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Nummer 3 lebt

Eigentlich war es nur als Trainingsmotorrad gedacht. Doch nun könnte dem dritten Bike aus der Schmiede von Steffen Höppner noch größere Relevanz zufallen.


So richtig in die Karten schauen lassen mag sich Steffen Höppner nicht. Der Tuner von Max Niedermaier druckst ein bisschen herum, wenn er zu den Neuheiten an der Maschine des deutschen Nationalfahrers befragt wird. „Wir haben das, was wir gemacht haben, in Schweden ausgiebig getestet“ sagt Höppner. „Aber wir sprechen nicht von Quantensprüngen, sondern von Feinabstimmungsarbeit.“


Nicht Mal die Motoren seien von Grund auf neu aufgebaut worden – sondern lediglich revidiert. „Eigentlich ging es nur um Abstimmungssachen mit vorhandenem Material. Etwa auch um eine andere Motorcharakteristik.“


Denn nach der Vielzahl von Stürzen, die Niedermaier in Inzell und in Heerenveen aus dem Sattel gehauen haben, musste die Eislage und das Ansprechverhalten seines Motorrades für die Kurveneingänge so verändert werden, dass die Maschine deutlich ruhiger liegt.


Die ersten Rennen in Schweden, versichert Höppner, hätten gezeigt, dass die Bockigkeit nun ausgetrieben sei. „In Schweden sind die Verhältnisse anders“, warnt der Tuner aber auch. „Die Radien und Länge der Bahn sind anders, und die Eisbeschaffenscheit von Natur- auf Kunsteis ist völlig anders. Du kannst also nicht direkt so testen, als ob du in Inzell bist. Das kann aber man mit dem Gefühl von Max einfach adaptieren.“


Der Kleine erbt die Erfahrung vom Anderen quasi mit. – Steffen Höppner

Höppner hat vor der Abreise ins Wintertrainingslager die Maschinen der gleichnamigen, aber beim Alter um 12 Jahre auseinander liegenden Vettern Max Niedermaier vorbereitet. Und dazu noch eine dritte Maschine, die neu im Fuhrpark der Bayern ist. „Das neu aufgebaute war für Bernhard Sanftl, der damit in Schweden gefahren ist. Das kann unter Umständen als Reserve für die beiden Max’ parat stehen. Aber das ist nicht unbedingt nötig. Denn eigentlich teilen die beiden sich zwei Motorräder. Nur wenn sie in einem Heat zusammen fahren, kann es nötig werden, die dritte Maschine parat zu haben.“


Steffen Höppner kümmert sich als Tuner um die Maschinen der Vettern Max Niedermaier. Foto: Heike Kleene
Steffen Höppner kümmert sich als Tuner um die Maschinen der Vettern Max Niedermaier. Foto: Heike Kleene

Bei den drei Einzel-WM-Läufen also nur je ein Mal in den Vorläufen und gegebenenfalls noch in Hoffnungslauf oder Finale. Doch bei der Mannschafts-WM in Südfriesland mag sich die dritte Maschine als segensreich erweisen: Sollte Max Niedermaier d.J. an der Seite seines Vetters zum schwarzrotgüld’nen Nationalkader stoßen, was nach den Äußerungen von Hans Weber sehr wahrscheinlich geworden ist, rücken die beiden Gleichnamigen womöglich öfter zusammen aus.


Max Niedermaier d.J. fahre dabei eine sehr ähnliche Abstimmung wie sein älterer Verwandter – obwohl Junior eher innen auf Liniensuche geht, anders als d.Ä. „Das ist der große Vorteil, den der Kleine hat: dass er die Erfahrung vom Anderen quasi miterbt. Wenn wir mit dem Alten etwas rausfinden, was funktioniert, dann profitiert der Kleine davon. Und der kann das dann auch direkt umsetzen.“

 
 
 

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