen eigenen Sozialen Netzwerken wird er konkreter. Seine Starts seien sehr gut gewesen, die besten des Feldes, wenn auch nicht perfekt wegen immer wieder nötig gewordenen Nachkuppelns. Von 11 Starts hätte er 11 gewonnen. Jedes Tag hätte er einen Heat gehabt, in dem er fast zu Sturz gekommen sei. Und im Hoffnungslauf am Sonntag, in dem er vom ersten auf den letzten Rang durchgereicht wurde, sei wieder – wie im Vorjahr im Training – am Hinterreifen von Mitas ein Reifenschaden aufgetreten, sodass das Hinterrad von links nach rechts und umgekehrt gefischelt und geschwänzelt sei.


Franz Zorn (l.) im Gespräch mit Motortuner Klaus Lausch im Vorstartbereich von Inzell. Foto: Heike Kleene
Franz Zorn (l.) im Gespräch mit Motortuner Klaus Lausch im Vorstartbereich von Inzell. Foto: Heike Kleene

Im Fahrerlager dagegen? Die einzige längere Antwort: „Ich bin mittlerweile 55; die anderen Fahrer sind 10, 20 Jahre jünger – das macht sich schon bemerkbar.“



 
 
 

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