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„Ich konnte nicht mehr aufs Motorrad kommen“

Lukáš Hutla hat sich beim Saisonauftakt in Schweden verletzt. Die Berichte über seinen Zustand fielen unterschiedlich, teils alarmierend aus. Höchste Zeit, beim Europameister persönlich nachzufragen.


Du hast den ersten Tag vom Trainingslager in Örnsköldsvik abbrechen müssen und dann auch knapp eine Woche später das erste Supercuprennen nicht zu Ende gefahren. Was ist passiert?

Lukáš Hutla: Das Training war erst das zweite Mal, dass ich auf dem Motorrad saß. Ich habe die Lage verkehrt eingeschätzt und habe mir deswegen ein Knie auf der Innenseite einer Kurve an einer Schneewand angeschlagen.


Was hast Du für Verletzungen davongetragen?

Lukáš Hutla: Ich habe mir beide Bänder im Knie verletzt und einen Oberschenkelmuskel gezerrt.


Warst Du in Schweden beim Arzt?

Lukáš Hutla: Der Arzt hat mir gesagt, dass ich mindestens drei bis vier Wochen Ruhe brauche. Also habe ich mich für vier Tage ins Bett gelegt und Filme geschaut.


Ich habe mich vier Tage ins Bett gelegt und Filme geschaut. – Lukáš Hutla

Und wie ging’s dann im Supercup weiter?

Lukáš Hutla: Nachdem ich ein paar Tage geruht habe, bin ich freitags im Supercup an den Start gegangen. Aber da hatte ich vor dem Start nicht nur Bedenken wegen meiner Knie – sondern hatte sogar Schiss, ob ich überhaupt auf dem Motorrad sitzen könnte.


Und?

Lukáš Hutla: Meine Knie haben einigermaßen mitgespielt. Aber dann stellten sich brutale Schmerzen im Nacken ein. Ich konnte immer mühsamer und damit auch schlechter fahren. Wir wussten, dass das keinen Sinn mehr hatte. Mein vierter Heat war mein letzter. Ich konnte nicht mal mehr auf die Maschine kommen, geschweige denn Rennen fahren. Also musste ich aufstecken.


Lukáš Hutla ringt nach einem verkorksten Trainingslager um seine Fitness. Foto: FIM
Lukáš Hutla ringt nach einem verkorksten Trainingslager um seine Fitness. Foto: FIM

Wo kamen denn nun plötzlich diese Nackenschmerzen her?

Lukáš Hutla: Das ist alles an dem Tag passiert, als ich den Sturz und die Probleme mit Knien und Beinen hatte. Aber die Schmerzen im Genick haben sich erst fünf Tage später eingestellt.


Bist Du zu früh wieder mit dem Fahren angefangen?

Lukáš Hutla: Ja, wahrscheinlich war das wohl zu früh.


Hast Du Dich in Schweden weiter behandeln lassen – oder in Tschechien?

Lukáš Hutla: Wir sind sofort nach Hause gefahren. Bei der Untersuchung in Prag haben die Ärzte keine bösen Rückenwirbelverletzungen gefunden, nur Prellungen. Also muss ich wieder ein paar Wochen ruhen und darf meinem Körper absolut keine Belastungen zumuten.


Hast Du jetzt Physiotherapie, oder machst Du gar eine Reha?

Lukáš Hutla: Ich mache ein paar einfache Übungen. Aber überwiegend genieße ich die Ruhe mit meiner Familie. Nächste Woche fahren wir nach Örnsköldsvik zur WM-Qualifikation. Also steige ich einfach wieder in den Rennbetrieb ein.


Wie geht’s Dir inzwischen?

Lukáš Hutla: Ich hoffe, dass ich das Schlimmste jetzt schon überstanden habe. Ich schaue jetzt nach vorn und will da mein Bestes geben.


Kannst Du in Deiner Heimat trainieren? Ist es dazu kalt genug? Es gab ja im vergangenen Jahr die Offene Tschechische Meisterschaft auf einem zugefrorenen See in der Nähe von Liberec – ist so etwas 2026 wieder geplant?

Lukáš Hutla: Wir haben diese Woche ein kleines Training. Danach soll es aber zunächst wieder warm werden. Doch wir planen, in Hammer am See und in Optawitz am 14. und 15. Februar.

 
 
 

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