Reitsma beißt sich durch
- Norbert Ockenga
- vor 1 Tag
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Sebastian Reitsma hat heute zwar seine erste Fahrt nach dem spektakulären Sturz von Sonntag abbrechen müssen. Doch der Niederländer will bis zur WM-Qualifikation wieder einsatzbereit sein.
Er gilt als eine der heißesten neuen Aktien im Eisspeedway: Sebastian Reitsma. Doch nun hat auch der Niederländer zunächst eine Verletzung zu überwinden: Beim zweiten Durchgang der Allsvenskan-Liga in Strömsund krachte er mit Jimmy Hörnell zusammen.
Oder genauer gesagt war’s exakt andersrum – und der Niederländer komplett schuldlos. „Ich bin ganz normal in die Kurve eingebogen“, berichtet Reitsma aus seinem Wintertrainingslager im schwedischen Östersund. „Das Motorrad von Jimmy Hörnell ist innen aus dem Eis gesprungen – und genau in meine linke Schulter geflogen.“
Reitsma, am Vorabend noch zweitbester Einzelfahrer und Garant für den zweiten Platz seiner Mannschaft aus Örnsköldsvik beim Allsvenskan-Auftakt in Östersund, musste schmerzgepeinigt aus dem Rennnachmittag aussteigen. „Ich war bei der Bahnärztin; die hat gesagt, es sei nichts gebrochen, und wenn die Schmerzen schlimmer würden, sollte ich unter der Woche zum Arzt gehen. Das habe ich aber noch nicht gemacht.“
Meine ganze linke Schulter ist noch grün und blau. – Sebastian Reitsma
Stattdessen probierte der 19-Jährige sich am Dienstag schon erstmals wieder auf einer Eisspeedwaymaschine. „Aber die Schmerzen waren noch zu doll“, vermeldet Reitsma am Dienstagmittag aus Östersund. „Deswegen habe ich das wieder abgebrochen.“
Reitsma steht in der Eisspeedway-WM als bester Niederländer seit Roloef Thijs parat. Vor drei Jahren war er mit gerade Mal 16 Jahren jüngster WM-Teilnehmer aller bisherigen Zeiten, im vergangenen Jahr gewann er den Roloef-Thijs-Pokal in Heerenveen, und im Paar mit Jasper Iwema kann er seine niederländische Nationalmannschaft zu einem realistischen Medaillenanwärter bei der Team-WM in Südfriesland machen.

In diesem Winter hat er sich in vier Trainingstagen auf einem zugefrorenen See bei seinem in Schweden wohnhaften Landsmann Leon Kramer, der seinerseits beim ersten Allsvenskan-Rennen Punktbester wurde, vorbereitet und sich bei seinem ersten Rennen am Freitagabend in verheißungsvoller Frühform gezeigt. „Das Meeting am Freitag“, untertreibt er, „war nicht schlecht.“
Zwischen den beiden Allsvenskan-Rennen und der WM-Qualifikation in Örnsköldsvik ist Reitsma in Östersund geblieben. „Meine Schulter ist noch grün und blau“, lacht er. „Aber ich werde ab jetzt regelmäßig versuchen, ob’s mit dem Fahren wieder geht, damit ich für die WM-Quali auf jeden Fall fit bin.“



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