Nicht weit genug gedacht?
- Norbert Ockenga
- vor 1 Tag
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Kenneth Kruse Hansen fährt am Sonnabend beim Allstar-Festival in Werlte – und kritisierte vorher den Weltverband FIM.
Schnell gemacht ist nicht unbedingt gut gemacht. Findet zumindest Kenneth Kruse Hansen – nach der Verschiebung des ersten Langbahn-Grands Prix der Saison. Der Grasbahneuropameister, der am Samstag auch beim Rahmenrennen der Solisten bei der Seitenwagen-Challenge in Werlte im Emsland fahren wird, hat sich auf seiner Facebookseite zur Neuansetzung eingelassen, und die englische Fachzeitschrift „Speedway Star“ hat seine digitalen Äußerungen aufgegriffen.
Kruse Hansen kritisiert in seiner Social Media-Aussage ausdrücklich nicht, dass das Rennen in Marmande überhaupt verschoben worden ist. „Aber was danach geschehen ist, das ist ganz schwer zu verstehen“, krittelt er.
Nämlich die sofort vorgetragene Verschiebung des Rennens auf den 26. September. „Die Fahrer sind nicht Mal nach ihrer Meinung gefragt worden, bevor solch’ eine wichtige Entscheidung gefällt wurde“, moniert der Däne. „Dabei sind die Fahrer und die Teams doch diejenigen, die ihre Arbeit, ihre Termine und ihr Familienleben neu organisieren müssen. Dazu kommen noch die Reisen und die Unterkünfte, all’ das oft zu ihren Lasten und auf ihre eigenen Kosten.“
Kruse Hansen ist sicher: „Es hätte eine echte Möglichkeit gegeben, das besser zu lösen. Warum legt man den verschobenen Grand Prix nicht mit jenem in Morizès zusammen und schafft so ein ähnliches Format wie jenes in Manchester? Das würde die Kosten senken, unnötige Reisen vermeiden und es für alle Beteiligten insgesamt leichter machen.“
Die Entscheidungen müssen mit den Fahrern getroffen werden, nicht einfach für die Fahrer. – Kenneth Kruse Hansen
Langbahnsport, führt er weiter aus, „ist ein fantastischer Sport. Aber er kann nur weiter wachsen, wenn die Entscheidungen zusammen mit den Fahrern gefällt werden – und nicht einfach nur für die Fahrer. Das geht schon mit besserer Kommunikation los.“

In der Tat ist schon die erste Terminkollision ruchbar geworden: Am Tag nach dem neu angesetzten Grand Prix in Marmande findet das offene Rennen vom RSC Pfarrkirchen statt – ein Langbahnklassiker auf einer Traditionsbahn in Bayern, der sicher auch den einen oder anderen WM-Teilnehmer angelockt hätte. Doch von Marmande nach Pfarrkirchen sind’s bummelig 1.400 Kilometer, man braucht mit einem Transporter mindestens 13 Stunden. Da Marmande unter Flutlicht gefahren wird, sind Starts am Tag drauf in Pfarrkirchen verunmöglicht worden.
Ähnlich weit ist auch die Distanz von Landshut nach Marmande. Und in Landshut findet am 25. September das „Finale dahoam“ der Zweiten Bundesliga statt, also das Heimrennen der Inn Isar Devils. Dort könnte der MSC Cloppenburg im Kampf um Endrang 2 die Dienste von Lukas Fienhage gut gebrauchen. Dessen Vater Uwe müsste also zuerst die Langbahnmaschinen nach Frankreich kutschieren, dann zurück nach Norddeutschland, die Speedwaymotorräder nach Landshut fahren – und Sohn Lukas müsste hin und her fliegen. Und mit einem Ersatz wird’s für die Cloppenburger auch schwierig: Am selben Wochenende steigt in Polen das Spiel um Platz 3 und das Finale der Playoffs in der Ekstraliga; die beiden möglichen anderen Nummer 1-Fahrer von Cloppenburg, Norick Blödorn und Nicolai Heiselberg, stehen beide bei Apator Thorn unter Vertrag – einem Team, das ziemlich sicher in einer der beiden Partien dabei sein wird.



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