Kai aus der Kiste
- Norbert Ockenga
- vor 34 Minuten
- 2 Min. Lesezeit
Warum Kai Huckenbeck in Manchester plötzlich wieder Grands Prix fährt.
Die Freude währt nur kurz. Dominik Kubera hat sich in Abensberg so gerade eben in die Grand Prix-Challenge gerettet. Der Pole musste sich dazu in einem Dreierstechen mit Keynan Rew und Francis Gusts mindestens Rang 2 sichern, um den Einzug in die Challenge zu schaffen.
Rew übernahm im Stechen vom Start weg die Führung, der Australier ließ nichts mehr anbrennen. Kubera hingegen lag zu Beginn hinter Gusts auf dem dritten Rang. Kurz vor Ende des Stechens konnte er noch am Letten vorbeigehen. Er zeigte damit eines von nur ganz wenigen Überholmanövern auf einer Bahn von Abensberg, die trotz neuen Belags Garant für langweilige Pfingstmontagsprozessionen war: In den allermeisten Fällen gab es nach den Starts keine Angriffe und Verschiebungen mehr, Kubera bildete eine der wenigen Ausnahmen in dem ansonsten statischen Rennen.
Dieser Einzug in die nächste Runde mit Hängen und Würgen kann nun Gold wert sein für den Polen, der bislang in diesem Jahr enttäuscht hat. Denn gut 24 Stunden später muss Kubera mit dem Rettungswagen in ein schwedisches Krankenhaus: Am vierten Renntag der Ersten Schwedischen Liga stürzt Kubera in der Partie zwischen Lejonen Gislaved und Piraterna Motala. Nach perfektem Start trifft er eingangs der ersten Kurve eine besonders griffige Passage und wird mit Wucht in den Luftfangzaun beschleunigt.
Dabei bricht er sich ein Schlüsselbein; der Bruch ist derart kompliziert, dass er operiert werden muss. Kubera wird mindestens den Doppelschlag-Grand Prix in Manchester am Freitag und Sonnabend auslassen, wahrscheinlich auch den nächsten Durchgang in Breslau verpassen müssen. Bei drei Fehlrennen sinkt die Wahrscheinlichkeit auf den direkten Klassenerhalt dramatisch.

In Manchester wird Kubera durch Kai Huckenbeck ersetzt. Der Emsländer ist damit nach Anders Thomsen und Jan Kvěch, die Freddy Lindgren beziehungsweise Dan Bewley vertreten, schon der dritte Fahrer von der Nachrückerliste, der ins Hauptfeld aufrückt.
Über dem Start von Kvěch schwebte zunächst auch ein Fragezeichen. Denn der Tscheche war beim Snoozefest von Abensberg in seinem vierten Lauf im Duell mit Rew gestürzt: Kvěch hatte auch eines der wenigen Überholmanöver setzen, aber seine Führung nicht festhalten können. Dann ging er auf Platz 2 fahrend unbedingt zu Boden.
Er klagte über Schmerzen am Hals und im Nacken. Doch im Krankenhaus in Bayern stellten die Ärzte keine Brüche fest, nur Prellungen, sodass Kvěch schon wenige Tage später in Polen wieder Liga fahren konnte.
Huckenbeck seinerseits hat die Qualifikation für die Grand Prix-Challenge auf der anspruchsvollen Bahn in Glasgow gerade mit Bravour geschafft. Der Norddeutsche ist der damit der einzige Schwarzrotgüldne, der überhaupt noch Chancen auf die WM-Teilnahme 2026 hat: In Glasgow schied Mario Häusl aus, obwohl das Stadion seine Heimbahn in der Britischen Liga ist. In Abensberg, wo der kleine US-Amerikaner Luke Becker mit Maximum gewann, kam keiner eine Runde weiter: weder Norick Blödorn noch Kevin Wölbert, und auch nicht die Reservisten Valentin Grobauer und Patricia Erhart.



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