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Harter Heimvorteil

Die deutschen Fahrer fanden sich auf dem Eis von Varkaus nicht sonderlich zurecht – und zudem das Veranstaltungsformat nicht gut.


Ein Eis, zwei Meinungen. Die erfolgreichen Finnen fanden das harte Eis beim EM-Finale in Varkaus genau richtig; Europameister Heikki Huusko urteilte sogar, dass der Haftbeiwert deutlich zugenommen hätte, nachdem die erste Schicht aufgebrochen und runtergefahren respektive -gefegt worden war.


Den Deutschen dagegen war das Eis zu hart, kalt und brüchig. Allen voran Luca Bauer. Der Bayer aus Reit im Winkl hatte den Nachmittag mit zwei Laufsiegen jeweils über die Außenbahnbegonnen, war dann aber von den versammelten Nordmannen geschlagen und im Hoffnungslauf sogar rausgeschmissen worden. „Mein Ziel war, unter die ersten 3 zu kommen. Aber mir war auch klar, dass das auf der Bahn für mich sehr schwer werden würde“, analysiert Bauer im neuen Podcast von bahndienst.com „Denn Sanok etwa liegt mir von der Bahn her viel mehr. Ich bin mit dem Tempo in den ersten Läufen sehr zufrieden. Als das Eis immer schlechter geworden ist, konnte ich das Tempo nicht mehr halten.“


Es sollen nicht nur die Fahrer investieren, sondern auch die Veranstalter. – Luca Bauer

Bauer nimmt im Podcast Anstoß am Veranstaltungsformat. „Dass die FIM überhaupt erlaubt, dass man auf einer Natureisbahn zwei Stunden vorm Rennen ein Warm-up von eineinhalb Minuten macht“, staunt er. Das hat auch Franz Mayerbüchler verblüfft. „Aus Fahrersicht war’s schade, dass man keinen Trainingstag hatet. Besser wär’s gewesen, man hätte freitags Trainings fahren können“, sagt der Inzeller im Podcast. „Jetzt war die Bahn mit dem Warm-up etwas geschunden.“


Auch Marc Geyer, der dritte Deutsche im Feld, notierte: „Auf einer so kalten, harten und ultra ausgefahrenen Bahn sind wir alle noch nicht so oft gefahren. Ich bin erstaunt, dass es nicht noch mehr Stürze und mehr Verletzte gegeben hat.“ Lediglich Harald Simon hätte es nach einem Crash mit Andrej Diviš arg gebeutelt. Der Österreicher aber quälte sich trotz arger Schmerzen sogar noch in den Hoffnungslauf, wo er neben Bauer ausschied.


Luca Bauer ärgert sich über Eishärte und Rennformat bei der EM in Varkaus. Foto: FIM
Luca Bauer ärgert sich über Eishärte und Rennformat bei der EM in Varkaus. Foto: FIM

Bauer ärgert sich im Podcast: „Wir fahren da 65 Stunden mit dem Auto hin, für sechs Läufe, und der Veranstalter ist nicht fähig, Zeit oder Geld zu investieren. Dann sollte solch ein Organisator auch kein Rennen kriegen. Denn es sollen nicht nur die Fahrer investieren, sondern auch die Organisatoren. Jetzt freu’ ich mich auf Inzell. Ich glaube, dass wir da gut dabei sind, denn da ist das Eis viel besser. Und dann sehen wir’s eh’.“


Den Podcast zur EM in Varkaus mit den O-Tönen von Luca Bauer, Franz Mayerbüchler und Marc Geyer, aber auch zum möglichen neuen deutschen Sommer-Teammanager Michael Härtel und zur neuen Fahrgemeinschaft zwischen Stralsund und Neubrandenburg für die Liga Nord könnt Ihr Euch hier anhören:



 
 
 

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