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„Jetzt ist’s wurscht, jetzt sind wir Zweiter“

Alles Anrennen bringt nix: Luca Bauer findet im Finale auf seiner Inzeller Heimbahn keinen Hebel, den er bei Niclas Svensson ansetzen kann.


Du warst im Finale die ganze Zeit knapp an Niclas Svensson dran, hast ihn aber nicht mehr zu packen gekriegt. Also: Knapp am Heimsieg vorbei – was überwiegt da? Ärger über den verpassten ersten Platz oder doch die Zufriedenheit?

Luca Bauer: Gestern war ich einerseits auch schon zufrieden und andererseits nicht. Aber heute überwiegt die Zufriedenheit. Ich habe im Finale alles riskiert, weil ich gewusst habe, dass es eine gute Chance ist. Ich wünsche Martin Haarahiltunen zunächst ‚Gute Besserung‘; es tut mir leid für ihn. Aber natürlich haben wir alle davon profitiert, dass er nach dem Sturz nicht wieder starten konnte. Wir waren aber vor dem Abbruch auch schon sehr eng dabei. Ich habe dann wirklich alles versucht: Ich hab’s innen probiert, hab’ mich zurückfallen lassen, hab’ mich außen wieder hingearbeitet und wollte in der letzten Kurve dann innen vorbeiziehen. Es war wieder extrem knapp – wie gestern im Last Chance-Heat. Aber ich glaub’ wenn man in Inzell Zweiter wird, dann kann man sich auch nicht ärgern.


Du hast mit zwei Laufsiegen und einem zweiten Platz angefangen, dann kam ein dritter Rang – und damit war die direkte Finalteilnahme eigentlich schon passé und es klar, dass Du in den Hoffnungslauf musst.

Luca Bauer: Ich habe mich nicht auf den direkten Finaleinzug konzentriert, weil ich gewusst habe, dass man da richtig gut drauf sein muss. Mir war vorher klar, dass genau dieser Lauf der schwerste werden würde – gegen Niclas Svensson, Max Koivula und Franz Zorn. Ich habe aber auch gewusst, dass ich aus diesem Lauf mindestens einen Punkt brauche, damit es um den Einzug in den Last Chance-Heat nicht auch noch eng wird. Ich war bei Koivula auch dabei, aber es hat nicht gereicht. Das Ergebnis der Vorläufe hat sogar richtig gut gepasst, weil ich mir so genau die Helmfarbe für den Last Chance-Heat habe aussuchen können, die ich richtig gern mag.


Luca Bauer kalkuliert mit Vater Günther den Punktebedarf vor seinem letzten Vorlauf. Foto: Heike Kleene
Luca Bauer kalkuliert mit Vater Günther den Punktebedarf vor seinem letzten Vorlauf. Foto: Heike Kleene

Zuvor gab es noch Debatten, weil Martin Haarahiltunen in Lauf 2 vor Dir fahrend einen Ballen von der Streckenbegrenzung berührt und auf die Bahn gezogen hat, aber dennoch vor Dir als Laufsieger gewertet wurde.

Luca Bauer: Ich verstehe nicht, warum man das nicht mehr bestraft. Er hat fünf Strohballen aufgeschlitzt und einen ein bisschen in meine Spur reingezogen. Als ich bei der WM-Qualifikation ein Mal über die blaue Linie drübergefahren bin, war das gleich ein Weltuntergang. Sie haben sogar Fernsehbilder. Und jeder Punkt ist wichtig. Deswegen verstehe ich nicht ganz, warum er da nicht disqualifiziert wurde. Aber im Endeffekt ist’s jetzt wurscht – jetzt sind wir Zweiter.



 
 
 

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