Häusl komplettiert Kader
- Norbert Ockenga
- vor 1 Tag
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Deutschland setzt für Freitagabend in Landshut Kai Huckenbeck auf Reserve – und damit auf die Karte Taktik.
Die Herangehensweise könnte verschiedener nicht sein. Während die Engländer beim Halbfinale der Mannschafts-WM am Freitagabend in Landshut auf eine klassische Aufstellung mit einem reinrassigen Reservisten setzen, der nur als Vertretung fürs Stammquartet dabeit ist, spielen die Deutschen auf Taktik.
Denn Mannschaftskapitän Kai Huckenbeck ist in der endgültigen Aufstellung des finalen Quintetts als fünfter Mann und damit als Ersatzfahrer aufgeboten worden – und kann so in jedem Block eingewechselt werden.
Das deutsche Team besteht damit aus Norick Blödorn, Mario Häusl, der den Vorzug vor Valentin Grobauer erhielt, Kevin Wölbert, Lars Skupień und Huckenbeck als taktische Reserve. Die Idee dahinter ist klar: Huckenbeck wird zunächst für Skupień parat stehen, kann aber auch für alle anderen Fahrer eingewechselt werden. Denn sie alle unterlagen starken Formschwankungen. Blödorn wurde von einer Reihe immer neuer Defekte überrascht, Häusl und Wölbert pendeln zwischen Hui und Pfui; Wölbert etwa gab sich selbst nach dem letzten Landshuter Ligarennen in eigenen Worten eine Sechs.

Gegen England braucht Deutschland allerdings ein Quartett ohne Schwachstellen. Die Briten ihrerseits kommen so gerupft daher, dass sie in ihrer überraschenden Aufstellung Will Cairns gar einen Junioren auf der Ersatzfahrerposition aufbieten – hinter Dan Bewley, Robert Lambert, Tom Brennan und Leon Flint. Cairns ist noch nicht reif die internationale Bühne der Erste Herren.
Die Ukrainer gehen einen ähnlichen taktischen Weg wie die Deutschen: Ihr Käpt'n Marko Lewischin, der in der Bundesliga für Wittstock fährt, schert als Reserve immer wieder aus der Dauerwarteschleife aus, um die zwei Schwachstellen auf den Nummern 2 und 3 zu ersetzen. Und bei den Tschechen ist Mannschaftskapitän Jan Kvěch in der Rolle des Dauerjokers auf Planstelle 5 gesetzt, denn die Positionen 2 bis 4 sind wackelig besetzt.
Durch die unfreiwillige Selbstschwächung der Briten und die taktische Herangehensweise der Deutschen sowie deren Ortskenntnis auf der Bahn an der Ellermühle sind die Schwarzrotgüld'nen wieder in der Favoritenrolle fürs Weiterkommen ins Finale in Warschau.



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