Polen-Sieg bei den Jugendspielen
Das Goldene Band in Pardubitz wird zu einer Demofahrt der Stärke eines Polen. In Patrick Hyjek und Hannah Grunwald überzeugen nur zwei aus dem deutschen Großaufgebot.
Zweifel lässt er keinen aufkommen. Maximilian Pawelczak dominiert das Goldene Band in Pardubitz nach Belieben. Der Pole hat bei der inoffiziellen Jugendausgabe des Goldhelmklassikers an der Elbe souverän für sich entschieden. „Er hat teilweise nach den Starts schon in die zweite Kurve hinein eine Viertelrunde Vorsprung gehabt“, berichtet „Startband“-Podcaster Michael Czechan direkt aus dem Stadion. „Er hat von jedem Startplatz aus gewonnen – auch vom roten, der in Pardubitz nicht der beliebteste ist.“
Der Pole gewinnt das 52. Goldene Band, laut Czechan „das deutlich spanndere Rennen als das EM-Finale“ am Vorabend, mit zwei Punkten Vorsprung vor Villads Pedersen, Dritter wird William Cairns aus England.
Von den fünf Deutschen, die am Start sind, überzeugen nur Patrick Hyjek und Hannah Grunwald. Hyjek schafft es mit eindrucksvollem Kampfgeist ins Finale, staunt Czechan: „Hyjek ist relativ blass; wir sagen in unseren Podcasts immer: ‚Er ist ein kleiner Langweiler.‘ Aber er hätte viel mit der Technik gemacht, hat er mir gesagt, und er ist unheimlich schnell. Er hat außen dicht an der Bande gesperrt, um seinen Platz im Finale zu verteidigen. Das war schon wirklich krass.“

Während Hyjek ins Finale kommt, scheidet Grunwald im Halbfinale aus. „Sie hat aber wieder gezeigt, dass man es auch als Frau im Speedway bis an die Spitze schaffen kann“, urteilt Czechan. „Dafür war diese Vorstellung ein weiterer Beleg.“
Janek Konzack sei bei einem Comebackrennen nach Schlüsselbeinbruch dagegen eher blass geblieben: „Er legt zwar einen gewaltigen Start in seinem ersten Lauf hin und ist da auch absolut stark – doch den Speed hat er dann in den weiteren Läufen überhaupt nicht wiedergefunden.“
Die äußeren Bedingungen in Pardubitz hätten sich freilich stark verändert. Als die Sonne untergegangen sei, sei es relativ kühl geworden – mit hoher Luftfeuchte. Als bei Sonnenschein gestartet wurde, sei es noch mehr als 23 Grad warm und feinstes T-Shirtwetter.
Tyler Haupt, fährt Czechan fort, hätte mit Konzack zusammen die schwersten Gruppe gehabt. Mit zwei Mal drei Punkten in den Halbfinals sei er im direkten Vergleich nicht weitergekommen.
Mario Häusl wird 15. und schlechtester Deutscher. „Er hat gar nicht ins Rennen gefunden, hat die Linie nicht getroffen“, so beobachtet Czechan den Bayern, der genau wie Mirko Wolter und Christian Hefenbrock immerhin das Goldene Band schon mal gewonnen hat. „Die Bahn war ab der Mitte weich mit viel offenem Geläuf, weil auch die Flattracker vorher drauf waren. Die sind erst um 16:20 Uhr aus dem Fahrerlager raus, und erst dann haben die Speedwayfahrer das Fahrerlager beziehen dürfen. Und das ist für die Deutschen immer schwierig.“



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