Rote Karte im dümmsten Moment
- Norbert Ockenga
- vor 4 Minuten
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Eine Disqualifikation im Finale von Morizès macht den WM-Titel für Dave Meijerink zu einer höchst unwahrscheinlichen Angelegenheit.
Am Ende steht die große 10. Mit so vielen Zählern Rückstand auf die Tabellenspitze verließ Mitfavorit Dave Meijerink Morizès nach dem zweiten von drei Langbahn-Grands Prix des Jahres.
Dabei hatte der 26-jährige Niederländer, dessen Gattin Bridget zusammen mit Fahrer Markus Brandhofer in der Vorwoche die Seitenwagen-EM auf der Grasbahn von Berghaupten gewonnen hatte, in den ersten Vorläufen noch vergleichbar stark losgelegt wie der spätere Grand Prix-Sieger. „Die Bahn war so, wie sie mir am liebsten ist: kein ebenmäßiges Fußballfeld, sondern ein paar Rillen und Unebenheiten; Stellen, an denen man gut Grip finden konnte“, beschreibt Meijerink. „Das ermöglichte auch viele unterschiedliche Linien – und einige gute Überholmöglichkeiten.“
Die Bahn war kein Fußballfeld, sondern hatte Rillen, wo man gut Grip findet. – Dave Meijerink
Nach zwei Siegen holte er nur einen Zähler, machte dann aber mit weiteren Vorlaufsiegen den direkten Einzug in den Endlauf klar. „Mit meinen Resultaten in den Vorläufen bin ich entsprechend zufrieden – und froh, dass ich mich direkt fürs Finale habe qualifizieren können.“
Doch dort handelte er sich eine Rote Karte ein, ohne einen Meter gefahren zu haben: „Im Finale hat mein Hinterrad auf dem Startplatz durchgedreht. Ich hatte nicht mitgekriegt, dass ich mir vorher schon eine Verwarnung eingehandelt hatte. Deswegen wurde ich direkt ausgeschlossen – das war ein ziemlicher Schlag ins Kontor.“

Vor allem im Hinblick auf die WM. Dort liegt Meijerink nun gleichauf mit Titelverteidiger Zach Waitknecht auf dem besten Verfolgerrang. Beide haben 42 Zähler auf ihrem jeweiligen Konto – aber um je 10 weniger als Tabellenführer Erik Riss.
Fürs Finale in Marmande heißt das: Meijerink oder Wajtknecht müssen unbedingt gewinnen. Und selbst dann würde Erik Riss noch ein sechster Rang reichen, um Weltmeister zu werden. Der Süddeutsche muss also in Marmande gar nicht ins Finale kommen, um seinen dritten WM-Titel zu holen.



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